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Li besucht Orban & Co. : China gewährt Ungarn Entwicklungshilfe

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Chinas Ministerpräsident Li Keqiang ist zu Besuch in Budapest. Bild: AP

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stellt Osteuropa Mittel bereit, um zum Beispiel eine Eisenbahnstrecke zu modernisieren. Dahinter steckt ein großer Plan.

          China hat Ländern in Ost- und Mitteleuropas milliardenschwere Finanzierungshilfen für Investitionen und Entwicklungsprojekte zugesichert. Ministerpräsident Li Keqiang sagte den Staaten während eines Treffens in Budapest an diesem Montag insgesamt rund drei Milliarden Dollar zu.

          Dabei sollen über die China Development Bank zwei Milliarden Dollar für Entwicklungsprojekte in der Region bereitgestellt werden. Etwa eine weitere Milliarde soll im Zuge eines Programms für Investitionskooperation fließen.

          „Wir haben Chinas Rolle in der Welt früh als Chance begriffen“

          Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban will auf dem Gipfel allein elf bilaterale Vereinbarungen mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt unterzeichnen. Dabei geht es unter anderem um einen chinesischen Bankkredit, der zur Modernisierung einer Bahnverbindung zwischen Ungarn und der serbischen Hauptstadt Belgrad verwendet werden soll.

          Diese soll dazu beitragen, dass im griechischen Hafen Piräus angelieferte Güter aus China schneller nach Mitteleuropa transportiert werden können. Insgesamt veranschlagt Ungarn die Kosten für das Modernisierungsprojekt auf seinem Territorium auf 2,1 Milliarden Dollar. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres 2020 beginnen.

          „Wir in dieser Region haben Chinas Hauptrolle in der neuen Weltordnung eher als Chance denn als Gefahr begriffen“, hatte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto vor Beginn des Treffens betont. Es ist ein gemeinsames Projekt von 16 europäischen Ländern und Chinas (CEEC) - im Fachjargon als 16 plus 1 bekannt.

          Diese Kooperation ist wiederum Teil von Chinas internationaler Investitionsstrategie „Neue Seidenstraße“: Sie knüpft an die wichtigste Handelsverbindung zwischen China und Europa in der Antike und dem Frühmittelalter an. Es sollen neue Straßen und Schienenverbindungen für den Handel zwischen Europa und Asien entstehen.

          Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht die Kooperation Chinas mit den Osteuropäern kritisch und hat bereits im Sommer vor einer Spaltung Europas gewarnt. Auch hinter der Initiative „Neue Seidenstraße“ stecke eine große geopolitische, kulturelle, ökonomische und am Ende im Zweifel auch militärische Strategie, der die EU bislang nichts entgegenzusetzen habe.

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