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Debatte um Linkspartei-Vorschlag DIHK: „Steuersatz von 100 Prozent ist verfassungswidrig“

 ·  Mehr als 40.000 Euro im Monat soll niemand verdienen, fordert Linkspartei-Chefin Katja Kipping - alles darüber hinaus soll der Staat bekommen. Gegen diesen Vorschlag regt sich Widerstand.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (110)

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Jörg Müller
Jörg Müller (gboar) - 20.06.2012 18:53 Uhr

die Inquisition lebt!

Wenn ich mir so ansehe, wie Frau Kipping mit naiven Augen schauend und sicher 100% altruistisch, Ideen zur Verbesserung der Welt generiert, dann bin ich sicher, dass ihr nie der Gedanken gekommen ist, dass vor allem Menschen wie sie verantwortlich sind für die großen Verbrechen der Geschichte, von der Christianisierung mit dem Schwert über die Greuel der französischen Revolution, bis zu Pol Pot. In ihren Augen sind Bürger nichts anderes als Staatssklaven, Masse, über deren Rechte und Leben eine "demokratisch" legitimierte Funktionärsclique zum Wohl des Volkes beliebig entscheiden darf. Und wenn die Menschen nicht erkennen wollen, dass alles nur zu ihrem Besten geschieht, dann müssen sie eben zuerst überzeugt, dann umerzogen, eingesperrt und zum Schluß von denen mit dem höheren Bewußtsein liquidiert werden. Alles wie gehabt. Es geht "den Staat" nun einmal in einer freien Gesellschaft nichts an, wieviel jemand brutto verdient, das haben mittlerweile auch die meisten CDU Leute vergessen.

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Thomas Schiemann

ein paar Rechnungen

Ich verdiene monatlich etwa 2000,-. Dabei würde ich sagen, dass ich durchaus eine recht gute Ausbildung und meine Tätigkeit einige Verantwortlichkeit mit sich führt. (Aber vielleicht solte ich mich dafür entschuldigen, die falsche Branche ausgewählt zu haben?)Wenn ich alleine die angesprochenen 40 000 Euro zugrunde lege, bedeutet dass, dass Menschen den 20fachen Betrag erhalten. Erbringen diese Menschen tatsächlich die 20fache meiner Arbeitsleistung und wenn, wie schaffen sie das. Mein Arbeitstag hat etwa 8 Stunden, hat ihrer etwa 40?
Nein, ich bezweifele , dass es für Inovationsfreudigkeit oder Motivation einen Unterschied macht, Gehälter jenseits von 40 000 Euro zu erhalten. Wenn man sich die Einkommensentwicklung in Deutschland in den letzten 10 Jahren ansieht, erkennt man, dass die Kluft zwischen Niedriglöhnern und Reichen immens vergrößert hat. Die Wahnsinnsgehälter, die in einigen Branchen üblich sind, haben schon lange keinen realen Maßstab mehr und sind reines Prestige.

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Gerd Weghorn
Gerd Weghorn (weghorn) - 20.06.2012 13:02 Uhr

Verfassungswidrigkeit ist die Grundgesetzinterpretation von Herrn Steer

Jeder weiß, dass die Erkenntnis von Sachverhalten - insbesondere solcher von persönlich wertvoller Natur - interessegeleitet ist. Wenn Herr Steer die gesellschaftlich legitimierte Kappung von privatem Höchsteinkommen unter Bezug auf den Art. 14 GG als "verfassungswidrig" bezeichnet, dann hat er sich bewusst (!) um die Bewertung von dessen Präambel gedrückt, die da lautet:
Art. 14.2 GG: "Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich (!) dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
Des weiteren hat der unterschlagen, dass die Verfassungsgeber sehr wohl die Umverteilung von Eigentum dem Gesetzgeber anheimgestellt haben (Art. 14.1 GG: "Inhalt und Schranken (der "Gewährleistung" von Eigentum - GW) werden durch Gesetze bestimmt."
Frau Kipping befindet sich mit ihrer Forderung nach Kappung von privatem Einkommen sehr wohl auf dem "Boden des Grundgesetzes", und ihre Initiative ist auch deshalb löblich, weil sie erstmals die "Sozialpflichtigkeit des Eigentums" (Art. 14 GG) politisch einfordert!

