18.06.2012 · Mehr als 40.000 Euro im Monat soll niemand verdienen, fordert Linkspartei-Chefin Katja Kipping - alles darüber hinaus soll der Staat bekommen. Gegen diesen Vorschlag regt sich Widerstand.
Von Manfred Schäfers und Joachim JahnRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Wenn ich mir so ansehe, wie Frau Kipping mit naiven Augen schauend und sicher 100% altruistisch, Ideen zur Verbesserung der Welt generiert, dann bin ich sicher, dass ihr nie der Gedanken gekommen ist, dass vor allem Menschen wie sie verantwortlich sind für die großen Verbrechen der Geschichte, von der Christianisierung mit dem Schwert über die Greuel der französischen Revolution, bis zu Pol Pot. In ihren Augen sind Bürger nichts anderes als Staatssklaven, Masse, über deren Rechte und Leben eine "demokratisch" legitimierte Funktionärsclique zum Wohl des Volkes beliebig entscheiden darf. Und wenn die Menschen nicht erkennen wollen, dass alles nur zu ihrem Besten geschieht, dann müssen sie eben zuerst überzeugt, dann umerzogen, eingesperrt und zum Schluß von denen mit dem höheren Bewußtsein liquidiert werden. Alles wie gehabt. Es geht "den Staat" nun einmal in einer freien Gesellschaft nichts an, wieviel jemand brutto verdient, das haben mittlerweile auch die meisten CDU Leute vergessen.
Ich verdiene monatlich etwa 2000,-. Dabei würde ich sagen, dass ich
durchaus eine recht gute Ausbildung und meine Tätigkeit einige
Verantwortlichkeit mit sich führt. (Aber vielleicht solte ich mich
dafür entschuldigen, die falsche Branche ausgewählt zu
haben?)Wenn ich alleine die angesprochenen 40 000 Euro zugrunde lege,
bedeutet dass, dass Menschen den 20fachen Betrag erhalten. Erbringen
diese Menschen tatsächlich die 20fache meiner Arbeitsleistung und
wenn, wie schaffen sie das. Mein Arbeitstag hat etwa 8 Stunden, hat
ihrer etwa 40?
Nein, ich bezweifele , dass es für Inovationsfreudigkeit oder
Motivation einen Unterschied macht, Gehälter jenseits von 40 000
Euro zu erhalten. Wenn man sich die Einkommensentwicklung in Deutschland
in den letzten 10 Jahren ansieht, erkennt man, dass die Kluft zwischen
Niedriglöhnern und Reichen immens vergrößert hat. Die
Wahnsinnsgehälter, die in einigen Branchen üblich sind, haben
schon lange keinen realen Maßstab mehr und sind reines Prestige.
Verfassungswidrigkeit ist die Grundgesetzinterpretation von Herrn Steer
Jeder weiß, dass die Erkenntnis von Sachverhalten - insbesondere
solcher von persönlich wertvoller Natur - interessegeleitet ist.
Wenn Herr Steer die gesellschaftlich legitimierte Kappung von privatem
Höchsteinkommen unter Bezug auf den Art. 14 GG als
"verfassungswidrig" bezeichnet, dann hat er sich bewusst (!)
um die Bewertung von dessen Präambel gedrückt, die da lautet:
Art. 14.2 GG: "Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich
(!) dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
Des weiteren hat der unterschlagen, dass die Verfassungsgeber sehr wohl
die Umverteilung von Eigentum dem Gesetzgeber anheimgestellt haben (Art.
14.1 GG: "Inhalt und Schranken (der "Gewährleistung"
von Eigentum - GW) werden durch Gesetze bestimmt."
Frau Kipping befindet sich mit ihrer Forderung nach Kappung von privatem
Einkommen sehr wohl auf dem "Boden des Grundgesetzes", und
ihre Initiative ist auch deshalb löblich, weil sie erstmals die
"Sozialpflichtigkeit des Eigentums" (Art. 14 GG) politisch einfordert!
Ich bin keine Wählerin der Linkspartei. Doch die Idee von Frau
Kipping und ihre Analyse gefallen mir.
Es geht ja schließlich nicht um das Verhindern von Investitionen
und damit der Wahrnehmung der unternehmerischen Verantwortung. Solche
Investitionen mindern als Betriebsausgaben den Gewinn, würden also
mit 0% versteuert.
