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Chronik der Siemens-Krise Der Traditionskonzern beendet das Chaos

20.05.2007 ·  In den vergangenen Monaten erlebte Siemens eine Krise nie erwarteten Ausmaßes: Korruptionsvorwürfe, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und die überraschenden Abgänge des Aufsichtsratsvorsitzenden von Pierer und des Vorstandsvorsitzenden Kleinfeld. Eine Chronik.

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Korruptionsvorwürfe, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und die überraschenden Abgänge des Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer und des Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld haben Siemens in den vergangenen Wochen ins Chaos gestürzt. Die Führungslosigkeit des Münchner Konzerns scheint nun beendet. Hier die wichtigsten Stationen einer beispiellosen Entwicklung.

15. November 2006: In einer groß angelegten Razzia durchsuchen rund 200 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder Büros im Siemens-Konzern und bringen damit die Siemens-Schmiergeldaffäre ans Licht.

23. November 2006: Kleinfeld kündigt eine schonungslose Aufklärung der Schmiergeldaffäre an.

12. Dezember 2006: Mit der Verhaftung des früheren Leiters der Kommunikationssparte, des ehemaligen Zentralvorstands Thomas Ganswindt, erreicht die Affäre neue Dimensionen. Siemens räumt dubiose Zahlungen von rund 400 Millionen Euro ein.

27. März 2007: Nach einer Durchsuchung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wird Siemens-Vorstandsmitglied Johannes Feldmayer verhaftet und damit erstmals ein aktives Vorstandsmitglied.

19. April 2007: Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer stürzt über die Schmiergeldaffäre und erklärt seinen Rücktritt. Der frühere Chef des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp, Gerhard Cromme, wird sein Nachfolger.

24. April 2007: Maßgebliche Aufsichtsräte sperren sich gegen die geplante Verlängerung von Kleinfelds Vertrag. Der Vorstandsvorsitzende wird dadurch schwer geschädigt. Ein ganz anderes Bild zeigen die Geschäftszahlen des Konzerns: Früher als geplant veröffentlicht Siemens am späten Abend seine Halbjahreszahlen - die deutlich besser als erwartet ausfallen. Siemens verbesserte das Bereichsergebnis der zehn Sparten - verglichen mit dem Vorjahreszeitraum - um fast die Hälfte auf knapp 2 Milliarden Euro.

25. April 2007: Nur wenige Tage nach dem Rücktritt Pierers kündigt auch Kleinfeld seinen Rücktritt an.

14. Mai 2007: Das Landgericht Darmstadt hat in einem ersten Verfahren zu der aktuellen Korruptionsaffäre zwei ehemalige Siemens-Manager wegen Schmiergeldzahlungen an den italienischen Energiekonzern Enel zu Bewährungsstrafen verurteilt. Siemens selbst muss 38 Millionen Euro an die Staatskasse zahlen und kündigt Revision an.

14. Mai 2007: Nach etlichen Spekulationen über die Nachfolge von Kleinfeld, sagt der bisherige Favorit für den Posten, Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle, endgültig ab.

20. Mai 2007: Der Siemens-Aufsichtsrat beruft Peter Löscher, Manager beim amerikanischen Pharmakonzern Merck, zum neuen Vorstandschef. Er soll das Amt zum 1. Juli antreten.

Quelle: F.A.Z., 21.05.2007, Nr. 116 / Seite 11
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Von Heike Göbel

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