Axel Weber hat selbst den Sockel zertrümmert, auf dem einmal sein Denkmal hätte stehen können. Als Präsident der Bundesbank und Verfechter deutscher Stabilitätskultur von internationalem Rang hätte er in die geldpolitischen Geschichtsbücher eingehen können. Er hätte sogar Präsident der Europäischen Zentralbank werden können.
Wessen Eitelkeit wäre nicht geschmeichelt, wenn 320 Millionen Europäer mit der eigenen Unterschrift auf Banknoten bezahlen? Das alles hat Weber durch sein Verhalten hingeworfen. Warum bloß?
Natürlich wurde er im EZB-Rat und auch von Politikern angegriffen, als er den Tabubruch der EZB beim Namen nannte, Anleihen von wankenden Staatsschuldnern zu kaufen. Die Finanzierung von Staatshaushalten ist nun mal für Staaten bequem, für jede Notenbank aber eine Todsünde. Selbstverständlich hat er für seine Kritik aus Berlin keine Rückendeckung bekommen. Diese Arbeitsteilung gehört zum geldpolitischen Geschäft. Dass Weber ein solches Amt einfach weggeworfen und den Ruf seines Landes verworfen hat, wird ihn lange verfolgen. Sein Nachfolger an der Spitze der Bundesbank muss standfester sein, um Weber vergessen zu machen.
Wir sind doch längst alle zurückgetreten: Berlin steht ohne Volk da.
Rupert Brasch (aepfelundbirnen)
- 11.02.2011, 19:31 Uhr
Die Pflicht tun?
Michael Radloff (melursus)
- 11.02.2011, 20:11 Uhr
Wer hat weggeworfen?
(KonzeptionVerlassen)
- 11.02.2011, 20:30 Uhr
Das Aufatmen in Paris ist bis nach Berlin zu hoeren
Ralf Kowollik (InterNETkobold)
- 11.02.2011, 20:30 Uhr
"Nach diplomatischen Maßstäben äußerst unhöflich"
Rupert Brasch (aepfelundbirnen)
- 11.02.2011, 20:47 Uhr