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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Citigroup Aktionäre revoltieren gegen Boni

 ·  Die Mehrheit der Citigroup-Aktionäre hat gegen das 15-Millionen-Dollar-Gehalt von Vorstandschef Vikram Pandit gestimmt. Das Votum ist zwar nicht bindend, hat aber hohen Symbolwert.

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Die Aktionäre der Citigroup halten nichts von zweistelligen Millionen-Boni für die Spitzenmanager der drittgrößten amerikanischen Bank. Auf der Hauptversammlung der Citigroup im texanischen Dallas lehnten die Aktionäre, darunter große Pensionsfonds und Vermögensverwalter, die kürzlich vom Verwaltungsrat abgesegneten Vergütungspakete für den Vorstandsvorsitzenden Vikram Pandit und andere Manager mehrheitlich ab. Die Vergütung von Pandit, die aus Grundgehalt sowie einem Bonus in bar und Aktien besteht, belief sich für 2011 auf insgesamt 14,9 Millionen Dollar.

Revolte der Aktionäre

Die Manager der Citigroup müssen das Geld aber nicht zurückgeben, da das Votum nicht bindend ist. Die Abstimmung hat allerdings einen hohen Symbolwert, was eine Überprüfung der Vergütungspraxis nach sich ziehen könnte. Der scheidende Verwaltungsratsvorsitzende der Citigroup, Richard Parsons, bezeichnete die Revolte der Aktionäre als „ernste Angelegenheit“. Die Mitglieder des Verwaltungsrats würden sich deswegen mit Aktionärsvertretern treffen, sagte Parsons. Nachfolger von Parsons an der Spitze des Verwaltungsrats wird Michael O’Neill, der in den neunziger Jahren Finanzchef der Bank of America war.

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Amerikanische Aktionäre haben ein nichtbindendes Mitspracherecht bei der Vergütung der Geschäftsführung, seit das Dodd-Frank-Reformgesetz vor knapp zwei Jahren in Kraft getreten war. Mit dem Gesetz reagierte der Kongress auf die Finanzkrise des Jahres 2008, die Banken wie die Citigroup in Schieflage gebracht hatte und Staatshilfen in dreistelliger Milliarden-Dollar-Höhe für die Branche erforderte. Hohe Bonuszahlungen an Banker und falsche Anreizmodelle gelten als mitverantwortlich für die Krise, da die Manager mit Blick auf ihre Vergütung teilweise zu hohe Risiken eingegangen waren. Aktivisten unter Aktionären, etwa gewerkschaftlich geprägte Pensionsfonds, hatten seit Jahren ein derartiges Mitspracherecht gefordert.

Weckruf für die Unternehmenskultur?

„Das ist ein Meilenstein für amerikanische Unternehmen“, sagte der als Bankenkritiker bekannte Analyst Mike Mayo von der Wertpapiersparte der Bank Crédit Agricole. Es handele sich um einen „Weckruf“, wenn sich bisher selbstgefällige Aktionäre endlich zu diesem Thema äußerten. „Die einzige Frage ist, warum es so lange gedauert hat“, sagte Mayo.

Die Citigroup, die besonders stark unter der Finanzkrise gelitten hatte, ist die erste Großbank, die sich den Unwillen der Aktionäre wegen ihrer Vergütungspraxis zuzog. Die Hauptversammlungen anderer Banken stehen in Kürze an. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Beratungsgesellschaft ISS nur 2 Prozent der Vergütungspläne amerikanischer Unternehmen von Aktionären abgelehnt. Darunter befand sich auch der große amerikanische Computerhersteller Hewlett-Packard.

„Maßlos überhöht“

Konkret bemängelten die Aktionäre der Citigroup, dass die geschäftlichen Ziele und Anreize für die Bonuszahlungen der Manager zu niedrig sind. „Das Niveau der Vergütung ist maßlos überhöht und ist nicht eng genug an die Schaffung von Aktionärswerten gekoppelt, insbesondere den Aktienkurs“, sagte Timothy Ghriskey, der beim New Yorker Vermögensverwalter und Citigroup-Aktionär Solaris die Anlagen verantwortet.

Die heftige Kritik gerade an der Entlohnung von Citigroup-Chef Pandit kommt allerdings etwas überraschend, weil Pandit in den Krisenjahren 2009 und 2010 im Gegensatz zu den anderen Spitzenmanagern der Branche für nur 1 Dollar im Jahr arbeitete. Der Verwaltungsrat der Citigroup hatte die Vergütung für Pandit mit dem 2011 um 4 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar gestiegenen Nettogewinn der Bank begründet. Zudem habe die Citigroup die Staatshilfen zurückgezahlt. Pandit verdiente 2011 aber mehr als seine Kollegen bei den Konkurrenten Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Der Aktienkurs der Citigroup liegt trotz einer kräftigen Erholung in diesem Jahr auf Sicht der vergangenen 12 Monate immer noch rund 20 Prozent im Minus. Unter den vier größten amerikanischen Kreditinstituten hatte sich in diesem Zeitraum nur der Aktienkurs der Bank of America schlechter entwickelt.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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