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Apple vs. FBI : Amerikanische Regierung will noch mehr iPhones knacken

„Kein Eintritt“: Am Mittwoch formierten sich in mehreren Städte kleine Proteste gegen die Pläne der Regierung, das iPhone zu knacken. Bild: dpa

Gerichtsdokumente legen nun offen, dass die Behörden in weiteren Fällen Druck auf Apple ausüben, um Zugang zu iPhones zu erhalten. Das Unternehmen sträubt sich weiterhin.

          Die Auseinandersetzung zwischen dem Elektronikkonzern Apple und der amerikanischen Regierung beschränkt sich offenbar nicht auf ein einzelnes Gerät, das einem Attentäter gehörte. Nach jetzt veröffentlichten Gerichtsdokumenten haben die Justizbehörden versucht, Apple in rund einem Dutzend anderer Fälle per richterlicher Anordnung zu zwingen, iPhone-Handys zu knacken. Nach einem Bericht der „New York Times“ soll es in diesen Fällen nicht um Terrorismus gehen, sondern um weniger schwerwiegende Delikte wie Drogenhandel oder Pornographie.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Apple und die amerikanische Regierung liefern sich seit rund einer Woche einen öffentlichen Disput. Auslöser dafür war die Anordnung eines Gerichts, wonach Apple für die Bundespolizei FBI das Dienst-iPhone eines der beiden Attentäter knacken soll, die im Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen getötet haben. Apple will seine Hilfe aber verweigern. Vorstandsvorsitzender Tim Cook schrieb in einem öffentlichen Brief, er nehme der Regierung nicht ab, dass sie nur in diesem Einzelfall von Apple Hilfe bei der Entschlüsselung eines Geräts verlange. Wenn Apple erst einmal eine entsprechende Entschlüsselungstechnik entwickle, dann könne sie immer wieder zur Anwendung kommen.

          Apple wies außerdem darauf hin, dass amerikanische Strafverfolgungsbehörden gesagt hätten, sie hätten „Hunderte von iPhones“, die sie vom Unternehmen knacken lassen wollen, sollte das FBI seinen Fall gewinnen. Der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance beklagte vor wenigen Tagen, seine Behörde habe derzeit 175 iPhones, zu denen sie sich wegen Verschlüsselung keinen Zugang verschaffen könne. Diese Geräte stünden mit Verbrechen wie Mord und sexuellem Missbrauch in Verbindung.

          Die Existenz anderer Fälle, in denen die Behörden juristischen Druck auf Apple ausüben, würde das Argument des Unternehmens stützen, dass es sich bei dem Ansinnen des FBI in Kalifornien nicht um einen Einzelfall handelt. Diese anderen Fälle wurden im Zusammenhang mit einer juristischen Auseinandersetzung in New York bekannt. Hier fordern die Behörden in einem Fall von Drogenhandel, dass Apple bei der Entschlüsselung eines iPhones hilft, wogegen sich das Unternehmen wehrt. Die beiden Seiten warten derzeit auf eine Entscheidung des zuständigen Richters.

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