http://www.faz.net/-gqe-8erq6

Selbstversuch : Wie ich zum Cyborg wurde

Bild: F.A.Z., Jonas Jansen, Martin Gropp

Auf der Cebit kann man nicht nur Drohnen und Roboter bestaunen, sondern die neueste Technik auch gleich testen. Redakteur Jonas Jansen hat es ausprobiert und sich einen Chip in die Hand einpflanzen lassen.

          Cyborg werden ist wie Blutabnehmen - nur nicht so schlimm, weil man kein Blut rauspumpen muss. Patrick Kramer sitzt mir gegenüber und schießt mit einer Nadel einen reiskorngroßen Chip in meine Haut zwischen Daumen und Zeigefinger. 

          Nach einem Stich ist alles vorbei - und ich habe nun einen glasummantelten Chip unter der Haut, mit 888 Byte Speicherplatz. Das ist sehr wenig, nicht zu vergleichen etwa mit einem USB-Stick. Dafür habe ich alles, was ich darauf speichere, immer dabei. Das kann eine Visitenkarte sein, oder Profile auf Sozialen Medien.

          Mehr Videos und Texte von der IT-Messe Cebit finden Sie auf unserer Themenseite.

          Dazu brauche ich ein Android-Gerät, das ich an meine Hand halte, dann kann ich die Informationen auf dem Chip lesen - und beschreiben, das funktioniert mit „Near Field Communication“ (NFC). Bekannt ist das vor allem durch die ersten Versuche des mobilen Bezahlens, in manchen Supermärkten kann man mit der NFC-Technik direkt mit einer Handybewegung geringe Beträge bezahlen. Theoretisch könnte ich das also auch mit einer Handbewegung.

          Mit dem Chip die Haustür aufschließen

          Nur würde ich niemals so sensible Daten wie Bankverbindungen auf dem Chip speichern, denn das Auslesen ist für jeden leicht, der mir nahe kommt. Nützlich könnte der Chip unter der Haut trotzdem sein, wenn ich noch andere NFC-Empfänger etwa in meiner Wohnung verteile.

          Patrick Kramer, Gründer der Firma Digiwell, die solche Chips herstellt, schließt mit seinem Chip in der Hand seine Haustür auf. Möglich wäre auch, beim Rausgehen aus der Wohnung das Licht auszuschalten, oder für bestimmte Orte Profile für mein Handy zu speichern. Dann würde mein Handy auf der Arbeit automatisch lautlos werden oder im Auto das GPS anmachen. 

          Schon seit acht Jahren pflanzt Kramer solche Chips ein, was für mich nach Zukunft klingt, ist für ihn schon alt. In Kramers Zukunft werden die Chips kleiner, reichweitenstärker und elastischer. Doch Kramer ist auch einer, der alle Möglichkeiten der Chips nutzen will, der etwa im Fitnessstudio nicht seine Karte zückt, sondern bloß seine Hand. Mir reicht erst einmal die Visitenkartenfunktion. Und wenn mich der Chip stört, nehme ich ihn einfach wieder raus. Dazu wird mit einem Skalpell ein kleiner Schnitt gemacht und der Glaskörper herausgenommen. So wird aus dem Cyborg wieder ein ganz normaler Mensch.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Die rettende Haut des Zwillingsbruders Video-Seite öffnen

          Neues medizinisches Verfahren : Die rettende Haut des Zwillingsbruders

          Dank der Haut seines Zwillingsbruders hat ein Schwerstverbrannter in Frankreich überlebt. Die Ärzte transplantierten ihm in mehreren Stufen Haut seines Bruders. Laut den Ärzten macht der Mann gut ein Jahr nach einem Arbeitsunfall 2016 gute gesundheitliche Fortschritte.

          „The Rock“ hätte bei "Jumanji"-Dreh fast geweint Video-Seite öffnen

          Premiere in Berlin : „The Rock“ hätte bei "Jumanji"-Dreh fast geweint

          Die Fortsetzung von „Jumanji“ hat am Mittwoch Abend in Berlin Deutschlandpremiere gefeiert. Mit dabei waren Regisseur Jake Kasdan und die Hauptdarsteller Nick Jonas, Dwayne Johnson alias „The Rock“ und Kevin Hart. Auf dem roten Teppich haben Johnson und Hart verraten, was ihre peinlichsten Momente bei den Dreharbeiten waren.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Nach dem Brexit : Stopft Deutschland das Loch im EU-Haushalt?

          Mit dem Brexit wird sich der EU-Haushalt stärker verändern als je zuvor: Ohne die Zahlungen des Vereinigten Königreichs werden der Europäischen Union viele Milliarden fehlen. An Reformen führt kein Weg vorbei.

          Aufregung um Schriftzug : „Es wurde so bestellt und auch so geliefert“

          Der neue Panzerwagen der Polizei Sachsen ist im Innern mit altdeutsch anmutender Schrift und Logo geschmückt. Ein Indiz für rechtskonservative Attitüde? Die Aufregung ist groß und Verantwortung will zunächst niemand dafür übernehmen. Dann äußert sich das LKA.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.