Statt dessen geht es um den Überfluß, das was nach
Investition und reichlichem Spielraum für privaten Konsum noch
übrig ist.
Eine 100% Steuer hätte ja den Effekt, dass niemand sie zahlen
wollte und das Geld lieber anders einsetzen würde. Es würden
also etliche Stiftungen aus dem Boden schießen, die sich
gemeinnützigen und wissenschaftlichen und naturschützenden
Aufgaben verpflichtet fühlten und die Erfüllung des
Stiftungszwecks auch kontinuierlich nachweisen müssten. Damit
wäre ein Markt für Ideen und zukunftsweisende Projekte
geschaffen, die der aktuell existierende Markt nicht bedient, weil man
damit keine kurzfristigen Gewinne erwirtschaften kann.
Ich erhoffe mir weitere "Vorschläge" der Linkspartei in
dieser Richtung - so merken auch die Sympathisanten welch unsinnige und
zerstörerische Ideologie dahintersteckt.
Wir brauchen Gründergeist, das bringt uns vorran.
Gründergeist und Gründerschwindel
Spätestens seit der Internetblase höre ich bei Gründergeist immer Gründerschwindel.
Linkspopulisten keine Plattform geben
Im Anblick der derzeitig angespannten Situation in Europa und den
"Weimarern Verhältnissen" in Griechenland, wo
Linksradikale beinahe das Ruder in die Hand bekommen haben und Neo-Nazis
ins Parlament eingezogen sind, brauchen wir sicherlich keine Kakophonie
von Links!
Die Vorschläge der Kipping sind aberwitzig und schlicht
lächerlich. Sie will einfach nur in die Medien und die FAZ ist ihr
auf den Leim gegangen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die SED nun auch
endlich mal das Zeitliche segnet, so wie es "ihre" Diktatur
bereits vor 22 Jahren getan hat.
jede Diskussion über diesen Quatsch verschenkte Lebenszeit? Und ist es eigentlich sicher, dass der ganze Verein 'Die Linke' fest auf dem Boden der Verfassung steht?
Eine weitere Betrachtungsebene zur Fairness und Menschenwürde unserer derzeitigen Wirtschaftsform
"Zwischen der leistungslosen Kapitalrendite und der industrialisierungswidrigen Aufrechterhaltung des Arbeitszwanges besteht ein direkter Zusammanhang: Industrialisierung ist vor allem Befreiung des Menschen von Qualarbeit durch die Maschine. Maschinen verdienen mehr und mehr das Geld statt der Menschen. Der Mensch wird zunehmend frei für Entfaltungstätigkeiten. Der Kapitalismus hat das auf den Kopf gestelle, indem er Einkommen und Sozialsysteme ausgerechnet an die abnehmende Menschenarbeit gekoppelt hat, anstatt an die zunehmende Maschinenarbeit und Produktivität. Menschenarbeit wird so immer stärker zugunsten der Kapitalrenditen entwertet. Die immer größere leistungslose Abschöpfung von der gesellschaftlichen Wertschöpfung macht aus ArbeitsABschaffung ArbeitsBEschaffung (=kap. Negativ-Egebnis des Menschheitstraumes der Befreiung von Arbeit durch Maschinen G.L) und aus einer ökologischen Vermeidungsgesellschaft eine aggressive Vergeudungsgesellschaft." (Günther Moewes)
@Tim Wevner - 18.06.2012 23:02 Uhr
Man kann auch mehr als die 40K/Monat mit ehrlicher Arbeit machen, glauben Sie es mir bitte.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 08:52 UhrGlaubensbekenntnis oder Tatsachenbeurteilung
@ Klaus Theobald
"Glauben Sie es mir bitte" ist als Argument nicht brauchbar.
Hier müssen Sie schon ein konkret nachprüfbares Beispiel anführen!
Na selbstverständlich, dann schafft die 'kalte' Steuerprogression ab.
Das bezahlen der Ware (der/die Preis/e) an der Kasse wird ab sofort in
Abhängigkeit des monatlichen Einkommens gebracht! Tolle Vision,
oder? Der 'Reiche' muss nun das 100-200fache für die
Grundnahrungsmittel bezahlen, ...oder es werden Lebensmittelkarten
verkauft! Der 'Arme' bezahlt 10 € und der 'Reiche' 100 - 200 €
für die Karte, ja, viel Spaß dabei!
