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Gewerkschaft : Neues Führungsduo für die IG Metall

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Bild: dpa

Neben dem neuen ersten Vorsitzenden Jörg Hofmann steht mit Christiane Benner erstmals eine Frau an der Spitze der Gewerkschaft.

          Die Delegierten des Gewerkschaftstages der IG Metall in Frankfurt wählten am Dienstag den bisherigen Vize-Chef Hofmann mit 91,3 Prozent der abgegebenen Stimmen ohne Enthaltungen zum neuen Vorsitzenden, teilte die Gewerkschaft mit. Er löst Detlef Wetzel (62) an der Spitze der größten Einzelgewerkschaft der Welt ab. Ebenso hohe Zustimmung fand die neue Vize-Chefin Christiane Benner. „Ich bin stolz, als erste Frau an der Spitze der IG Metall stehen zu können“, sagte sie. Nach der üblichen Abfolge an der Gewerkschaftsspitze hat sie als zweite Vorsitzende gute Chancen, in vier Jahren den dann 63-jährigen Hofmann zu beerben.

          Hofmann erklärte, er wolle in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Mitgliedern den Erfolgskurs der IG Metall weiterführen. Eine Grundsatzrede wird er am Mittwoch halten, wenn auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Delegierten der mit knapp 2,3 Millionen Mitgliedern größten freien Einzelgewerkschaft sprechen wird.

          Mobiles Arbeiten wird immer wichtiger

          Mit mehr als 90 Prozent erreichte Hofmann ein sehr gutes Ergebnis. Die größte Zustimmung bisher fand Wetzels Vorgänger Huber zu seiner Wiederwahl 2011. Vor zwei Jahren, als Hofmann zum Vize gewählt wurde, hatten sich 77 Prozent der Delegierten für ihn ausgesprochen. Wetzel hatte damals mit 75 Prozent ein schwaches Ergebnis eingefahren, was zum Teil an der von ihm durchgesetzten Organisationsreform lag, die auf Kritik stieß. Der Westfale war 2013 zur Mitte des regulären Wahlturnus nach dem vorzeitigen Ausscheiden Hubers gewählt worden. Nun wollte er aus Altersgründen nicht mehr zu einer neuen vierjährigen Amtszeit antreten.

          Der Schwabe Hofmann ist ein versierter Tarifexperte. Als Verhandlungsführer des Bezirks Baden-Württemberg, in dem häufig der Pilotabschluss erzielt wird, brachte er wichtige Vereinbarungen unter Dach und Fach. So handelte er in der Wirtschaftskrise 2008 mit den Arbeitgebern Bedingungen aus, durch die ein massiver Arbeitsplatzabbau verhindert wurde. Er wechselte vor zwei Jahren aus Stuttgart in die Zentrale nach Frankfurt, wo er als zweiter Vorsitzender für die Tarifpolitik verantwortlich war. Diese Zuständigkeit wird er voraussichtlich behalten und nicht an Benner abgeben. Die 47-jährige Soziologin ist seit 2011 im Vorstand und bisher verantwortlich für Interessenpolitik für Frauen und Jugendliche. Sie hat zudem zu Erfolgen der Gewerkschaft bei der Mitgliedergewinnung unter Akademikern maßgeblich beigetragen.

          Unter Hofmanns Führung will die Gewerkschaft das Thema Arbeitszeit unter den Bedingungen des immer stärker verbreiteten mobilen Arbeitens anpacken. Auch die Rechte der Industrie-Beschäftigten in einer stärker digitalisierten und vernetzten Produktion stehen ganz oben auf Hofmanns Agenda.

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