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Christine Siegfanz

Markt für Stiftungen

Ich bin keine Wählerin der Linkspartei. Doch die Idee von Frau Kipping und ihre Analyse gefallen mir.
Es geht ja schließlich nicht um das Verhindern von Investitionen und damit der Wahrnehmung der unternehmerischen Verantwortung. Solche Investitionen mindern als Betriebsausgaben den Gewinn, würden also mit 0% versteuert.
Statt dessen geht es um den Überfluß, das was nach Investition und reichlichem Spielraum für privaten Konsum noch übrig ist.
Eine 100% Steuer hätte ja den Effekt, dass niemand sie zahlen wollte und das Geld lieber anders einsetzen würde. Es würden also etliche Stiftungen aus dem Boden schießen, die sich gemeinnützigen und wissenschaftlichen und naturschützenden Aufgaben verpflichtet fühlten und die Erfüllung des Stiftungszwecks auch kontinuierlich nachweisen müssten. Damit wäre ein Markt für Ideen und zukunftsweisende Projekte geschaffen, die der aktuell existierende Markt nicht bedient, weil man damit keine kurzfristigen Gewinne erwirtschaften kann.

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Heiko Schmidt

Zerstörerische Kipping

Ich erhoffe mir weitere "Vorschläge" der Linkspartei in dieser Richtung - so merken auch die Sympathisanten welch unsinnige und zerstörerische Ideologie dahintersteckt.
Wir brauchen Gründergeist, das bringt uns vorran.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 12:55 Uhr
Tim Wevner
Tim Wevner (timwevner) - 20.06.2012 12:55 Uhr

Gründergeist und Gründerschwindel

Spätestens seit der Internetblase höre ich bei Gründergeist immer Gründerschwindel.

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David Kerl

Linkspopulisten keine Plattform geben

Im Anblick der derzeitig angespannten Situation in Europa und den "Weimarern Verhältnissen" in Griechenland, wo Linksradikale beinahe das Ruder in die Hand bekommen haben und Neo-Nazis ins Parlament eingezogen sind, brauchen wir sicherlich keine Kakophonie von Links!
Die Vorschläge der Kipping sind aberwitzig und schlicht lächerlich. Sie will einfach nur in die Medien und die FAZ ist ihr auf den Leim gegangen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die SED nun auch endlich mal das Zeitliche segnet, so wie es "ihre" Diktatur bereits vor 22 Jahren getan hat.

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Horst Gericke
Horst Gericke (IAS1) - 19.06.2012 23:56 Uhr

Ist nicht

jede Diskussion über diesen Quatsch verschenkte Lebenszeit? Und ist es eigentlich sicher, dass der ganze Verein 'Die Linke' fest auf dem Boden der Verfassung steht?

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 19.06.2012 14:17 Uhr

Eine weitere Betrachtungsebene zur Fairness und Menschenwürde unserer derzeitigen Wirtschaftsform

"Zwischen der leistungslosen Kapitalrendite und der industrialisierungswidrigen Aufrechterhaltung des Arbeitszwanges besteht ein direkter Zusammanhang: Industrialisierung ist vor allem Befreiung des Menschen von Qualarbeit durch die Maschine. Maschinen verdienen mehr und mehr das Geld statt der Menschen. Der Mensch wird zunehmend frei für Entfaltungstätigkeiten. Der Kapitalismus hat das auf den Kopf gestelle, indem er Einkommen und Sozialsysteme ausgerechnet an die abnehmende Menschenarbeit gekoppelt hat, anstatt an die zunehmende Maschinenarbeit und Produktivität. Menschenarbeit wird so immer stärker zugunsten der Kapitalrenditen entwertet. Die immer größere leistungslose Abschöpfung von der gesellschaftlichen Wertschöpfung macht aus ArbeitsABschaffung ArbeitsBEschaffung (=kap. Negativ-Egebnis des Menschheitstraumes der Befreiung von Arbeit durch Maschinen G.L) und aus einer ökologischen Vermeidungsgesellschaft eine aggressive Vergeudungsgesellschaft." (Günther Moewes)

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Closed via SSO

@Tim Wevner - 18.06.2012 23:02 Uhr

Man kann auch mehr als die 40K/Monat mit ehrlicher Arbeit machen, glauben Sie es mir bitte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 08:52 Uhr
Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 20.06.2012 08:52 Uhr

Glaubensbekenntnis oder Tatsachenbeurteilung

@ Klaus Theobald
"Glauben Sie es mir bitte" ist als Argument nicht brauchbar. Hier müssen Sie schon ein konkret nachprüfbares Beispiel anführen!