Es sind *Visionen*.
Zum Vergleich die Steuern im Staat der Linken: Die "DDR"
In der "DDR" wurde auf ein Jahreseinkommen von 480.000 Mark eine Steuer von 98% auf den Betrag über 400.000 Mark erhoben. Das Mindesteinkommen betrug ca. 600 Mark. Offenbar hat man sogar in der DDR den Bürgern mehr als das vierzigfache des Mindesteinkommens gelassen. Hier sieht die Linke offenbar Verbesserungsbedarf.
Mit Kippings Vorschlag wäre der Erfolg von SAP, die tausende
Beschäftigte in Lohn und Brot
bringen nicht möglich ! Die populäre Forderung, dass das
Unternehmen von vornherein
allen Mitarbeitern gehören sollte, scheitert daran, dass das
Wachstum dann nicht in der
Firma bleibt, sondern sofort konsumiert wird. Deutschland profitiert
jetzt von dem Reichtum
der Gründer, die sich segensreich für soziale, innovative und
wissenschaftliche Aufgaben
einsetzen. Ganz nach dem Motto : Eigentum verpflichte - aber wesentlich
effektiver als
es unsere Staatsbürokratie zu leisten vermag ! Vielleicht regt das
die mit ihr symphathisierenden Lehrer an, mal über den Tellerrand
zu schauen !
Ich pflichte Katja Kipping bei.
Das Grundgesetz verpflichtet zum Gemeinwohl.
Nach Art. 14 Abs. 2 Grundgesetz gilt: "Eigentum verpflichtet. Sein
Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." Nach
Art. 14 Abs. 3 S. 1 GG: "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der
Allgemeinheit zulässig."
In Art. 14 Abs. 2 GG wird die sogenannte Sozialbindung des Eigentums
festgesetzt (Sozialpflichtigkeit des Eigentums).
So ist zum Beispiel "der Schutz von Kulturdenkmälern ..
grundsätzlich ein legitimes Anliegen, Denkmalpflege eine
Gemeinwohlaufgabe von hohem Rang, die einschränkende Regelungen im
Sinne von Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG rechtfertigt.
Der Schutz von Kulturdenkmälern kann aber doch wohl nicht vor dem
Schutz von Menschen stehen, die z.B. nach einem Arbeitsleben, sogar ohne
Unterbrechungen, eine Armutsrente erhalten und somit altersarm ihre
finanzielle und persönliche Situation stets offenlegen müssen,
um vom Staat Grundsicherung zu bekommen.
Ich bin wahrhaftig kein Freund der Linkspartei, das vorab.
Ich bin nie im Leben ein Marxist gewesen, und auch davon abgesehen denke
ich, dass ihre SED-Wurzeln diese Partei bis heute de fakto problematisch machen.
Diesen Vorschlag als solchen jedoch finde ich bedenkenswert. Man kann
sich darueber unterhalten ,ob es 40.000 sein sollten, oder ob man
wirklich eine absolute Obergrenze ziehen muss, doch verdienen
Fussballer, Tennisprofis, Banker, Manager und ein paar andere einfach
zuviel. Das dient niemandem, nicht dem Fussball, nicht dem Tennis, nicht
den Banken, nicht der Wirtschaft, nicht den Betroffenen selbst, die
dadurch die Bodenhaftung verlieren.
Ich bin sehr dafuer, die in den letzten 20 Jahren immer weiter
auseinandergegangenen Einkommen in Deutschland wieder auf gesunde, einer
demokratischen Gesellschaft wuerdige Proportionen zurueckzufuehren, und
ich bin fuer ein Grundeinkommen a la Werner, um dem entwuerdigenden
Arbeitssklaventum, das sich in D entwickelt hat, Einhalt zu bieten
(kaeme nach allem was ich weiss den Staat nicht teurer).
Ich bin kein Beamter.
Noch habe ich all die Verguenstigungen. Nicht dass ich mich beklage, doch das ist nicht meine Situation.
Wie lange sind Fußballer und Tennisprofis Topverdiener ?
