17.04.2009 · Bringt das Frühjahr die wirtschaftliche Wende in China? Zumindest nach einer Bodenbildung sieht es derzeit aus. Eines aber steht fest: Keiner Regierung gelang es so gut wie der chinesischen, dem eigenen Volk Vertrauen einzuflößen.
Von Christoph HeinBringt das Frühjahr die Wende in China? Zumindest nach einer Bodenbildung sieht es derzeit aus. Zwar wächst die drittgrößte Volkswirtschaft der Erde so langsam wie seit 1992 nicht mehr. Doch fließt mehr Geld in den Kreislauf, füllen Unternehmen ihre Lager auf. Überbewerten sollte man diese Frühlingsboten nicht: China bleibt vom Export abhängig; erholt sich Amerika nicht, wird die Volksrepublik keinen tragfähigen Aufschwung erleben.
Zudem ist die Versechsfachung der Kreditsumme im Jahresvergleich mit hohen Risiken behaftet: Ein großer Anteil dieses Geldes dürfte den jüngsten Börsenboom getrieben haben. Auch stärken die Hilfen der Regierung vor allem Staatskonzerne. Und erscheint eine Wachstumsrate von bald wohl wieder sieben Prozent auch traumhaft, gemessen an den Industrieländern, so brauchen Schwellenländer wie China oder Indien solche Werte allein schon, um wachsende Arbeitslosigkeit und Unruhen zu vermeiden. Eines aber steht fest: Keiner Regierung gelang es so gut wie der chinesischen, dem eigenen Volk Vertrauen einzuflößen. Die Propagandamaschine Pekings läuft - und trägt das Ihre dazu bei, dass die Chinesen Aktien, Kühlschränke und Autos kaufen.
Christoph Hein Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
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