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Corporate Governance Union will Managergehälter aufdecken

23.08.2004 ·  Der CSU-Vorsitzende Stoiber bekräftigte sein Vorhaben, notfalls eine eigene Gesetzesinitiative auf den Weg zu bringen. CDU-Chefin Merkel forderte ebenfalls eine Offenlegung. Neue Vorwürfe über einen „Schweigepakt“ erheben Anlegervertreter.

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Führende Unionspolitiker wollen Manager per Gesetz zur Offenlegung ihrer Gehälter zwingen. CSU-Chef Edmund Stoiber bekräftigte in der "Welt am Sonntag" sein Vorhaben, notfalls eine eigene Gesetzesinitiative auf den Weg zu bringen. Er begrüße, daß jetzt „eine Reihe von Firmen, auch aufgrund unserer beabsichtigten Gesetzesinitiative, doch konkret darüber nachdenkt, die Bezüge detailliert zu veröffentlichen".

CDU-Chefin Angela Merkel forderte ebenfalls eine Offenlegung. Auch wegen Hartz IV, "wo Millionen Menschen Fragebögen über ihre wirtschaftliche Lage ausfüllen müssen, sollte das, was bei der Corporate Governance vereinbart wurde, Normalität werden", sagte sie der Zeitung.

Neue Vorwürfe über eien „Schweigepakt“

Der Vorsitzende der Regierungskommission "Corporate Governance", Theodor Baums, erklärte erneut, es gebe unter den Vorständen mehrerer deutscher Konzerne eine Vereinbarung, die Offenlegung der Vergütung zu boykottieren. Es zeige sich, daß die Vorschrift zur vollständigen Offenlegung der Gehälter in ein Gesetz gehöre.

Auch der Chef der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Ulrich Hocker, betonte: "Die Zurückhaltung der Vorstände ist eine abgesprochene Sache." Weil zahlreiche Aufsichtsräte selbst im Vorstand anderer Dax-Konzerne säßen, hätten sie einen Pakt geschlossen und die Offenlegung der Gehälter ausgebremst. Das sei "ein Relikt der Deutschland-AG". Lufthansa-Aufsichtsratschef Jürgen Weber bezeichnete den Kodex als gescheitert. "Detaillierte Vorstandsgehälter in dem Kodex zu fordern geht viel zu weit", sagte er. Der Boykott der Konzerne sei damit programmiert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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