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Chemie/Pharma Zahl der Lipobay-Vergleiche weiter gestiegen

10.09.2003 ·  Gegen Bayer wird immer noch wegen des vom Markt genommenen Cholesterinsenkers Lipobay geklagt. Der Chemie- und Pharmakonzern erzielte weitere außergerichtliche Einigungen.

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Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat weitere Vergleiche mit Klägern im Fall des zurückgerufenen Medikaments Lipobay geschlossen.

Insgesamt habe sich der Konzern mittlerweile in 1342 Fällen außergerichtlich geeinigt, teilte Bayer am Mittwoch mit. Für die Vergleiche seien bislang insgesamt 477 Millionen Dollar gezahlt worden, sagte eine Sprecherin. Die Zahl der Klagen sei im September auf 11.200 gestiegen. Im August hatte Bayer die Zahl der Klagen im Zusammenhang mit Lipobay mit 10.100, die Zahl der außergerichtlich geschlossenen Vergleiche mit 1211 und die damit verbundenen Zahlungen mit 432 Millionen Dollar angegeben.

Bislang ist Bayer in zwei Verfahren in den Vereinigten Staaten von jeglicher Haftung freigesprochen worden. Das Unternehmen hatte den Cholesterinsenker Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können.

Analysten reagieren positiv

Analysten bewerteten den Abschluß von weiteren Vergleichen positiv. „Bayer kommt voran mit den Vergleichen und das ist ja auch angestrebt", sagte DZ Bank-Analyst Martin Rödiger. „Die steigende Anzahl von Vergleichen ist sicher positiv, weil es Unsicherheit rausnimmt", bestätigt ein weiterer Chemie-Analyst. Allerdings steige auch die Anzahl der Klagen und es sei bislang nicht abzuschätzen, welche Substanz die hinzugekommenen Klagen haben, sagte Rödiger. Ursprünglich sei man bei den Klagen von rund 1600 Fällen mit schweren Nebenwirkungen ausgegangen.

Risiko nicht versichert?

Bayer hatte bei der Vorlage des Halbjahresberichts Anfang August erstmals eingeräumt, daß der Konzern auch dann Belastungen ausgesetzt sein könnte, die den versicherten Bereich übersteigen, wenn es bei den Lipobay-Verfahren zu einem unerwartet starken Anstieg der Vergleichsfälle komme. Das gleiche gilt früheren Aussagen zufolge, wenn sich Kläger in den anhängigen Verfahren in den USA in erheblichem Umfang durchsetzen können.

Der Kurs der Bayer-Aktie war in der Vergangenheit eingebrochen, weil Investoren Schadenersatzforderungen im Zusammenhang von Lipobay in Höhe von mehreren Milliarden Dollar befürchtet hatten. Nach den Erfolgen für Bayer in den ersten beiden Prozessen hatte sich der Kurs in den vergangenen Monaten wieder erholt. Am Mittwochnachmittag lag die Bayer-Aktie rund zwei Prozent im Minus bei 19,85 Euro. Analysten führten dies auf ein schwaches Umfeld für Chemie-Werte sowie Gewinnmitnahmen zurück.

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