Wie können Sie das mit Ihren regelmäßigen Beamtenbezügen inkl. Unkündbarkeit und lebenslanger Beamtenpension vergleichen ?
So hanebüchen der Vorschlag auch ist: Positiv an der Debatte ist, dass das Thema Steuergerechtigkeit endlich wieder im Vordergrund steht. Für das Brot beim Bäcker bezahlen wir alle das Gleiche, es schmeckt auch gleich und hat den gleichen Nährwert. Vom Staat bekommen wir alle die gleiche (Nicht-)Leistung, werden alle gleich vom Finanzamt drangsaliert, ärgern uns alle gleich über geschlossene Bibliotheken und Schwimmbäder und stehen beim Bürgeramt in der gleichen Schlange. Wieso sollen diejenigen, die MEHR und HÄRTER arbeiten, also WENIGER Lebensgenuss haben, mehr für den Staat bezahlen als andere? Deswegen kann ein gerechtes Steuersystem nur eines ohne Progression sein, in dem jeder den gleichen Anteil seines Einkommens an den Staat abführt. Das wird der Wirtschaft nur gut tun, wie Beispiele zeigen (Slowakei, Tschechien, etc.). Diejenigen, die derartig hohe Einkünfte haben, haben doch (gegensätzlich zum Staat) bewiesen mit Geld umgehen zu können.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 12:10 Uhr@Neubert
Sehr geehrter Herrr Neubert, richtig erfasst! Der Staat hat z.B. mit der
Basel-Gesetzgebung seine eigenen Anleihen als risikolos per Gesetz
eingestuft und die Banken gezwungen jeden Kredit (z.B. für ein
Eigenheim) mit risikolosen Papieren "abzusichern". Dadurch
wurde der Kreislauf erst in Gang gesetzt. Die Banken haben sich deshalb
mit Staatsanleihen vollgesaugt und neben der Immobilienblase eine
Anleihenblase aufgebaut, die sich gegenseitig befüttert haben.
Sicher sind auch Fehler bei den Banken passiert - hauptsächlich bei
Staatsbanken. Aber was hat das mit dem Einkommen von erfolgreichen
Hochqualifizierten zu tun? Sie schliessen von einigen wenigen
(Staats)bankern auf alle, die irgendwie mehr verdienen (als wieviel
eigentlich? und wer legt das fest? Wie intelligent muss man sein und wie
hart muss man arbeiten um kriminell zu werden? Oder muss jeder Reiche
seine Unschuld an der Finanzkrise beweisen?). Ich bleibe bei meinem
Plädoyer: Lassen wir das Geld doch besser beim Bürger
@Hirsch
"Der Wert einer Leistung ist der Betrag, den ein anderer bereit ist
dafür zu bezahlen."
"Wenn also jemand findet, ein bestimmtes Einkommen entspricht dem
Wert dieser Leistung, wieso nicht?"
Mit dieser Argumentation wäre jegliche Kritik an
Managergehältern, leistungsunabhängigen maßlosen Boni
oder auch den Diäten und Pensionsansprüchen erschlagen.
"Die Bankenrettung .. Gerettet wurde letztlich das Sozialsystem"
Entschuldigung, aber da muss ich jetzt mal laut lachen. Wenn
europäische und auch griechische Banken geretten werden,
gleichzeitig Löhne halbiert und Transferleistungen eingestellt
werden, dann wird tatsächlich jemand gerettet - aber doch nicht das Sozialsystem!
"Was hat das aber alles mit dem Gehalt eines z.B. erfolgreichen
Anwalts oder Steuerberaters zu tun?"
Extreme Einkommen sind die Steigerung hoher Einkommen.
Kapitalakkumulation. Geld, welches sich schneller vermehrt als Werte. Spekulation.
Wo würden Sie das Problem denn bekämpfen, wenn nicht an der Wurzel?
@Bertram
Der Wert einer Leistung ist der Betrag, den ein anderer bereit ist
dafür zu bezahlen. Das unterscheidet sich von der Definition des
Wertes in einer Diktatur in der eine bestimmte Person oder ein Gremium
entscheidet, was alle anderen für eine Leistung bezahlen
müssen. Wenn also jemand findet, ein bestimmtes Einkommen
entspricht dem Wert dieser Leistung, wieso nicht?
