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Bundesnetzagentur : Netzengpässe gefährden Energiewende

Ein Mitarbeiter kontrolliert den Spannungszustand so genannten Stromwandler Bild: ddp

Der dringend nötige Ausbau des Stromnetzes in Deutschland kommt nur stockend voran. Die Hälfte der 24 als besonders dringlich eingestuften Ausbauprojekte ist verzögert. Der Zeitverzug liege zwischen einem und vier Jahren.

          Fehlende Stromleitungen werden zum Engpass für Strom aus erneuerbaren Energien. Weil die Leitungen nicht ausreichen, um den Strom abzuführen, müssen immer mehr Windkraftwerke zwangsweise abgeschaltet werden. Im vorigen Jahr ist der dadurch verursachte Leistungsverlust bereits um 70 Prozent in die Höhe geschossen, wie aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervorgeht. Die Aufsichtsbehörde warnt vor weiteren Verzögerungen des Netzausbaus. Die gegenwärtige Situation sei zwar „noch beherrschbar und lässt sich als stabil und sicher bezeichnen“, sagte Behördenpräsident Matthias Kurth.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Um auch in Zukunft eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, seien aber „massive Investitionen auf allen Netzebenen“ erforderlich. Selbst von den Projekten, welche die Bundesregierung in ihrem Bedarfsplan als vorrangig eingestuft hat, hinkt die Hälfte hinter ihrem Zeitplan her. Nach Angaben der Netzagentur sind Planung und Bau zum Teil vier Jahre im Verzug. Nur 214 Kilometer der aufgeführten 1807 Kilometer Höchstspannungsleitungen sind bisher fertig gestellt.

          Auch bei den übrigen Ausbauvorhaben berichten die Netzbetreiber von Verzögerungen. Hauptgründe sind der Widerstand in der Bevölkerung, der behördliche Genehmigungsverfahren aufhält, Klagen gegen Planfeststellungsverfahren und Lieferengpässe.

          Wie die Netzagentur weiter berichtet, hat die steigende Umlage für die Förderung des Ökostroms in diesem Jahr zum stärksten Anstieg der Strompreise seit Beginn der Regulierung geführt. Dazu beigetragen hätten auch die höheren Vertriebs- und Beschaffungskosten.

          Ein gespaltenes Bild liefert die Wechselbereitschaft der Stromkunden. Einerseits ist die Zahl der Verbraucher, die sich einen anderen Anbieter gesucht haben, im vorigen Jahr auf einen neuen Höchststand von 2,7 Millionen Haushalten gestiegen. Fast die Hälfte aller Verbraucher allerdings hat von ihrer Wechselmöglichkeit noch nie Gebrauch gemacht, und dort scheint die Bereitschaft, sich mit alternativen Angeboten zu beschäftigen, sehr gering zu sein.

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