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Computer Microsoft gibt erstmals Quellcode frei

10.04.2003 ·  Der größte Softwarekonzern der Welt stellt Partnerunternehmen zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte den gesamten Quellcode eines seiner Programme zur Verfügung und senkt den Preis seiner Videospielkonsole "Xbox" in Europa.

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Der größte Softwarekonzern der Welt stellt Partnerunternehmen zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte den gesamten Quellcode eines seiner Programme zur Verfügung und senkt den Preis seiner Videospielkonsole "Xbox" in Europa. Endgerätehersteller können jetzt auf den Code des Taschencomputerbetriebssystems "Windows CE" zurückgreifen und ihn so verändern, daß er ihren individuellen Bedürfnissen genügt. Microsoft hatte zuvor lediglich Teile des Quellcodes seiner Software, darunter Programmzeilen der Betriebssysteme "Windows XP" und "Windows 2000", Programmierern außerhalb des Unternehmens zur Verfügung gestellt.

Zu den Partnerunternehmen, die von solchen Angeboten von Microsoft Gebrauch machen, zählen unter anderen Intel, Hitachi und Samsung. Microsoft müssen Veränderungen am Windows CE-Code allerdings mitgeteilt werden. Danach ist es möglich, daß die neuen Programmzeilen dauerhaft in die von Microsoft angebotene Version des Betriebssystems eingebaut werden. Nach einem vergleichbaren System entwickelt seit Jahren eine große Zahl von Programmierern das von Beginn an frei zugängliche Betriebssystem "Linux" weiter.

Um Marktanteile für seine Spielkonsole Xbox zu gewinnen, hat Microsoft in Europa den Preis für das Gerät um 50 Euro auf knapp unter 200 Euro gesenkt. Damit entsteht zunächst ein Preisabstand zum Marktführer "Playstation 2" von Sony, da diese Konsole noch rund 250 Euro kostet. Die Xbox ist mit rund 2 Millionen verkauften Exemplaren ein Jahr nach dem Verkaufsstart die Nummer zwei auf dem europäischen Markt; Sony konnte für seine Playstation 2 in Europa bisher 10 Millionen Kunden finden. Für die Xbox sollen nach Angaben von Microsoft allein in diesem Jahr 250 neue Spiele erscheinen. Im März hatte das Unternehmen den Onlinedienst "Xbox live" gestartet, mit dem man über das Internet mit anderen Xbox-Nutzern spielen kann.

Quelle: Kno., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2003, Nr. 86 / Seite 19
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