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Daimler, Ford und Nissan : Ein Bündnis für die Brennstoffzelle

Ein Daimler-Arbeiter montiert eine Brennstoffzelle. Bild: dpa

Daimler verbündet sich mit Ford und Nissan, um endlich den Durchbruch für die Brennstoffzelle zu ermöglichen: Bis 2017 soll nun tatsächlich ein Brennstoffzellen-Antrieb in Großserien-Stückzahl kommen.

          Daimler, Ford und Nissan wollen gemeinsam der Brennstoffzellen-Technologie zum Durchbruch verhelfen. Bis zum Jahr 2017 wollen die drei Autohersteller den Antrieb so weit entwickelt haben, dass er in Großserie hergestellt werden kann - also in einer mindestens sechsstelligen Zahl jährlich, wie Thomas Weber, Entwicklungsvorstand der Daimler AG, erklärte.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          „Wir haben das als gemeinsames Ziel fest vereinbart in einem Entwicklungsvertrag für ein Brennstoffzellen-System“, sagte er vor Journalisten in Kirchheim/Teck-Nabern, wo der Konzern seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Technologie für Mercedes forscht. Damit gehe die Kooperation weit über das hinaus, was es bisher gegeben habe: „Wir werden jetzt marktfähig. Das ist der eigentliche Durchbruch.“

          Daimler hat bisher eine Milliarde Euro investiert

          Die Brennstoffzelle, die mittels Wasserstoff einen Elektromotor antreibt, gilt Daimler seit langem als Alternative zum Verbrennungsmotor und zum Batteriebetrieb. In die notwendige Forschung und Entwicklung hat der Stuttgarter Konzern bisher eine Milliarde Euro investiert. Wie viel die drei Kooperationspartner künftig noch aufbringen wollen, um den alternativen Antrieb reif für die Großserie zu machen, wollte Weber nicht sagen.

          Die Zusammenarbeit über drei Kontinente hinweg werde die Entwicklung erheblich beschleunigen, so seine Überzeugung. „Das gemeinsame Ergebnis wird besser sein als das jedes Einzelnen“, erwartet Webers Kollege Raj Nair von Ford. Neu an der Zusammenarbeit ist eine neue Offenheit. Alle drei Hersteller entwickeln das gleiche Produkt, das dann in die Autos der unterschiedlichen Marken eingebaut werden kann. „Die Hersteller öffnen ihre Modulbaukästen und wir suchen jeweils die günstigsten Teile“, kündigte Weber an. Wo letztlich die Produktion erfolgt, werde voraussichtlich in zwei Jahren festgelegt.

          Brennstoffzellenantrieb bislang in 200 Daimler-Autos eingebaut

          Die drei Autohersteller sehen den Vertrag, der auf der Detroit Auto Show unterzeichnet und nun öffentlich gemacht wurde, als wichtiges Signal in Richtung Infrastrukturanbieter, Zulieferer und Politik. Zwar hat Daimler den Brennstoffzellenantrieb schon insgesamt 200 Mal in einer Mercedes-B-Klasse eingebaut. Die Hälfte der Autos ist in Deutschland unterwegs.

          Die Ausweitung des Projekts auf eine Kleinserie von einigen tausend Stück ist aber abgesagt worden, weil die Infrastruktur fehlt: so gibt es in Deutschland bisher nur 15 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen. Bis 2016 sollen es 85 sein, doch damit 60 bis 80 Prozent der potentiellen Kunden wirklich versorgt sind, müssten schon 500 bis 1000 Tankstellen vorhanden sein, rechnet man bei Daimler.

          Daimler erwartet staatliche Anreize

          Die notwendigen Investitionen - pro Tankstelle ein niedriger sechsstelliger Betrag - könnten jetzt auf einer besseren Grundlage geplant werden. Ebenso sei mit dem Vorhaben in Großserien-Stückzahlen für die Zulieferer sichergestellt, dass sich Investitionen lohnen, etwa in die Automatisierungstechnik, sagte Weber. Und schließlich erwartet er, dass verschiedene Staaten sich noch Anreize einfallen lassen, damit die Brennstoffzelle erschwinglich werde.

          Die Selbstverpflichtung der Autoindustrie, den Kohlendioxid-Ausstoß der Flotten bis zum Jahr 2020 auf 95 Gramm je Kilometer gesenkt zu haben, könne nur dadurch erreicht werden, dass emissionsfreie Modelle angeboten würden, so die Überzeugung von Daimler-Vorstand Thomas Weber. In einigen Märkten, etwa in den Vereinigten Staaten, sei ein gewisser Anteil Brennstoffzellen-Autos in Zukunft sogar vorgeschrieben. „Wir haben einen strategischen Vorteil“, sagte er mit Blick auf den Konkurrenten BMW, der nun durch eine Kooperation mit Toyota den Anschluss suche. Toyota und BMW haben in der vorigen Woche angekündigt, bis zum Jahr 2020 gemeinsam ein ganzes Fahrzeugsystem zu entwickeln, das Wasserstoff-Tank, Motor und Batterie umfasst. „Wir fühlen uns dadurch bestätigt“, sagte Weber.

          Die Energiebilanz des Brennstoffzellenantriebs ist letztlich davon abhängig, wie der dafür benötigte Wasserstoff hergestellt wird. Bisher wird dazu meist Erdgas verwendet, was nur rund 20 Prozent Vorteil beim Kohlendioxyd-Ausstoß gegenüber dem Verbrennungsmotor bedeutet. Nur durch die Verwendung regenerativer Energie bei der Herstellung von Wasserstoff kann ein wirklich emissionsfreies Fahren möglich werden. Weil aus dem Auspuff allenfalls Wasserdampf komme, werde der Antrieb von Verbrauchern als sympathisch empfunden, sagte Weber. Die Technik, die einen Druck von 700 Bar zur Speicherung des Wasserstoffs erfordert, sei ausgereift. Die drei Kooperationspartner hätten insgesamt 13 Millionen Kilometer Fahrerprobung hinter sich, wobei allein 8 Millionen davon auf Daimler entfallen.

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