Die Bankenrettung war keine Folge hoher Einkünfte von vielen hart
arbeitenden Hochqualifizierten, sondern die Folge eine verfehlte Politik
in allen westl. Ländern. Clinton drückte die Risikobewertungen
am. Banken (=soziale Politik), und andere Politiker begaben sich
freiwillig in die Abhängigkeit von Märkten. Gerettet wurde
letztlich das Sozialsystem. Was hat das aber alles mit dem Gehalt eines
z.B. erfolgreichen Anwalts oder Steuerberaters zu tun? Für mich
wirkt die Kette "40 Jahre Staatsdefizit => Zusammenbrucch =>
Bankenrettung => alle, die mehr verdienen als x EUR sind
kriminell" ein wenig unreflektiert.
Flat-Tax vs. Progression
"Wieso sollen diejenigen, die MEHR und HÄRTER arbeiten, also
WENIGER Lebensgenuss haben, mehr für den Staat bezahlen als andere?"
Sie unterstellen damit, daß Einkommen von Arbeitseinsatz+Ergebnis
abhängen. Dies ist allerdings umso weniger der Fall, umso
höher das Einkommen tatsächlich ist: Erben, Goldener
Handschlag, Peter-Prinzip, aber auch unfaire Vergütung von
Team-Arbeit, Arbeitseinsatz aller Untergebenen.
"Diejenigen, die derartig hohe Einkünfte haben, haben doch
(gegensätzlich zum Staat) bewiesen mit Geld umgehen zu können."
Angesichts der Tatsache, daß sich all diese großen
Guthaben=Einkommen(!) in Luft aufgelöst hätten, wären die
Staaten - einer korrupten, erpressten Politik sei Dank - nicht in einer
beispiellosen globalen, Rettungsaktion ab 2007 = Sozialisierung
zugunsten der Reichen eingesprungen, ist dies ("besser mit Geld
umgehen") eine Aussage, die an Realitätsferne doch schwer zu
überbieten scheint.
Steuerschlupflöcher sollte man dicht machen.
Die Ausgaben kontrollieren usw.
Aber ein max. Einkommen, die Wandern alle ab ins Ausland.
Richtiger und verfassungsgemäßer Vorschlag!
Im Jahr 1950 betrug der bei 120.000 DM einsetzende Spitzensteuersatz in
Deutschland 95%, dies war weder verfassungswidrig noch "erdrosselnd".
Erdrosselnd wäre eine Besteuerung, wenn dem steuerpflichtigen, nach
Abzug der Steuer, weniger als der im Falle von Null-Einkünften
zustehende ALG II-Satz verbliebe.
Wenn hier ein Spitzensteuersatz von von 100% für Einkommensanteile
ab und über 480.000 Euro p. a. gefordert wird, ist dies sicherlich
nicht "erdrosselnd".
Auch stellen Steuern auf das Einkommen grundsätzlich keine
Enteignung dar, weshalb diesbezügliche Argumente ins Leere gehen;
auch existiert kein sog. "Halbteilungsgrundsatz"!
Wie die empirische Wirtschafts- und Sozialforschung bewiesen hat, gibt
es eine Einkommensobergrenze, ab der mehr Geld nicht mehr Glück
bringt. Diese Grenze liegt bei ca. 75.000 Euro netto p.a.:
"Unglücklich" würde durch den Spitzensteuersatz von
100% also auch niemand.
Es wird Zeit, dass die Besserverdiener endlich ihren angemessenen
Beitrag zum Staat leisten!
@Ralf Becker
"(...) andere jedoch 90% des Steueraufkommens abdecken sollen."
Wer deckt denn in Deutschland 90 Prozent des Steueraufkommens ab?
Gut, dass sich hier viele über kommunistsche Tendenzen aufregen
und wir können die netten Versuche verblendeter Funktionäre
sauber dekonstruieren. Manchmal frage ich mich, ob dass Image von Frau
Kippling (die superfleißige Übermutter) aus dem schlechtem
Gewissen heraus aufrecht erhalten wird, selbst ein Nutznießer zu
sein. Auch Frau Wagenknecht druckste herum, als Lanz auf ihre Diät
und da nach der EIGENEN Umsetzung des Geschwafels pochte. Es ist doch
immer die gleiche Leier bei den Sozialisten/Kommunisten: Man versucht
eine Gleichberechtigung durch Gleichmacherei und nimmt sich selber davon
raus. Und da man das System am besten kennt, weiß man auch, wie
man es ausnutzt UND ein guter Sozialist ist. Kleine Geschenke lassen
machen den Idealismus erträglicher und man kann die Doppelmoral im
besten Gewissen leben.
