Home
http://www.faz.net/-gqe-13qvo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Christiane Schmidt, 35 Jahre Die Hotelmanagerin

07.09.2009 ·  „Plötzlich war ich eines dieser career-girls“, erzählt Hotelmanagerin Christiane Schmidt. Sie verdient gut und belohnt sich mit teuren Klamotten und Reisen. Doch insgeheim träumt sie von einer Familie, die abends auf sie wartet, wenn sie von der Arbeit kommt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Wegen eines Mannes hat sie Madrid sausenlassen. Das war während ihres Studiums in Heidelberg. „Ich habe den Studienplatz in Spanien abgesagt, zwei Monate später war Schluss“, erzählt Christiane Schmidt, 35. „Ich habe mich so geärgert damals.“

Der Fehler ist ihr nicht mehr unterlaufen. Kurze Zeit später ist sie nach Amerika aufgebrochen, hat dort ihren BBA in Hotelmanagement gemacht und bei der Luxushotelkette Starwood begonnen. Ein paar Jahre Boston, eine Zeitlang New York, dann Washington. Immer nur ein, zwei Jahre auf einer Position. „Meist habe ich schon am ersten Arbeitstag überlegt, was als nächstes kommen könnte“, erzählt die Ludwigsburgerin. „Plötzlich war ich eines dieser career-girls.“

Als ihr Visum nach zwölf Jahren auslief, wollte ihr Freund sie heiraten. Dann hätte sie bleiben können. Stattdessen bat sie ihren Chef, ihr einen Job in Europa zu besorgen. „Der Mann war nicht der Richtige“, erzählt sie. Er war ihretwegen nach Washington gezogen, hatte keinen Job, war meist zu Hause, ohne dort für Ordnung zu sorgen. „Wenn ich nach zwölf Stunden Arbeit heimkam, lag er auf dem Sofa und fragte: Hi, Schatz, kochst du uns was Schönes?“ Da kam ihr die Rückkehr nach Deutschland ganz gelegen.

Seit anderthalb Jahren verantwortet sie in Berlin für mehrere Westin-Hotels Marketing und Vertrieb. Zum ersten Mal fühlt sie sich sesshaft, hat sich gar eine Einbauküche gekauft („ein erhebendes Gefühl“). Sie verdient gut und belohnt sich mit teuren Klamotten und Reisen: Moskau, New York, Portugal, demnächst Marokko. Wenn sie heimkommt, denkt sie allerdings häufig, wie schön es wäre, zu jemandem nach Hause zu kommen. „In zehn Jahren möchte ich genervt Kinder in die Schule bringen.“ Arbeiten will sie natürlich auch. „Und einen Partner haben, mit dem ich mir was aufbaue. Zusammen. Davon träume ich.“

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 1 1

29.05.2012 17:42 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.567,20 +0,90%
EUR/USD 1,2483 −0,46%
Rohöl Brent Crude 106,39 $ −0,81%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.