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Cebit-Aussteller : Roboterintelligenz für die Cebit

Roboterforscher Hiroshi Ishiguro mit einem Roboter während einer Presse-Enthüllung in Tokio. Bild: dpa

Das Partnerland Japan will im kommenden Jahr auf der Computermesse in Hannover Trends setzen. Der Robotereinsatz in Medizin und Landwirtschaft soll zu den Schwerpunkten gehören.

          Wenn der bekannte japanische Roboterforscher Hiroshi Ishiguro im März nach Hannover reist, hat er seinen maschinellen Doppelgänger im Gepäck. Der Android namens Geminoid sieht ihm tatsächlich sehr ähnlich – mit den schwarzen Haaren, der großen Brille und dem grauen Hemd. Auf Fotos wirkt nur der starre Blick des Klons recht irritierend. Der Professor der Universität in Osaka gilt in Japan als eine Art Superstar der Robotik. Sein Fachgebiet stellt einen der Schwerpunkte dar, mit denen sich Japan als Partnerland der nächsten Cebit (20. bis 24. März) präsentieren wird.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin im Wirtschaftsteil.

          Vor allem den Einsatz von Robotern in der Medizin und der Landwirtschaft werde Japan auf der IT-Messe zeigen, kündigte Hitoshi Masuda von der japanischen Außenhandelsorganisation Jetro in Düsseldorf an. Mit Haushaltsrobotern, die am Tisch servieren und Getränke ausschenken, wird sich das deutsch-japanische Universitätsnetzwerk Hekksagon beschäftigen.

          Wegen seiner hohen Technikaffinität sieht Oliver Frese, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe, das Partnerland als einen Glücksgriff. Im Foyer seines Hotels habe ein kleiner Roboter gestanden, um Fragen der Gäste zu beantworten, nannte Frese ein Beispiel von seiner jüngsten Tokio-Reise. Neben solchen humanoiden Robotern hätten die japanischen Cebit-Aussteller besonders die Themen künstliche Intelligenz und Smart Cities im Blick. Das Land werde seinen Wandel von einem Hardwarehersteller hin zu einer datengetriebenen Industrie demonstrieren.

          Enge Wirtschaftsbeziehungen zu Japan

          Für den 5000 Quadratmeter großen Japan-Gemeinschaftsstand haben sich bislang rund 120 Unternehmen angemeldet, nach Angaben der Messe etwa zehnmal so viele wie zuletzt. Darüber hinaus sind – wie auch in diesem Jahr – gut ein Dutzend große japanische Hersteller mit eigenen Messeständen präsent. So stellt etwa Epson eine neue Papier-Recyclingmaschine vor: Das recht voluminöse „Paper Lab“ soll gleich im Büro gebrauchte Blätter zerfasern, ihnen die Farbpigmente entziehen und sie wieder zu brauchbarem Papier zusammenpressen. Mit dem Trockenverfahren können 14 DIN-A4-Seiten je Minute hergestellt werden.

          Der IT-Sicherheitsspezialist Trend Micro zeigt Lösungen zur Abwehr von Gefahren aus dem Internet. „Noch nie waren die Attacken der Kriminellen so raffiniert und so zahlreich“, sagte Technikchef Raimund Genes. Zur Cebit angesagt hat sich der japanische Premierminister Shinzo Abe, der die Messe gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnen will. Günther Horzetzky, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, betonte die engen Wirtschaftsbeziehungen zu Japan. Im vergangenen Jahr kamen für mehr als 22 Milliarden Euro japanische Produkte auf den deutschen Markt. Im Gegenzug führte Japan deutsche Waren im Wert von 17 Milliarden Euro ein. Seine lahmende Wirtschaft versucht das Land schon seit längerem mit einer lockeren Geldpolitik und Konjunkturprogrammen anzukurbeln.

          In Deutschland sind rund 1200 Unternehmen aus Japan ansässig. Von diesen haben sich gut 500 in Nordrhein-Westfalen und hier vor allem rund um Düsseldorf niedergelassen, darunter Nikon, Toshiba und NEC. Mit rund 8000 Mitgliedern zählt die Landeshauptstadt in Europa die drittgrößte japanische Gemeinschaft nach London und Paris.

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