Hans-Peter Wild betritt den Kapitalmarkt, eine Welt, die ihm sichtbar nicht behagt. Wenn der badische Mittelständler sein Unternehmen, einen der größten Aromenhersteller der Welt samt Tochtergesellschaft Capri-Sonne, fortentwickeln will, bleibt ihm nur kaum etwas anderes übrig.
Wild wird siebzig Jahre alt, seine Söhne wollen offenbar nicht ins Geschäft. Er muss die Weichen stellen. So hat sich der Unternehmer für die Offensive entschieden: Nicht für eine sichere Stiftungslösung, zumindest noch nicht, sondern für die Beteiligung von KKR, einem finanzstarken Private-Equity-Haus.
Mit dem Geld der Amerikaner kann Wild das Geschäft ausbauen, bevor er Teile davon an der Börse verkauft. Ohne die Beteiligung könnte sein Unternehmen den Anschluss an die Weltspitze verlieren.
Hans-Peter Wild steht mit seinen Schwierigkeiten nicht allein. Die Nachfolgeregelung treibt viele Mittelständler um. In der Vergangenheit hat es häufig gekracht, wenn altgediente Unternehmer auf angelsächsische Finanzinvestoren getroffen sind.
Wild ist einer der Ersten, die es nach der Finanzkrise wieder versuchen. Wenn beide Seiten aus den Fehlern lernen, könnte das Beispiel Schule machen.