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juergen reimers
juergen reimers (dlrg1) - 19.06.2012 11:08 Uhr

Steurgerechtigkeit...?

Na selbstverständlich, dann schafft die 'kalte' Steuerprogression ab.
Das bezahlen der Ware (der/die Preis/e) an der Kasse wird ab sofort in Abhängigkeit des monatlichen Einkommens gebracht! Tolle Vision, oder? Der 'Reiche' muss nun das 100-200fache für die Grundnahrungsmittel bezahlen, ...oder es werden Lebensmittelkarten verkauft! Der 'Arme' bezahlt 10 € und der 'Reiche' 100 - 200 € für die Karte, ja, viel Spaß dabei!
Es sind *Visionen*.

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Closed via SSO
Wolfgang Hebold (hebold) - 19.06.2012 10:33 Uhr

Zum Vergleich die Steuern im Staat der Linken: Die "DDR"

In der "DDR" wurde auf ein Jahreseinkommen von 480.000 Mark eine Steuer von 98% auf den Betrag über 400.000 Mark erhoben. Das Mindesteinkommen betrug ca. 600 Mark. Offenbar hat man sogar in der DDR den Bürgern mehr als das vierzigfache des Mindesteinkommens gelassen. Hier sieht die Linke offenbar Verbesserungsbedarf.

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Karl Dietrich Naumann

Denkt doch mal nach !

Mit Kippings Vorschlag wäre der Erfolg von SAP, die tausende Beschäftigte in Lohn und Brot
bringen nicht möglich ! Die populäre Forderung, dass das Unternehmen von vornherein
allen Mitarbeitern gehören sollte, scheitert daran, dass das Wachstum dann nicht in der
Firma bleibt, sondern sofort konsumiert wird. Deutschland profitiert jetzt von dem Reichtum
der Gründer, die sich segensreich für soziale, innovative und wissenschaftliche Aufgaben
einsetzen. Ganz nach dem Motto : Eigentum verpflichte - aber wesentlich effektiver als
es unsere Staatsbürokratie zu leisten vermag ! Vielleicht regt das die mit ihr symphathisierenden Lehrer an, mal über den Tellerrand zu schauen !

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Elisabeth Maatz

Verfassung

Ich pflichte Katja Kipping bei.
Das Grundgesetz verpflichtet zum Gemeinwohl.
Nach Art. 14 Abs. 2 Grundgesetz gilt: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." Nach Art. 14 Abs. 3 S. 1 GG: "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig."

In Art. 14 Abs. 2 GG wird die sogenannte Sozialbindung des Eigentums festgesetzt (Sozialpflichtigkeit des Eigentums).
So ist zum Beispiel "der Schutz von Kulturdenkmälern .. grundsätzlich ein legitimes Anliegen, Denkmalpflege eine Gemeinwohlaufgabe von hohem Rang, die einschränkende Regelungen im Sinne von Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG rechtfertigt.

Der Schutz von Kulturdenkmälern kann aber doch wohl nicht vor dem Schutz von Menschen stehen, die z.B. nach einem Arbeitsleben, sogar ohne Unterbrechungen, eine Armutsrente erhalten und somit altersarm ihre finanzielle und persönliche Situation stets offenlegen müssen, um vom Staat Grundsicherung zu bekommen.

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Lukas Werth

Ich bin wahrhaftig kein Freund der Linkspartei, das vorab.

Ich bin nie im Leben ein Marxist gewesen, und auch davon abgesehen denke ich, dass ihre SED-Wurzeln diese Partei bis heute de fakto problematisch machen.
Diesen Vorschlag als solchen jedoch finde ich bedenkenswert. Man kann sich darueber unterhalten ,ob es 40.000 sein sollten, oder ob man wirklich eine absolute Obergrenze ziehen muss, doch verdienen Fussballer, Tennisprofis, Banker, Manager und ein paar andere einfach zuviel. Das dient niemandem, nicht dem Fussball, nicht dem Tennis, nicht den Banken, nicht der Wirtschaft, nicht den Betroffenen selbst, die dadurch die Bodenhaftung verlieren.
Ich bin sehr dafuer, die in den letzten 20 Jahren immer weiter auseinandergegangenen Einkommen in Deutschland wieder auf gesunde, einer demokratischen Gesellschaft wuerdige Proportionen zurueckzufuehren, und ich bin fuer ein Grundeinkommen a la Werner, um dem entwuerdigenden Arbeitssklaventum, das sich in D entwickelt hat, Einhalt zu bieten (kaeme nach allem was ich weiss den Staat nicht teurer).

