Home
http://www.faz.net/-gqe-16rwo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bundeshaushalt Die Regierung übt sich im Sparen

05.06.2010 ·  Auf ihrer Wochenendklausur will die Regierung ein Sparprogramm beschließen. Beamtengehälter müssen eingefroren, Subventionen gekürzt und Steuervorteile gekappt werden. Die Nerven werden blank liegen. FAZ.NET zeigt die Ausgaben aller Ressorts.

Artikel Bilder (15) Lesermeinungen (28)

Die Bundesregierung trifft sich an diesem Sonntagnachmittag zu einer zweitägigen Klausur in Berlin, um ein Sparprogramm zu beschließen. Zwischen 2011 und 2016 muss das Haushaltsdefizit von gegenwärtig 80 Milliarden jährlich um etwa zehn Milliarden Euro verringert werden, um die Vorgaben der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse einzuhalten.

Während die FDP Steuererhöhungen ablehnt, mehrten sich in der Union die Stimmen, die für höhere Abgaben (etwa auf Tabak) oder die Abschaffung niedriger Mehrwertsteuern warben. Dem widersprach Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dimitrij Medwedjew am Samstag auf Schloss Meseberg bei Berlin sagte sie, es sei „unabdingbar“, das Verhältnis von Zukunftsinvestitionen und Sozialausgaben neu auszutarieren. „Das kann nicht einfach dadurch geschehen, dass man immer die Einnahmen erhöht, man muss auch Strukturen der sozialen Sicherheit effizienter machen.“

In diesem Jahr gibt der Bund 320 Milliarden Euro aus. Die zehn Milliarden Euro müssen im nächsten Jahr in den vierzehn Ressorts eingespart werden. Seit Antritt von Angela Merkel als Kanzlerin im Jahr 2005 sind die Ausgaben um 25 Prozent gestiegen, das sind 60 Milliarden Euro. Im Wesentlichen wurde dieses Geld für soziale Wohltaten verwendet, etwa seit 2007 für das Elterngeld, das vom Familienministerium gezahlt wird. Später war es die Finanzkrise, die den Staat zum Griff in die Kasse ermächtigte.

Es flossen aber auch Milliarden in den Gesundheitsfonds, damit die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Beiträge erhöhen mussten. Der Etat des Gesundheitsministers hat sich daher seit 2006 fast vervierfacht. Den mit Abstand größten Einzeletat hat inzwischen das Arbeits- und Sozialministerium.

Es gibt aber auch zahlreiche Ressorts, die weniger im Blick der Öffentlichkeit stehen, aber dennoch hohe Ausgaben haben. Dazu zählen das Umweltministerium, das aus vielen Töpfen die Öko-Energie fördert, sowie das Außenministerium.

Zu den Tabellen: Die Ausgaben aller Ressorts im Überblick

Zusammengestellt von Konrad Mrusek und Stefan Walter

Quelle: km./F.A.S.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 1 1

29.05.2012 17:39 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.564,10 +0,88%
EUR/USD 1,2483 −0,46%
Rohöl Brent Crude 106,39 $ −0,81%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.