Im übrigen sind die Linken das kleinste kommunistische Problem. Das
ganze EU-Produkt ähnelt sehr der chinesischen Doppelideologie, nur
dass wir uns von der anderen Seite her nähern. Mitspracherecht
haben wir genauso wenig.
Der Vorschlag von Kipping ist sehr, sehr vernünftig. Gar nicht
vernünftig sind Boni
für Banker deren Arbeitgeber mit Milliarden vom Steuerzahler
zwangsmäßig aufrecht erhalten werden sowie
Millionenabfindungen für erfolglose Manager.
Ich finde nur, das 40.000/Monat zu hoch sind. 10.000/Monat tun es auch.
Schon gar, wenn in demselben Land Arbeitnehmer, die 40 Stunden/Woche
malochen, mit ALG II aufgestockt werden müssen. Aber da regt sich
hier auf FAZ.net kaum jemand auf. Das ist mindstens ... "peinlich".
Neiddebatten...
ich halte Ihre Meinung zu dem Vorschlag von dieser "irrgeleiteten" Linken als noch abwegiger. Und meine Genugtuung ist es, dass solche Vorschläge meist diejenigen aussprechen, die selbst vielleicht den Durchschnittsverdienst bekommen...ob verdient oder nicht! Ich wünsche Sie gerne in einer Situation, dass Sie sich mit einem hohen Monatseinkommen "konfrontiert" sähen. Ob Sie dann noch diese dumme Neiddebatte führen würden wage ich zu bezweifeln!
... bis widerwärtig, wie hier im Publikum einem pawlowschen Reflex
gleich die Panik aufkeimt, die Auferstehung des Sozialismus
befürchtet und vor einer Neiddebatte gewarnt wird - und das bei
einem Vorschlag, der vielleicht ein Prozent der Bevölkerung
betrifft - aber doch in keinster Weise tatsächlich einschränkt!
Eine harte, willkürliche Grenze ist diskussionswürdig und der
Vorschlag einer echten Steuerprogression, die nicht bei einem
Steuersatz, der heute übrigens bei der Hälfte von noch vor 50
Jahren liegt, aufhört, zu begrüßen.
Auch geht es nicht um Neid - sondern um Gerechtigkeit in der Verteilung
des Wohlstands. An die, die hier so schnell "Diebstahl" und
"Recht auf Eigentum" schreien: was ist mit denen, die es
erARBEITEN, und denen dieses Recht verweigert wird, weil sich andere im
Übermaß (und genau darum geht es!) am Trog bedienen?
Eine solche Steuer(progression) würde am Luxusleben der betroffenen
doch nichts ändern - aber das von Millionen anderer Menschen stark verbessern.
erst denken, dann schreiben
sicherlich ist es richtig, dass unternehmer (ich spreche hier nicht von
angestellten managern) für sich hart arbeiten lassen und dafür
(so sollte es sein) auch eine gerechte entlohnung der mitarbeiter
finden. jedoch stehen diese unternehmer in der haftung, bei kunden,
lieferanten, banken und natürlich im besonderen bei ihren
mitarbeitern und deren familien. geld das verdient wird wird in der
regel reinvestiert und nicht sinnlos zum fenster rausgeschmissen. und
selbst wenn es zum fenster rausgeschmissen wird, so ist dies immerhin
die private angelegenheit eines menschen, der nicht gerade wenig steuern
für sein einkommen zahlt.
nicht zuletzt sollte betrachtet werden, dass kapital flexibel ist.
Joachim Jahn Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.
Jüngste Beiträge
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
| Name | Wert | Änderung | |
|---|---|---|---|
| F.A.Z.-Index | -- | -- | |
| Dax | -- | -- | |
| Dow Jones | -- | -- | |
| Euro in Dollar | -- | -- | |
| F.A.Z.-Anleih… | -- | -- | |
| Gold | -- | -- | |
| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |
Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?