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 05:22 Uhr
Lukas Werth

Ich bin kein Beamter.

Noch habe ich all die Verguenstigungen. Nicht dass ich mich beklage, doch das ist nicht meine Situation.

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Karl Dietrich Naumann

Wie lange sind Fußballer und Tennisprofis Topverdiener ?

Wie können Sie das mit Ihren regelmäßigen Beamtenbezügen inkl. Unkündbarkeit und lebenslanger Beamtenpension vergleichen ?

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Daniel Hirsch

Steuergerechtigkeit?

So hanebüchen der Vorschlag auch ist: Positiv an der Debatte ist, dass das Thema Steuergerechtigkeit endlich wieder im Vordergrund steht. Für das Brot beim Bäcker bezahlen wir alle das Gleiche, es schmeckt auch gleich und hat den gleichen Nährwert. Vom Staat bekommen wir alle die gleiche (Nicht-)Leistung, werden alle gleich vom Finanzamt drangsaliert, ärgern uns alle gleich über geschlossene Bibliotheken und Schwimmbäder und stehen beim Bürgeramt in der gleichen Schlange. Wieso sollen diejenigen, die MEHR und HÄRTER arbeiten, also WENIGER Lebensgenuss haben, mehr für den Staat bezahlen als andere? Deswegen kann ein gerechtes Steuersystem nur eines ohne Progression sein, in dem jeder den gleichen Anteil seines Einkommens an den Staat abführt. Das wird der Wirtschaft nur gut tun, wie Beispiele zeigen (Slowakei, Tschechien, etc.). Diejenigen, die derartig hohe Einkünfte haben, haben doch (gegensätzlich zum Staat) bewiesen mit Geld umgehen zu können.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 12:10 Uhr
Daniel Hirsch

@Neubert

Sehr geehrter Herrr Neubert, richtig erfasst! Der Staat hat z.B. mit der Basel-Gesetzgebung seine eigenen Anleihen als risikolos per Gesetz eingestuft und die Banken gezwungen jeden Kredit (z.B. für ein Eigenheim) mit risikolosen Papieren "abzusichern". Dadurch wurde der Kreislauf erst in Gang gesetzt. Die Banken haben sich deshalb mit Staatsanleihen vollgesaugt und neben der Immobilienblase eine Anleihenblase aufgebaut, die sich gegenseitig befüttert haben.

Sicher sind auch Fehler bei den Banken passiert - hauptsächlich bei Staatsbanken. Aber was hat das mit dem Einkommen von erfolgreichen Hochqualifizierten zu tun? Sie schliessen von einigen wenigen (Staats)bankern auf alle, die irgendwie mehr verdienen (als wieviel eigentlich? und wer legt das fest? Wie intelligent muss man sein und wie hart muss man arbeiten um kriminell zu werden? Oder muss jeder Reiche seine Unschuld an der Finanzkrise beweisen?). Ich bleibe bei meinem Plädoyer: Lassen wir das Geld doch besser beim Bürger

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Andreas Bertram

@Hirsch

"Der Wert einer Leistung ist der Betrag, den ein anderer bereit ist dafür zu bezahlen."
"Wenn also jemand findet, ein bestimmtes Einkommen entspricht dem Wert dieser Leistung, wieso nicht?"
Mit dieser Argumentation wäre jegliche Kritik an Managergehältern, leistungsunabhängigen maßlosen Boni oder auch den Diäten und Pensionsansprüchen erschlagen.

"Die Bankenrettung .. Gerettet wurde letztlich das Sozialsystem"
Entschuldigung, aber da muss ich jetzt mal laut lachen. Wenn europäische und auch griechische Banken geretten werden, gleichzeitig Löhne halbiert und Transferleistungen eingestellt werden, dann wird tatsächlich jemand gerettet - aber doch nicht das Sozialsystem!

"Was hat das aber alles mit dem Gehalt eines z.B. erfolgreichen Anwalts oder Steuerberaters zu tun?"
Extreme Einkommen sind die Steigerung hoher Einkommen. Kapitalakkumulation. Geld, welches sich schneller vermehrt als Werte. Spekulation.

Wo würden Sie das Problem denn bekämpfen, wenn nicht an der Wurzel?

