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Das erste Mal : Trigema-Chef Wolfgang Grupp wählt grün

Trigema-Chef Wolfgang Grupp Bild: dapd

Wolfgang Grupp ist ein schwäbischer Konservativer. Zum ersten Mal will er jetzt bei der Landtagswahl grün wählen. Das würde auch der CDU helfen, sagt er.

          Es gehört nicht viel Fantasie dazu, Wolfgang Grupp als Konservativen zu identifizieren. Im Doppelreiher mit Einstecktuch kam der Unternehmer jahrelang zu uns ins Wohnzimmer, in jenem Werbespot mit dem Affen, der versicherte, Trigema werde seine T-Shirts immer nur in Deutschland produzieren. Grupp hat immer CDU gewählt. Aber jetzt, bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März, wird er zum ersten Mal in seinem Leben grün wählen, wie er dieser Zeitung sagte.  „Meine Stimme schulde ich Winfried Kretschmann von den Grünen. Er hat seine Aufgaben als Ministerpräsident unseres Landes sehr gut gemacht“, erklärt er.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Es wäre unfair,  einen Politiker abzuwählen, der in den Augen der Mehrheit seine Aufgaben rechtschaffen verrichtet hat, fügt Grupp hinzu. Und er glaube, dass „viele gestandene CDU-Wähler in Baden-Württemberg ähnlich denken.“ Tatsächlich sind gerade in der Wirtschaft immer lauter die Stimmen jener zu vernehmen, die sich zwar nicht als Grüne sehen, aber der Ansicht sind, die aktuelle grün-rote-Landesregierung habe gute Arbeit geleistet. Könnte man den Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich die Menschen in Baden-Württemberg mit einer deutlichen Mehrheit für Winfried Kretschmann entscheiden. Das hat sich in allen Umfragen gezeigt, mal mehr mal weniger. Dagegen würde nur jeder Fünfte Guido Wolf, den Spitzenkandidaten der CDU, wählen – ausgerechnet in jenem Bundesland, in dem die CDU 58 Jahre lang den Ministerpräsidenten stellte. Die Beliebtheitswerte der Spitzenkandidaten schlagen auf das Ergebnis der Parteien durch: CDU und Grüne liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, beide nahe der 30-Prozent-Marke. Die Grünen könnten Wahlforschern zufolge die stärkste Partei im baden-württembergischen Landtag werden.

          Gerade deshalb wolle er grün wählen, sagt Grupp und erläutert seine wahltaktischen Überlegungen: Sollte die CDU knapp vor den Grünen liegen, hält er es für „verständlich“, dass die Grünen für eine  Koalition unter einem CDU-Ministerpräsidenten nicht zur Verfügung stehen: „Dann droht uns möglicherweise eine grün-rot-gelbe Koalition ohne die CDU“, so der Unternehmer. Wären dagegen die Grünen die stärkste Partei, könnten sie mit der CDU zusammen regieren: „Die CDU hat also die größere Chance, an die Regierung zu kommen, wenn sie Juniorpartner der Grünen wird“, schlussfolgert Grupp. Das wiederum gefällt dem konservativen Unternehmer dann doch.

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