Die Bundesnetzagentur ist bei der Genehmigung der Preise für den Zugang zum VDSL-Breitbandnetz der Deutschen Telekom deutlich unter den vom Konzern beantragten Entgelten geblieben. Für die Nutzung eines Leerrohres, das Wettbewerber für die Verlegung eigener Glasfaserkabel verwenden wollen, darf die Telekom nur 0,12 Euro statt der geforderten 0,43 Euro im Monat in Rechnung stellen. Die Monatsmiete für einen Einbauplatz in den Multifunktionsgehäusen, den schrankähnlichen grauen Kästen, die die Telekom in vielen Innenstädten aufgestellt hat, beträgt knapp 114 Euro statt der beantragten 173,32 Euro.
Obwohl die Entscheidung wie eine Niederlage der Telekom wirkt, die über das VDSL-Netz Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit in der Sekunde anbietet, erntete die Bundesnetzagentur teils scharfe Kritik von Konkurrenzunternehmen. Grund ist das zugrunde gelegte Kostenmodell. Es unterstellt einen vollständigen Neubau des Netzes, obwohl Teile der Infrastruktur noch aus Monopolzeiten stammen. „Die Mietpreise werden dadurch künstlich nach oben gezogen; sie liegen um 50 bis 100 Prozent über den tatsächlichen Kosten“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM, Jürgen Grützner. Konkurrenten wie Vodafone, die für den Bau eigener schneller Netze auf die VDSL-Struktur der Telekom angewiesen seien, gerieten ins Hintertreffen. Gewinner seien jene Unternehmen, die unabhängig von der Telekom eigene Glasfaser bis in die Wohnungen verlegten und damit noch höhere Geschwindigkeiten erzielten. „Die massenmarkttaugliche VDSL-Technik wird behindert, um Highspeed für die Großstädte zu fördern“, meinte Grützner.
Entsprechend zufrieden zeigte sich der Verband der Glasfaserspezialisten (Buglas). „Die Methodik ist richtig, weil sie einen Investitionsanreiz setzt“, sagte Geschäftsführer Benedikt Kind. Die Netzagentur bezeichnete ihre Entscheidung als „Meilenstein“ für den Breitbandausbau. Die festgelegten Entgelte ermöglichten Wettbewerbern zu fairen Preisen Zugang zur VDSL-Infrastruktur und erlaubten der Telekom durch die Vermietung eine „auskömmliche Zweitverwendung“ des vorhandenen Netzes.