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Daniel Hirsch

@Bertram

Der Wert einer Leistung ist der Betrag, den ein anderer bereit ist dafür zu bezahlen. Das unterscheidet sich von der Definition des Wertes in einer Diktatur in der eine bestimmte Person oder ein Gremium entscheidet, was alle anderen für eine Leistung bezahlen müssen. Wenn also jemand findet, ein bestimmtes Einkommen entspricht dem Wert dieser Leistung, wieso nicht?

Die Bankenrettung war keine Folge hoher Einkünfte von vielen hart arbeitenden Hochqualifizierten, sondern die Folge eine verfehlte Politik in allen westl. Ländern. Clinton drückte die Risikobewertungen am. Banken (=soziale Politik), und andere Politiker begaben sich freiwillig in die Abhängigkeit von Märkten. Gerettet wurde letztlich das Sozialsystem. Was hat das aber alles mit dem Gehalt eines z.B. erfolgreichen Anwalts oder Steuerberaters zu tun? Für mich wirkt die Kette "40 Jahre Staatsdefizit => Zusammenbrucch => Bankenrettung => alle, die mehr verdienen als x EUR sind kriminell" ein wenig unreflektiert.

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Andreas Bertram

Flat-Tax vs. Progression

"Wieso sollen diejenigen, die MEHR und HÄRTER arbeiten, also WENIGER Lebensgenuss haben, mehr für den Staat bezahlen als andere?"
Sie unterstellen damit, daß Einkommen von Arbeitseinsatz+Ergebnis abhängen. Dies ist allerdings umso weniger der Fall, umso höher das Einkommen tatsächlich ist: Erben, Goldener Handschlag, Peter-Prinzip, aber auch unfaire Vergütung von Team-Arbeit, Arbeitseinsatz aller Untergebenen.

"Diejenigen, die derartig hohe Einkünfte haben, haben doch (gegensätzlich zum Staat) bewiesen mit Geld umgehen zu können."
Angesichts der Tatsache, daß sich all diese großen Guthaben=Einkommen(!) in Luft aufgelöst hätten, wären die Staaten - einer korrupten, erpressten Politik sei Dank - nicht in einer beispiellosen globalen, Rettungsaktion ab 2007 = Sozialisierung zugunsten der Reichen eingesprungen, ist dies ("besser mit Geld umgehen") eine Aussage, die an Realitätsferne doch schwer zu überbieten scheint.

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Werner Mayer

Steuern mal anders

Steuerschlupflöcher sollte man dicht machen.
Die Ausgaben kontrollieren usw.
Aber ein max. Einkommen, die Wandern alle ab ins Ausland.

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Michael Bertha
Michael Bertha (mib70) - 19.06.2012 09:34 Uhr

Richtiger und verfassungsgemäßer Vorschlag!

Im Jahr 1950 betrug der bei 120.000 DM einsetzende Spitzensteuersatz in Deutschland 95%, dies war weder verfassungswidrig noch "erdrosselnd".
Erdrosselnd wäre eine Besteuerung, wenn dem steuerpflichtigen, nach Abzug der Steuer, weniger als der im Falle von Null-Einkünften zustehende ALG II-Satz verbliebe.
Wenn hier ein Spitzensteuersatz von von 100% für Einkommensanteile ab und über 480.000 Euro p. a. gefordert wird, ist dies sicherlich nicht "erdrosselnd".
Auch stellen Steuern auf das Einkommen grundsätzlich keine Enteignung dar, weshalb diesbezügliche Argumente ins Leere gehen; auch existiert kein sog. "Halbteilungsgrundsatz"!
Wie die empirische Wirtschafts- und Sozialforschung bewiesen hat, gibt es eine Einkommensobergrenze, ab der mehr Geld nicht mehr Glück bringt. Diese Grenze liegt bei ca. 75.000 Euro netto p.a.: "Unglücklich" würde durch den Spitzensteuersatz von 100% also auch niemand.
Es wird Zeit, dass die Besserverdiener endlich ihren angemessenen Beitrag zum Staat leisten!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 11:47 Uhr
Andreas Neubert

@Ralf Becker

"(...) andere jedoch 90% des Steueraufkommens abdecken sollen."

Wer deckt denn in Deutschland 90 Prozent des Steueraufkommens ab?

