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Cebit : Was eigentlich ist das Internet der Dinge?

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Fernab der Öffentlichkeit vollziehen sich noch viele weitere solcher Prozesse in Lagerhallen und Fabriken, bemerkt nur von denjenigen, denen die automatischen Systeme die Arbeit erleichtern - oder gleich ganz abnehmen. Doch das Internet der Dinge dringt auch langsam in unseren Alltag vor. Und es verändert sowohl die Art, wie wir das Internet nutzen, als auch unser Verhältnis zu alltäglichen Gegenständen. „Die Verbindung zwischen Computer und Internet wird sich in den nächsten Jahren auflösen“, sagt Stephan Noller, dessen Unternehmen Ubirch Lampen produziert, die ihren Besitzern die Lichtverhältnisse im Rheintal ins Wohnzimmer bringen. „Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Computer bald ganz aus unserem Alltag verschwinden, wir aber durch die Vernetzung von Alltagsgegenständen ständig vom Internet umgeben sind.“

Das Licht des Rheintals im Wohnzimmer? Ein Sensor macht’s möglich.

Diese Zukunft, von Experten auch „ambient internet“ genannt, ist weniger weit entfernt, als man denken könnte. Die vernetzten Gabeln, Socken und Regenschirme, die in unserem Gedankenexperiment zu Beginn des Textes auftauchen, gibt es schon. Genauso wie Fernseher, die unsere Sehgewohnheiten kennen, Fitnessarmbänder, die Gesundheitsdaten an eine App auf unserem Handy senden, und Rasierapparate, die selbständig ihre Klingen nachbestellen. Schon heute sind wir von Milliarden vernetzter Gegenstände umgeben. Das klingt beeindruckend. Doch was haben wir davon, wenn wir nicht gerade ein Logistikunternehmen betreiben oder vernetzte Zahnbürsten und Rasierapparate verkaufen?

Wer sich bei Amazon die Kundenrezensionen der neuesten internetfähigen Gegenstände durchliest, könnte schnell beschließen: bisher reichlich wenig. Einige Reaktionen, die enttäuschte Käufer der „smarten“ Gabel hinterlassen haben, die David Rose auf seiner „Enchanted Objects“-Seite bewirbt und die immerhin stolze 100 Dollar kostet, klingen nicht nach Technik der Zukunft: „Die Gabel soll registrieren, wenn man einen Bissen zu sich nimmt, tut es aber nicht. Als ich den Hersteller kontaktierte, hieß es, ich esse falsch“, schreibt ein enttäuschter Kunde. Ein anderer beklagt Fehler bei der Datenübertragung zu seinem Handy und beschwert sich über das Vibrieren der Gabelzinken im Mund: „Ich hatte Angst um meine Füllungen.“ Bis hin zur nahtlosen Vernetzung aller Alltagsgegenstände zum Nutzen ihrer Besitzer ist es offenkundig noch ein weiter Weg.

Ein Fitnessarmband zählt die Kilometer und schickt sie ans Handy

Das sehen auch die Anhänger der Vernetzung so. „Wir stehen noch ganz am Anfang dieser Entwicklung“, sagt Ubirch-Chef Stephan Noller. Gabeln, die unser Essverhalten kontrollieren, erscheinen genauso wie Nollers intelligente Lampen als eine Art Schaufenster in das Internet der Dinge. „Ich glaube schon, dass es Leute gibt, die sich mit unseren Leuchten den Sonnenuntergang über dem Rheintal ins Wohnzimmer holen wollen“, sagt Noller. Doch die größten Potentiale sieht er anderswo. Etwa im Umgang mit dem demographischen Wandel: Vernetzte Haushaltsgeräte und Sensoren könnten zum Beispiel dabei helfen, dass alte Menschen länger in ihren Wohnungen bleiben können. Die Geräte könnten überwachen, ob sich ein Mensch normal in seiner Umgebung bewegt, und bei Problemen den Pflegedienst oder einen Verwandten alarmieren.

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