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Daimler-Chrysler DWS und Union Investment kritisieren Schrempp

07.04.2004 ·  Fondsgesellschaften und Privatanleger geizen bei der Hauptversammlung nicht mit Kritik: „Das größte Risiko des Konzerns sind seit acht Jahren sein Vorstandsvorsitzender und sein Aufsichtsratsvorsitzender.“

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Das Vorgehen der Fondsgesellschaften DWS, Deka und Union Investment werteten langjährige Beobachter von Hauptversammlungen des Autokonzerns als bisher einmalig. Die Fondsgesellschaften sparten auf der Hauptversammlung nicht mit Kritik an Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp.

Bei dem Autokonzern sei festzustellen, daß auf Fehlentwicklungen zu spät reagiert werde, sagte Klaus Kaldemorgen von Deutschlands größte Aktienfonds-Gesellschaft DWS am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin. „Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Unternehmen.“

„Frühwarnsystem hat versagt“

Kaldemorgen nannte unter anderem die Entwicklungen bei Chrysler und Mitsubishi und schloß daraus: „Stets hat das Frühwarnsystem versagt“. Das Investment in DaimlerChrysler habe sich für DWS mehr als enttäuschend entwickelt. Während die BMW-Aktie in den vergangenen fünf Jahren um 49 Prozent gestiegen sei, habe das DaimlerChrysler-Papier 47 Prozent verloren.

Der Fondsmanager sagte unter dem Beifall aus den Reihen von rund 8000 Aktionären, die problematischen Entwicklungen bei Chrysler und Mitsubishi Motors würden die im Kern gesunde Mercedes-Gruppe schwächen und könnten das Unternehmen insgesamt gefährden.

Union Investment macht Management für sinkenden Aktienkurs verantwortlich

Thomas Meier von der Fondsgesellschaft Union Investment sagte, die enttäuschende operative Entwicklung der DaimlerChrysler AG und den sinkenden Aktienkurs müsse sich letztendlich das Top-Management zurechnen lassen. Der in Berlin vorgestellte neuen Vergütungsplan für die Vorstände gehe in die richtige Richtung. Die Deka, die zweitgrößte deutsche Fondsgesellschaft, kündigte an, Vorstand und Aufsichtsrats nicht entlasten zu wollen.

„Das größte Risiko des Konzerns sind seit acht Jahren sein Vorstandsvorsitzender und sein Aufsichtsratsvorsitzender“, glaubt Jörg Pluta, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Schrempp, der äußerlich sehr ruhig auf die Kritik reagierte, erklärte, er sei in der Summe mit Geschäftsjahr 2003 und der Entwicklung des Aktienkurses nicht zufrieden.

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