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Risikoabsicherung

Bundesbank warnt vor Abwertungswettlauf G 7 erwägen Signal gegen Währungskrieg

Die Gruppe der sieben großen Industriestaaten steht kurz vor einer gemeinsamen Erklärung gegen politisch gesteuerte Wechselkurse, um Abwertungswettläufen entgegenzuwirken. Japan dürfte es schwer fallen, das Bekenntnis uneingeschränkt mitzutragen.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Umstrittene Wechselkurse

Die Finanzminister der sieben großen Industriestaaten (G 7) erörtern eine Erklärung, um Sorgen vor einem „Währungskrieg“ zu ersticken. Der Entwurf enthält ein Bekenntnis zu marktbasierten bestimmten Wechselkursen. Vor allem Japan dürfte es schwer fallen, das mitzutragen. Das Land hatte im Januar mit der Lockerung seiner Geldpolitik und der Yen-Abwertung die Debatte über einen Abwertungswettlauf aufflammen lassen. Die Erklärung der G 7 soll noch vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der großen Industrie- und Schwellenländer (G 20) am Wochenende in Moskau veröffentlicht werden. Offensichtlich versucht die Siebenergruppe, die Wechselkursfrage aus den G-20-Gesprächen herauszuhalten.

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Die Vereinigten Staaten erklärten am Montag, die G-7-Staaten stünden in engem Kontakt. Es gebe eine große Übereinstimmung in der Gruppe, dass Wechselkurse am Markt bestimmt werden sollten, sagte die Staatssekretärin im Finanzministerium, Lael Brainard, in Washington vor Journalisten. Ausnahmen seien „seltene Umstände“, wenn zu große Schwankungen oder ungeordnete Bewegungen eine Kooperation erforderlich machen könnten. Die G-7-Finanzminister hatten sich zuletzt im September 2011 zu Wechselkursfragen geäußert und sich auch damals zu marktbasierten Wechselkursen bekannt.

Vereinigte Staaten fordern flexible Wechselkurse

„Die G-7 habe seit langem Regeln zur Wechselkurspolitik und Japan ist Teil der G-7“, sagte Brainard. Fiskal- und Geldpolitik sollten sich an heimischen Zielen orientieren, um so das eigene Wachstum und die Weltwirtschaft zu fördern. Brainard forderte die G-20-Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer auf, die Verpflichtung zu marktbasierten Wechselkursen zu erfüllen. Damit zielt Amerika vor allem auf G-20-Mitglied China, das den Wechselkurs des Renminbi-Yuan unter enger Kontrolle hält.

Russland, das in diesem Jahr der G-20-Gruppe vorsteht, hält sich in dem Wechselkursstreit bedeckt. Der Vize-Gouverneur der Zentralbank, Alexei Ulyukayev, hatte im Januar zwar vor „Währungskriegen“ gewarnt. Seither aber haben Regierungsvertreter das Thema heruntergespielt. Der Siebenergruppe gehören neben dem derzeitigen Vorsitzenden Vereinigtes Königreich Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die Vereinigten Staaten an. Sorge über einen drohenden Abwertungswettlauf hatten zuletzt unter anderen EU-Währungskommissar Olli Rehn und der kanadische Finanzminister James Flaherty geäußert.

Frankreich klagt über Euro-Aufwertung

Auch die Finanzminister des Euroraums diskutierten am Montagabend in Brüssel über die Wechselkurspolitik. Der neue Vorsitzende der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem, sagte danach, man sei sich einig gewesen, dass das Thema – „wenn überhaupt“ – auf dem G-20-Treffen zu diskutieren sei. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hatte davor gesagt, der starke Euro sei auch „durch aggressiveres Vorgehen unserer Partner“ begründet. „Wir müssen einen gemeinsamen Ansatz finden“, forderte Moscovici. Es gehe darum, für stabile Wechselkurse zu sorgen, die die wirtschaftlichen Gegebenheiten in den einzelnen Währungsräumen widerspiegelten.

Moscovici ließ offen, wie weit der „gemeinsame Ansatz“  gehen sollte. Frankreich fürchtet, dass seine Wirtschaft aufgrund des gestiegenen Euro-Kurses an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Das Bundeswirtschaftsministerium wandte sich am Montag gegen eine politische Beeinflussung der Wechselkurse. „Maßnahmen, die auf die Schwächung der Währung abzielen, können keinen Beitrag zur dauerhaften Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit leisten“, teilte das Ministerium mit.

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