11.11.2003 · Die Bayer AG hat im dritten Quartal wie befürchtet rote Zahlen geschrieben. Der Konzernverlust habe 123 Millionen Euro betragen - nach einem Gewinn von 656 Millionen Euro in der Vorjahreszeit.
Der vor einem radikalen Strategiewechsel stehende Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im dritten Quartal angesichts eines anhaltend schwierigen Konjunkturumfelds einen Gewinneinbruch im operativen Geschäft verzeichnet.
Die Ergebnisse könnten Bayer „keineswegs zufrieden stellen, wenn sie auch im Rahmen unserer Erwartungen liegen", erläuterte Konzernchef Werner Wenning am Dienstag zur Vorlage des Zwischenberichts in Leverkusen. Der operative Gewinn (Ebit) sei auf 21 Millionen Euro eingebrochen von 858 Millionen Euro vor Jahresfrist. Damals hatte Bayer allerdings hohe Einnahmen aus dem Verkauf der Duftstoffgeschäfte Haarmann & Reimer verbucht. Analysten hatten im Schnitt mit einem kleinen operativen Gewinn von 11 Millionen Euro gerechnet, wobei die Spanne der Schätzungen weit auseinander lag.
Keine nachhaltige Verbesserung erwartet
Ausblickend hieß es, die wirtschaftliche Lage werde sich im Rest des Jahres wohl nicht nachhaltig verbessern. Allerdings gebe es einige positive Zeichen in Nordamerika. Bayer bekräftige jedoch frühere Prognosen, wonach das Ebit 2003 prozentual zweistellig zulegen soll.
Der Konzernumsatz verringerte sich im dritten Quartal um 8,4 Prozent auf 6,834 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchte Bayer im Quartal einen Nettoverlust von 123 Millionen Euro nach einem Gewinn von 656 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Nettoverschuldung im Konzern reduzierte sich bis Ende September auf 6,9 Milliarden Euro.
Kreditrating von „BBB“ angestrebt
Wenning hatte am Freitag überraschend eine strategische Kehrtwende vollzogen und angekündigt, die Chemie und Teile des Kunststoffgeschäfts als neue Gesellschaft bis 2005 an die Börse zu bringen. Das neue Unternehmen mit dem vorläufige Namen „NewCo“ werde voraussichtlich Schulden von 1,7 Milliarden Euro übernehmen, teilte Bayer mit. Für das laufende Jahr sei bei dem Unternehmen mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 500 bis 550 Milionen Euro zu rechnen, sagte Wenning. Mit einer Ebitda-Marge von etwa 10 Prozent liege das Unternehmen „durchaus auf dem Niveau der Wettbewerber“. Der erwartete Umsatz für 2003 wurde mit 5,6 Milliarden Euro angegeben. Für die Gesellschaft werde ein Kreditrating von „BBB“ angestrebt.
Zu den anhängigen Klagen um den vom Markt genommenen Cholesterinsenker Lipobay teilte Bayer mit, der Konzern habe bis zum 6. November 1811 Fälle gegen Zahlungen von insgesamt 659 Millionen Dollar verglichen. Zu diesem Zeitpunkt seien 11.459 Klagen anhängig gewesen.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.567,20 | +0,90% |
| EUR/USD | 1,2483 | −0,46% |
| Rohöl Brent Crude | 106,39 $ | −0,81% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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