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Corporate Governance DSW fordert mehr Transparenz bei Vorstandsgehältern

23.03.2004 ·  Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz will in der kommenden Hauptversammlungssaison Unternehmen verstärkt dazu drängen, die Bezüge ihrer Vorstände offenzulegen.

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Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will in der kommenden Hauptversammlungssaison Unternehmen verstärkt dazu drängen, den Forderungen des Corporate Governance Kodex nachzukommen und die Bezüge ihrer Vorstände offenzulegen.

Nur ein Drittel der Dax-Unternehmen werde in diesem Jahr die individuellen Vorstandsbezüge offenlegen, kritisierte der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Dienstag in Frankfurt. Im Corporate Governance Kodex sei dies hingegen seit Mitte 2003 eine Soll-Vorschrift. „Wenn die Einsicht in deutschen Vorstandsetagen nicht größer wird, werden die Unternehmen sich bald mit einem Gesetz zu diesem Thema konfrontiert sehen“, so Hocker.

Bisher wiesen lediglich Altana, Bayer, Deutsche Bank, Deutsche Börse, SAP, ThyssenKrupp, Commerzbank, Deutsche Telekom, Deutsche Post und RWE die Bezüge ihrer Vorstände aus.

Der Aktionärsvertreter erinnerte an die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgesehene gesetzliche Regelung, sollten die übrigen Konzerne die Gehälter nicht freiwillig offenlegen.

„Undurchschaubare Pensionszahlungen“

Unter Beobachtung stünden in diesem Jahr auch die Pensionszahlungen für ehemalige Vorstände. Die Durchschaubarkeit, wer welche Zahlungen erhalte, gehe „gegen Null“ monierte Hocker. Die Vereinigung werde zudem gezielt danach fragen, wie die ebenfalls im Corporate Governance Kodex vorgesehene Prüfung der Aufsichtsrats-Effizienz durchgeführt wurde.

Daneben will die DSW in den Hauptversammlungen auch die Abschlußprüfer ins Visier nehmen. Es werde unter anderem erfragt, wie hoch der Anteil des Beratungshonorars am Gesamthonorar der Prüfungsgesellschaft sei.

Aktionäre zu wenig an Ausschüttungen beteiligt

Mit der Gewinnsituation der deutschen Aktiengesellschaften sei die DSW im größtenteils zufrieden, so Hocker. Die Unternehmen hätten ihre Kosten gesenkt und die Produktivität gesteigert. Er kritisierte allerdings die Ausschüttungspolitik.

Obwohl die Gewinne der Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 30 Prozent gestiegen seien, hätten die Dividendenausschüttungen nur um 6 Prozent zugelegt. Die Ausschüttungsquote betrage bei den Dax-Unternehmen rund 35 Prozent. Die DSW fordert hingegen, daß zumindest in der sogenannten alten Industrie 50 Prozent des Gewinns an die Aktionäre fließen.

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