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CTS Eventim : „Der Türsteher der Konzertwelt ist entmachtet“

  • Aktualisiert am

Auch seine Konzerttickets dürfen nicht mehr exklusiv vertrieben werden: der Rapper Cro. Bild: dpa

Wer darf Konzerttickets verkaufen? Darüber gibt es Streit. Jetzt hat das Bundeskartellamt entschieden. Konzertbesucher bekommen vielleicht bald günstigere Tickets.

          Das Bundeskartellamt hat den Ticketvermarkter CTS Eventim abermals in seine Schranken verwiesen. Nach einem Übernahmeverbot der Konzertagentur Four Artists untersagte die Behörde dem Unternehmen nun Exlusivvereinbarungen mit Vorverkaufsstellen und Veranstaltern von Live-Konzerten und Festivals, wie das Bonner Amt am Montag mitteilte.

          „CTS Eventim ist als Anbieter des mit Abstand größten Ticketsystems in Deutschland marktbeherrschend“, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. Daher unterliege das Unternehmen kartellrechtlich besonderen Pflichten. „Soweit CTS Eventim seine Vertragspartner verpflichtet, Tickets ausschließlich über das Ticketsystem von CTS zu vermitteln, nutzt das Unternehmen seine Marktmacht zulasten des Wettbewerbers aus“, so Mundt. Durch das Verbot der Exklusivvereinbarungen würden nun bedeutende Ticketkontingente für den Vertrieb durch konkurrierende Ticketsysteme geöffnet. Die Wettbewerbshüter waren seit 2015 dem Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung nachgegangen.

          Grüne lobt die Entscheidung

          Im November hatte die Behörde der Übernahme der Konzertagentur Four Artists durch den Ticketvermarkter CTS einen Riegel vorgeschoben. Mit dem Zukauf „würde das Unternehmen Kontrolle über weitere, relevante Ticketkontingente erhalten und seine Marktposition weiter ausbauen“, hatte Mundt die Entscheidung begründet.

          Die grüne Wettbewerbspolitikerin Katharina Dröge lobte die Entscheidung des Bundeskartellamts: „Eventim wurde als ,Türsteher' der Konzertwelt entmachtet“, schreibt sie auf Twitter und nennt dies eine wichtige Entscheidung für einen fairen Wettbewerb.

          Kunden können jetzt darauf hoffen, dass andere Ticketsysteme häufiger zusätzlich zum Zug kommen. Dann könnte ein Wettbewerb um Vorverkaufsgebühren entstehen und die Gebühren sinken.

          In einer Stellungnahme teilte Eventim mit, dass das Bundeskartellamt „den lebhaften Wettbewerb“ verkenne. Der Ticketvermarkter müsse davon ausgehen, „dass das Kartellamt mit einer vorgefassten Überzeugung in dieses Verfahren gegangen ist.“ Sämtliche Ermittlungen in den Verfahren seien darauf ausgerichtet gewesen, diese Überzeugung zu bestätigen. Eventim will die Entscheidung nicht akzeptieren und vor Gericht ziehen.

          Quelle: bern. / Reuters

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