28.04.2003 · Der Computerhersteller Apple geht ins Musikgeschäft und vertreibt Musik über das Internet. Der einzelne Song kostet 99 amerikanische Cent.
Der amerikanische Computerhersteller Apple hat einen neuen Service zum Herunterladen von Musik aus dem Internet gestartet. Im „iTunes Music Store“ sei es künftig möglich, Songs für je 99 amerikanische Cent (90 Eurocent) auf Heimcomputer herunterzuladen, teilte Apple-Vorstandschef Steve Jobs am Montag mit. Die Nutzer müssen - im Gegensatz zu anderen Internet-Musikdiensten - keine Abonnementgebühr zahlen. Zum persönlichen Gebrauch könnten die Stücke unbegrenzt oft auf CD-ROMs gebrannt werden.
Die Apple-Musikdatenbank umfasst den Angaben zufolge rund 200.000 Songs von Künstlern der Labels EMI, BMG (Bertelsmann), Sony Music, Universal (Vivendi Universal) und Warner (AOL Time Warner). Interessenten können sich jeweils einen 30 Sekunden langen Clip der Songs kostenlos anhören. Der Service steht nur Nutzern offen, deren Kreditkartenanschrift auf eine amerikanische Adresse lautet.
Möglicherweise ist das Online-Musikgeschäft für Apple nur der erste Schritte in die Unterhaltungsindustrie. Denn Apple hatte laut Angaben aus informierten Kreisen in den vergangenen Wochen Gespräche mit Vivendi Universal über den Kauf der Universal Music Group geführt. Jobs sagte in der vergangenen Woche, Apple habe kein Angebot für den Kauf eines oder die Beteiligung an einem großen Musiklabel unterbreitet. Am Montag sagte er, viele der Gerüchte der vergangenen Wochen seien falsch, andere seien aber richtig.
Der Online-Musikdienst zielt auf die Nutzer des MP3-Spielers „Ipod“, von dem Apple mehr als 700.000 Stück verkauft hat. Mittels der iTunes-Software kann die Musik vom Internet direkt auf den Ipod gespielt werden. Laut Angaben von Apple soll der Online-Musikdienst bis zum Jahresende auch Ipod-Nutzern, die mit Windows arbeiten, offen stehen.
Kampf gegen illegale Tauschbörsen
Mit dem neuen Service reagiert Apple auf kostenlosen Musiktauschbörsen im Internet wie beispielsweise Napster oder Kazaa, deren Nutzerzahl in die Millionen geht. Die Musik- und zunehmend auch die Filmindustrie sehen diese Tauschbörsen als eine Gefahr für das eigene Geschäft, weil dabei in der Regel illegal Musikkopien getauscht werden. Nach rechtlichen Auseinandersetzungen bieten große Unterhaltungskonzerte inzwischen eigene, kostenpflichtige Tauschbörsen an.
Jobs sagte, während Konsumenten nicht gern als Kriminelle behandelt würden, wollten Künstler auf der anderen Seite für ihre Arbeit bezahlt werden.
Die Musik- und Filmindustrie hatte in ihrem Kampf gegen Internet-Tauschbörsen erst am Freitag einen Rückschlag erlitten, als ein amerikanisches Bundesgericht einen Antrag zur Schließung von zwei Tauschplattformen zurückwies. Die Tauschbörsen Grokster und Morpheus hätten keine Kontrolle über den Inhalt des über ihre Systeme getauschten Materials, befand das Gericht in Los Angeles. Zwar sei bekannt, daß Nutzer damit auch illegal urheberrechtlich geschützte Filme und Musikstücke tauschten. Jedoch sei unumstritten, daß die Börsen zu legitimen Zwecken genutzt würden und damit ähnlich wie Videorecorder nicht wegen des Missbrauchs verboten werden dürften.
Bei der den beiden Tauschbörsen zu Grunde liegenden „Peer-To-Peer-Technik“ tauschen die Benutzer im Internet untereinander kostenfrei Daten aus. Ältere Tauschsysteme wie die inzwischen geschlossene Tauschbörse Napster waren dagegen zentral organisiert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.552,20 | +0,78% |
| EUR/USD | 1,2488 | −0,42% |
| Rohöl Brent Crude | 106,23 $ | −0,96% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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