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Bundestag Amazon-Wahlkampf

 ·  Die Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter bei Amazon in Bad Hersfeld haben jetzt auch den Bundestag beschäftigt. Die Kritik an Amazon ist berechtigt. Zum Wahlkampf taugen die Vorfälle aber nicht.

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Die Debatte wird den Verantwortlichen des Online-Händlers Amazon in den Ohren klingen. Alle Fraktionen im Bundestag waren sich einig: Die Arbeitsbedingungen, die vor Weihnachten für die Leiharbeiter im Versandzentrum in Bad Hersfeld geherrscht haben, waren ein Skandal. Amazon habe so dem Ruf Deutschlands als Einwanderungsland geschadet. Das saß. Und die Kritik ist berechtigt.

Wenn Amazon künftig eine Chance auf seinem wichtigsten Auslandsmarkt haben will, dürfen sich derartige Vorfälle nie mehr wiederholen. Fraglich ist es allerdings, ob der Vorfall dazu Anlass bieten sollte, das Instrument der Zeitarbeit in Deutschland grundsätzlich in Frage zu stellen, eine flächendeckende Einführung von Mindestlöhnen zu fordern oder viel stärker regulierend in befristete Arbeitsverhältnisse einzugreifen.

Denn in der Zeitarbeit gibt es einen Mindestlohn. Selbst Mitarbeiter, die für Amazon tätig wurden, haben eine höhere Entlohnung erhalten als diesen Mindestlohn. Befristete Arbeitsverträge sind eine große Chance: Sogar Amazon hat auf diesem Weg Tausende Mitarbeiter im Anschluss in eine Festanstellung übernommen. Die Vorfälle in Bad Hersfeld waren unerträglich, aber für den Wahlkampf taugen sie nicht.

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20.02.2013, 21:16 Uhr

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