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Caritas & Co. Die heimlichen Geschäfte der Wohltäter

 ·  Caritas & Co. sind zu einem gigantischen Wohlfahrtsimperium geworden: Sie betreuen Kinder, beraten Süchtige, pflegen Alte. Aber unter dem Siegel der Gemeinnützigkeit verbergen sich Intransparenz und Ineffizienz.

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Christian Bickel

Monopol

Hier wird ja nur zwischen Wohltätigkeitsunternehmen und anderen größeren Unternehmen unterschieden. Das ist aber nur die eine Hälfte. Es gibt viele sehr kleine und hocheffektive Vereine, die vollständig ohne Angestellte auskommen. Obwohl sie durchaus als gemeinnützig anerkannt sind, erhalten sie für ihre Projekte aus dem großen Kuchen keine Unterstützung. Denn die Haushaltstitel sind für die großen Unternehmen bereits ausgebucht.
Was die Intransparenz der Großen anbetrifft, so trifft das ja auch für deren Auslandsaktivitäten zu. Daher wäre es mal interessant, ob Caritas und Co auch aus Brüssel Zuschüsse erhalten und ob die in den 55 Milliarden schon enthalten sind. Denn von dort werden ja auch humanitäre Projekte finanziert. Hier werden die Bedingungen für die Erlangung von Zuschüssen so formuliert, dass kleinere Organisationen keine Chance haben. Niemand hat Einblick in die dortige Vergabepraxis, weder die nationalen Regierungen noch die Europaabgeordneten. Anträge werden mit einem nichtssagenden Zweizeiler abgelehnt.

Dass vor Ort hin und wieder überteuert abgerechnet wird und sich die Mitarbeiter vor Ort den dadurch entstehenden Gewinn mit dem Anbeitern teilen und sich dadurch bereichern, ist schon öfter vorgekommen.

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Jean Harlsson

Unberechtigte! Privilegierung

Was sollte denn nach Meinung der Vorkommentatoren privilegiert werden? Die "sozialen" Dienstleistungen oder die Art ihrer Bereitstellung. Wenn Sodexho oder wer auch immer im Krankenhaus Nahrung bereitstellt dan ist der nicht anders zu behandeln als die Caritas. Oder unterscheidet sich der Kartoffelsalat der Caritas von dem von Sodexho. De facto wird die Caritas deswegen vom Staat subventioniert weil sie Caritas heisst und aus keinem anderen Grund. Steuern zahlen, wie Herr Teuber in einem anderen Thread richtig bemerkt hat, ohnehin nie die Unternehmen sondern nur Kunden und Angestellte.

Gemeinnuetzige Leistungserstellung ist eine Fiktion. Wenn Mitarbeiter durch hoehere Loehne die Gewinne abschoepfen dann bedeuten steuerliche Privilegien einen direkten Transfer aus der Staatskasse in die Taschen der Angestellten. Wo Manager (oder Oberverwalter) durch Ineffizienz kein Risiko eingehen ihren Job zu verlieren, wird Verschendung verfestigt.
Nur wo ein Eigentuemer bei Ineffizienz Geld verliert besteht letztlich ein Anreitz zur Effizienz.

Einfach schrecklich diese Mischung zwischen "das haben wir immer schon so gemacht", "Unternehmen sind per se boese" und "menno, die nennen sich aber gemeinnuetzig".

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Steffen Rupp

Unbestreitbare (berechtigte) Privilegien

Unbestreitbar genießen konfessionelle Einrichtungen Privilegien, was diverse Befreiungen von Steuern und staatlicher Kontrolle betrifft. Diese Rechte beruhen aber auf einer klaren Wertentscheidung des Grundgesetzes, religiös motiviertes Handeln zu privilegieren (Art. 4 GG, Art. 137ff WRV). Und die Privilegierung ist auch richtig und vernünftig für das Gemeinwesen. Wer hat sich denn sonst in der bürgerlichen Gesellschaft z.B. um körperlich und geistig Behinderte gekümmert?

Und selbst kirchliche Kindergärten sind nach allen Vergleichsrechnungen (z.B. Vollkostenrechnung) für Kommunen stets günstiger als "eigene".

Was natürlich einerseits nicht bedeutet, dass auch Wohlfahrtsverbände mit ihrem Geld sorgsam umgehen müssen, um nicht ihrerseits Opfer ihrer diversen internen Interessengruppen zu werden. Transparenz und wohlverstandene Effizienz im Handeln tut sicher not.

Und manchen muss man sicher auch hier auf die Finger schauen.

Denn die Kirche ist bekanntlich schon seit jeher Heimstatt der Heiligen und Heuchler gleichermaßen.. Und auch Diakonie und Caritas sind vor allem Kirche (!), selbst wenn manche Zeitgenossen sie zu reinen "Dienstleister" degradieren wollen.

