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CDU-Parteitag Hohe Managergehälter: Die Eigentümer sind gefordert

04.12.2007 ·  Auf dem CDU-Parteitag hat Angela Merkel mit scharfen Worten hohe Managervergütungen gegeißelt. Doch der Gesetzgeber sollte sich tunlichst davor hüten, nach Lohnuntergrenzen auch noch Obergrenzen für Gehälter vorzuschreiben. Denn die Preise für Arbeitsleistung müssen sich am Markt bilden.

Von Holger Steltzner
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Beim Gehaltsvergleich schneidet Bundeskanzlerin Angela Merkel schlecht ab. Sie verdient halb so viel wie ein japanischer Automanager, das Zehnfache eines Arbeiters, aber viel weniger als ein Altkanzler, der in der Schweiz Geschäfte für russisches Gas macht. Ein Vergleich zum höchstdotierten deutschen Automanager ist schon deshalb schwierig, weil man 113 Millionen für den Porsche-Vorstand in einen Taschenrechner kaum eingeben kann.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking dürfe davon etwa die Hälfte erhalten. Auch deshalb hat er gewarnt, die Nachricht von seinem Gehalt werde die Republik nicht verkraften. Ob er sich da nicht überschätzt? Jedenfalls weiß nun jeder, warum der gern als Rächer der Enterbten auftretende Wiedeking so verbissen wie erfolglos gegen die Veröffentlichung von Managergehältern gekämpft hat.

Durch die Hintertür

Warum wird mit Geld überschüttet, wer versagt habe, fragte Merkel auf dem CDU-Parteitag. Damit kann sie Wiedeking nicht gemeint haben. Der hat nämlich 5,9 Milliarden Euro für die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch verdient, die ihn als Stammaktionäre so üppig am Erfolg beteiligt haben. Die Verfügung über das Eigentum ist das Recht der Eigentümer. Deshalb sollte sich der Gesetzgeber davor hüten, nach Lohnuntergrenzen auch noch Obergrenzen für Gehälter vorzuschreiben.

Eine feste Relation von Vorstandsgehältern zu anderen Größen wie der Gehaltssumme oder dem Durchschnittsverdienst wäre ökonomischer Unfug. Die Preise für Arbeitsleistung müssen sich am Markt bilden, gemessen am Erfolg der Arbeit. Wer Löhne durch Unter- und Obergrenzen beschränken will, der wird bald auch Preise für Lebensmittel, Energie oder Wohnungen festlegen wollen. Dann würde durch die Hintertür die Wirtschaftsordnung der DDR übernommen. Der Rest ist bekannt, warnt der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard.

Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit

Eine Volkspartei muss aber den Unmut der Leute über die Selbstbedienungsmentalität von Managern ausdrücken dürfen. Zur sozialen Marktwirtschaft gehört ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das haben einige führende deutsche Manager verloren. Sie haben das Eigeninteresse über ihre Gesamtverantwortung gestellt und zur Entfremdung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft maßgeblich beigetragen.

Nun müsse man aufpassen, dass der ganze Laden nicht auseinanderfliegt, wie Merkel es formulierte. Gefordert sind die Eigentümer. In Aktiengesellschaften müssen die Aufsichtsräte die richtigen Anreize in den Vorstandsverträgen setzen; sie dürfen nur wirklich erfolgreiche Manager belohnen.

Quelle: F.A.Z., 04.12.2007, Nr. 282 / Seite 11
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Jahrgang 1962, Herausgeber.

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