Die Citymaut spaltet. London hat sie, Stockholm hat sie, Singapur hat sie, Berlin nicht, andere deutsche Städte auch nicht. Nun diskutieren die Verkehrsminister von Bund und Ländern, ob man die rechtliche Grundlage für eine solche Zusatzeinnahme im Dienst der Verkehrsteuerung schaffen sollte.
Wer nach England reist und durch die City bummelt, sieht nur noch teure Privatwagen. Die anderen müssen draußen bleiben, weil sich die Halter den Obolus nicht leisten können. Das spiegelt die sozialen Kosten des Systems.
Die deutsche Hauptstadt braucht die Citymaut nicht. Die Verkehrsprobleme, die sie hat, schafft sie sich selbst, indem man wichtige Straßenverbindungen sperrt, weil man feiert oder baut. Wenn die Prachtstraße Unter den Linden für den U-Bahn-Bau weitgehend blockiert wird, kann das später den Straßenverkehr entlasten, weil das Angebot im (ohnehin recht üppigen) öffentlichen Nahverkehr besser wird. Wenn die Ost-West-Achse durch den Tiergarten wochenlang gesperrt wird, damit man gemeinsam auf der Straße Fußball schauen kann, zeugt das von einer speziellen Prioritätensetzung. Auch so bremst man den privaten Verkehr aus - Berlin kann das ohne Citymaut.
schon wieder reingefallen
Karl Hammer (cromagnon)
- 05.10.2012, 02:27 Uhr
Die Intelligenten denken weiter.
Engelbert Kühlwetter (wallibelli)
- 05.10.2012, 02:11 Uhr
Steuerähnlicher Charakter
Christa Gogolok (celino)
- 04.10.2012, 23:44 Uhr
Rückfall ins Mittelalter
Lutz von Peter (LutzBrux)
- 04.10.2012, 23:30 Uhr
Innenstadt-Sterben
Bernd Schröder (du_Plessis)
- 04.10.2012, 22:26 Uhr