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Ronny Schaffer

Gut, dass sich hier viele über kommunistsche Tendenzen aufregen

und wir können die netten Versuche verblendeter Funktionäre sauber dekonstruieren. Manchmal frage ich mich, ob dass Image von Frau Kippling (die superfleißige Übermutter) aus dem schlechtem Gewissen heraus aufrecht erhalten wird, selbst ein Nutznießer zu sein. Auch Frau Wagenknecht druckste herum, als Lanz auf ihre Diät und da nach der EIGENEN Umsetzung des Geschwafels pochte. Es ist doch immer die gleiche Leier bei den Sozialisten/Kommunisten: Man versucht eine Gleichberechtigung durch Gleichmacherei und nimmt sich selber davon raus. Und da man das System am besten kennt, weiß man auch, wie man es ausnutzt UND ein guter Sozialist ist. Kleine Geschenke lassen machen den Idealismus erträglicher und man kann die Doppelmoral im besten Gewissen leben.

Im übrigen sind die Linken das kleinste kommunistische Problem. Das ganze EU-Produkt ähnelt sehr der chinesischen Doppelideologie, nur dass wir uns von der anderen Seite her nähern. Mitspracherecht haben wir genauso wenig.

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Marcus Köhler

Richtig so!

Der Vorschlag von Kipping ist sehr, sehr vernünftig. Gar nicht vernünftig sind Boni
für Banker deren Arbeitgeber mit Milliarden vom Steuerzahler zwangsmäßig aufrecht erhalten werden sowie Millionenabfindungen für erfolglose Manager.

Ich finde nur, das 40.000/Monat zu hoch sind. 10.000/Monat tun es auch. Schon gar, wenn in demselben Land Arbeitnehmer, die 40 Stunden/Woche malochen, mit ALG II aufgestockt werden müssen. Aber da regt sich hier auf FAZ.net kaum jemand auf. Das ist mindstens ... "peinlich".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 12:20 Uhr
Gus Savel
Gus Savel (gsavel) - 20.06.2012 12:20 Uhr

Neiddebatten...

ich halte Ihre Meinung zu dem Vorschlag von dieser "irrgeleiteten" Linken als noch abwegiger. Und meine Genugtuung ist es, dass solche Vorschläge meist diejenigen aussprechen, die selbst vielleicht den Durchschnittsverdienst bekommen...ob verdient oder nicht! Ich wünsche Sie gerne in einer Situation, dass Sie sich mit einem hohen Monatseinkommen "konfrontiert" sähen. Ob Sie dann noch diese dumme Neiddebatte führen würden wage ich zu bezweifeln!

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Andreas Bertram

Erschreckend ...

... bis widerwärtig, wie hier im Publikum einem pawlowschen Reflex gleich die Panik aufkeimt, die Auferstehung des Sozialismus befürchtet und vor einer Neiddebatte gewarnt wird - und das bei einem Vorschlag, der vielleicht ein Prozent der Bevölkerung betrifft - aber doch in keinster Weise tatsächlich einschränkt!

Eine harte, willkürliche Grenze ist diskussionswürdig und der Vorschlag einer echten Steuerprogression, die nicht bei einem Steuersatz, der heute übrigens bei der Hälfte von noch vor 50 Jahren liegt, aufhört, zu begrüßen.

Auch geht es nicht um Neid - sondern um Gerechtigkeit in der Verteilung des Wohlstands. An die, die hier so schnell "Diebstahl" und "Recht auf Eigentum" schreien: was ist mit denen, die es erARBEITEN, und denen dieses Recht verweigert wird, weil sich andere im Übermaß (und genau darum geht es!) am Trog bedienen?

Eine solche Steuer(progression) würde am Luxusleben der betroffenen doch nichts ändern - aber das von Millionen anderer Menschen stark verbessern.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 19:29 Uhr
MATT THIES

erst denken, dann schreiben

sicherlich ist es richtig, dass unternehmer (ich spreche hier nicht von angestellten managern) für sich hart arbeiten lassen und dafür (so sollte es sein) auch eine gerechte entlohnung der mitarbeiter finden. jedoch stehen diese unternehmer in der haftung, bei kunden, lieferanten, banken und natürlich im besonderen bei ihren mitarbeitern und deren familien. geld das verdient wird wird in der regel reinvestiert und nicht sinnlos zum fenster rausgeschmissen. und selbst wenn es zum fenster rausgeschmissen wird, so ist dies immerhin die private angelegenheit eines menschen, der nicht gerade wenig steuern für sein einkommen zahlt.

nicht zuletzt sollte betrachtet werden, dass kapital flexibel ist.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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