04.10.2007 · Eine „Welt AG“ sollte aus dem deutsch-amerikanischen Autobauer Daimler-Chrysler werden. Doch nur neun Jahre nach der spektakulären Eheschließung von Daimler-Benz mit Chrysler ist die Beziehung gescheitert. Die Chronik einer schwierigen Ehe.
Eine „Welt AG“ sollte aus dem deutsch-amerikanischen Autobauer Daimler-Chrysler werden. Doch nur neun Jahre nach der spektakulären Eheschließung des Industriekonzerns Daimler-Benz mit dem US-Autohersteller Chrysler ist die Scheidung beschlossene Sache. Am Ende stehen zahlreiche Milliarden, die in den Sand gesetzt wurden, sowie die Rückkehr von Daimler zu den eigenen Wurzeln.
7. Mai 1998 Daimler-Benz und Chrysler geben ihre Fusionsabsicht bekannt. Der Kurs der Daimler-Benz-Aktie steigt an diesem Tag in der Spitze auf 108,95 Euro.
17. November 1998 Die Daimler-Chrysler-Aktien werden weltweit erstmals an den Börsen gehandelt.
1999 Im seinem ersten vollen Geschäftsjahr erwirtschaftet Daimler-Chrysler einen Betriebsgewinn von 10,3 Milliarden Euro. Rund die Hälfte davon stammt von der US-Tochter Chrysler, die eine operative Marge von sieben Prozent erzielt.
2000 Das Ergebnis von Chrysler bricht auf 501 Millionen Euro ein. Dieter Zetsche wird zur Sanierung von Chrysler nach Auburn Hills bei Detroit entsandt.
2001 Der erste, rund vier Milliarden Euro teure Sanierungsplan für Chrysler wird im Februar veröffentlicht. Rund 26.000 Arbeitsplätze werden abgebaut, sechs Werke geschlossen. Am Ende des Geschäftsjahres beläuft sich der Betriebsverlust bei Chrysler auf 5,3 Milliarden Euro.
2002 Chrysler schreibt wieder schwarze Zahlen und erwirtschaftet einen Betriebsgewinn von 609 Millionen Euro.
2003 Wieder Verluste bei Chrysler. Für das Jahr 2003 steht ein operativer Verlust von 506 Millionen Euro zu Buche.
2004 Während Chrysler den Betriebsgewinn deutlich auf 1,43 Milliarden Euro steigert, bricht das Ergebnis von Mercedes wegen Qualitätsproblemen um die Hälfte auf 1,67 Milliarden Euro ein.
2005 Rote Zahlen bei Mercedes, Chrysler glänzt dagegen mit einem Betriebsgewinn von 1,53 Milliarden Euro. Vorstandschef Jürgen Schrempp gibt seinen Rückzug zum Jahresende bekannt. Nachfolger wird Zetsche.
2006 Die Verkaufszahlen von Chrysler auf dem US-Markt brechen ein. Pickups und Geländewagen lassen sich selbst mit hohen Rabatten nur schwer verkaufen. Chrysler weist einen Betriebsverlust von 1,1 Milliarden Euro aus.
14. Feb 2007 Zetsche kündigt einen weiteren Sanierungsplan für Chrysler an, der rund eine Milliarde Euro kosten soll. 13.000 Stellen sollen bis 2009 gestrichen und ein Werk geschlossen werden. Parallel zur Sanierung will Daimler-Chrysler „alle Optionen prüfen“ für Chrysler - zieht erstmals öffentlich also auch einen Verkauf in Erwägung.
4. April 2007 Zetsche bestätigt auf der Hauptversammlung erste Gespräche mit Interessenten. Die Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie der kanadische Zulieferer Magna werden als Kandidaten gehandelt. Cerberus sichert sich die Hilfe des einstigen Chrysler-Managers Wolfgang Bernhard nach dessen Ausscheiden bei VW. Er hatte Chrysler zeitweise mit Zetsche saniert.
5. April 2007 Die Beteiligungsgesellschaft Tracinda des US-Milliardärs Kirk Kerkorian erklärt, sie wolle 4,5 Milliarden Dollar für Chrysler bieten.
18. April 2007 Die mächtige US-Auto-Gewerkschaft UAW spricht sich für einen Verbleib von Chrysler bei Daimler aus.
19. April 2007 Aus Unternehmenskreisen sickert durch, dass ein Verkauf schon im Mai unter Dach und Fach sein könnte.
10. Mai 2007 Der russische Milliardär Oleg Deripaska beteiligt sich an Magna - spekuliert wird, dadurch könnte Magna ein höheres Angebot für Chrysler abgeben.
14. Mai 2007 Der US-Finanzinvestor Cerberus erhält den Zuschlag und übernimmt für 5,5 Milliarden Euro die Mehrheit an Chrysler. Mit der Namensänderung in Daimler AG will der Konzern zu seinen Wurzeln zurückkehren.
3. August 2007 Das Ende der transatlantischen Auto-Allianz von Daimler und Chrysler wird endgültig
besiegelt. Cerberus übernimmt 80,1 Prozent an dem US-Autobauer für rund 5,5 Milliarden Euro. Die
restlichen 19,9 Prozent bleiben beim bisherigen Mutterkonzern.
4. Oktober 2007 Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung soll der neue Firmenname Daimler
AG beschlossen werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.567,20 | +0,90% |
| EUR/USD | 1,2483 | −0,46% |
| Rohöl Brent Crude | 106,39 $ | −0,81% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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