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Bundesschatzbriefe Unerwünschte Sparer

 ·  Vom kommenden Jahr an wird der Bund keine Bundesschatzbriefe oder Finanzierungsschätze mehr auflegen. Der Bund gibt Privatanlegern den Laufpass. Das Signal überrascht.

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© F.A.Z. Bundesschatzbriefe wurden Ende der 60er Jahre erstmals aufgelegt und waren über Jahre hinweg ein beliebtes Sparprodukt. Allerdings ist ihre Bedeutung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, was sicherlich auch an den niedrigen Zinsen von zuletzt 0,05 Prozent gelegen haben dürfte. Hatten Bundesschatzbriefe Ende 2000 noch ein Volumen von 36 Milliarden Euro, sind es gegenwärtig weniger als 8 Milliarden Euro.

Das Signal überrascht im gegenwärtigen Umfeld, in dem der Euroraum über die gemeinsame Haftung für die Kundeneinlagen von Banken diskutiert. Dem deutschen Sparer wird mit der Entscheidung des Bundes ein sicheres Anlageprodukt genommen.

Aber so erfolgreich war das Privatkundengeschäft des Bundes nicht. Auf den Privatkonten der Finanzagentur, die als oberste Schuldenverwalterin des Bundes dafür verantwortlich ist, liegen Einlagen von 8,4 Milliarden Euro. Die Hamburger Sparkasse kommt auf eine fast dreimal so hohe Summe.

Zudem war die Kritik der Banken gerechtfertigt, die darin einen ordnungspolitischen Verstoß sahen. Denn der Bund machte ihnen im Einlagengeschäft mithilfe von Steuergeldern Konkurrenz, ohne die aufsichtsrechtlichen Auflagen einer Bank zu erfüllen.

Anfang des Jahres legte die Umsetzung des Geldwäschegesetzes zudem die Engpässe der Finanzagentur offen und sorgte bei den Kunden nicht zum ersten Mal für Verärgerung. Der Ausbau des Privatkundengeschäfts hätte für den Bund ein Risiko dargestellt, weil der Erfolg fraglich und die Wettbewerbsverzerrung noch offener zu Tage getreten wäre.

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Jahrgang 1967, Redakteur in der Wirtschaft.

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