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Roland Schrödl

Die heimlichen Geschäfte der Wohltäter

Ja, ja, fallen Sie nur kurz vor Weihnachten wieder einmal über eine kirchliche Wohlfahrtseinrichtung her. Da kommt bei so manchem Freude auf.
Dass es bei der Grösse dieser Organisationen hie und da zu Ineffizienz kommen mag, glaube ich. Ich frage mich gleichzeitig, wo wären wir, gäbe es sie nicht? Glauben Sie allen Ernstes in der Privatwirtschaft sähe dies anders aus? Oder wollen sie gar "den Staat" dafür einspringen lassen? Sehen Sie sich doch staatliche Einrichtungen an. Das beste Beispiel dürfte Ihnen doch der Tod des kleinen Kevin geben. War da nicht "der Staat" gefragt? Und glauben Sie wirklich, private Anbieter könnten all das leisten, ohne Gewinn, was die Kirche hier tut? Den Privatmann zeigen Sie mir 'mal, ohne ihn sich vorher selbst zu backen!

Roland Schrödl

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Roland Schrödl

Die heimlichen Geschäfte der Wohltäter

Ja, ja, fallen Sie nur kurz vor Weihnachten wieder einmal über eine kirchliche Wohlfahrtseinrichtung her. Da kommt bei so manchem Freude auf.
Dass es bei der Grösse dieser Organisationen hie und da zu Ineffizienz kommen mag, glaube ich. Ich frage mich gleichzeitig, wo wären wir, gäbe es sie nicht? Glauben Sie allen Ernstes in der Privatwirtschaft sähe dies anders aus? Oder wollen sie gar "den Staat" dafür einspringen lassen? Sehen Sie sich doch staatliche Einrichtungen an. Das beste Beispiel dürfte Ihnen doch der Tod des kleinen Kevin geben. War da nicht "der Staat" gefragt? Und glauben Sie wirklich, private Anbieter könnten all das leisten, ohne Gewinn, was die Kirche hier tut? Den Privatmann zeigen Sie mir 'mal, ohne ihn sich vorher selbst zu backen!

Roland Schrödl

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BGrabe (BGrabe) - 05.12.2006 10:26 Uhr

Dumme Einseitigkeit

Dieser Artikel stellt in seiner undifferenzierten Darstellung schon eine Dreistigkeit dar, weil Sie einseitig Wirtschaftsinteressen bedient, die die Konkurrenz der Sozialverbände am liebsten aus dem Wege räumen würden. Ahnliches wird im Vereinrecht versucht, damit private Unternehmen dann gegen teures Entgeld die selben Leistungen anbieten können.

Aus Sicht der Anbieter mag das verständlich sein, volkswirtschaftlich ist das blanker Unsinn, der nur den Lebensstandard weiter Bevölkerungkreise mindert zu Gunsten von wenigen Unternehmen.

Selbstverständlich wäre mehr Transparenz von Vorteil, aber warum dies ausgerechnet durch Meldung an die Caritaszentrale erfolgen soll bleibt völlig schleierhaft. Dies würde nur die Macht der unpersönlichen, im Zweifel wenig sozial ausgerichteten, Zentrale stärken und damit das Gegenteil von dem Erreichen was eigentlich wünschenswert wäre.
Damit wird auch klar, worum es eigentlich geht, hier wollen Wirtschaftsinteressen oder Machtsüchtige sich Zugriff auf diesen großen Kuchen verschaffen.

Die FAZ sollte sich schämen, sich so billig instrumentalisieren zu lassen.

B Grabe

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Michael Krause
Michael Krause (MFK1) - 05.12.2006 10:07 Uhr

Verflechtung von Politik und "Wohlfahrt"

55 Mrd. € Umsatz davon 44 Mrd. € aus öffentlicher Hand.
Es wäre interessant gewesen, wenn der Artikel einmal die Verflechtungen der Politik mit diesen "Wohlfahrtsorganisationen" beleuchtet hätte. Dann wäre klar geworden, warum dieses auch in Zeiten leerer Haushaltskassen möglich ist.

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A. Malliki
A. Malliki (a.malliki) - 05.12.2006 08:10 Uhr

Vielen Dank für diesen Bericht!


Er sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

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Kathrin Anderson

Gesagt wird Transparenz, gemeint ist Privatisierung

Herr Hanke nennt die Zahlen: Mit 55 Milliarden ist der Wohlfahrtskuchen einfach zu groß, als dass Kleine wie Global Player darauf keinen Appetit haben können. Und kein Wunder, dass es ihnen auch nicht schmeckt, dass die fast 1,5 Millionen Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände nicht im Niedriglohnbereich arbeiten, sondern durch Tarifverträge zumeist analog BAT geschützt sind. In der Pflege übrigens, agieren, anders als in dem Artikel dargestellt, seit 1994 privatwirtschaftliche Unternehmen. Mit dem Erfolg, dass sie zu einer in Kennziffern erfassten Ware, zu Stückgut geworden ist.
Caritas und Co. zahlen keine Umsatzsteuer weil sie eben nicht gewinnorientiert arbeiten. Bei einem Outsourcing z.B. der deutschen Krankenhausspeisung an die mehrfach zitierte Sodexho-Gruppe dürften sich vor allem deren Aktionäre freuen. Und ein bißchen was fällt dann sogar für gute Taten ab, im Sodexho-Corporate-Governance-Programm "Stop the Hunger"? Und was die Bevorzugung der Gemeinnützigen durch das Spendenrecht anbelangt: Dafür, dass für die Privatisierung aller Lebensbereiche Meinung gemacht wird, sorgen Unternehmen und Wirtschaftsverbände gerne mittels ihrer Stiftungen. Auch das steuerlich gefördert.

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Jahrgang 1953, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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