Der Streit um Sarrazins Thesen mag mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand enden. Das kann jeder – je nach politischer Überzeugung – anders bewerten.
Skandalös ist aber, wie Politiker die von ihnen selbst verschuldete Affäre nutzen, um die Bundesbank zu beschädigen. SPD-Politiker haben ihren Parteifreund Sarrazin ins Amt gehoben, obwohl Sarrazin seit Jahren seine Ansichten offen kundtut. Davon will heute niemand etwas wissen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel gab mit ihrer kaum verklausulierten Dienstanweisung an Bundesbank-Präsident Axel Weber, die Affäre Sarrazin zu beenden, den Startschuss für eine beispiellose Kampagne.
Vom Hinterbänkler über Bundesminister bis zum Bundespräsidenten überboten sich alle darin, die Entlassung Sarrazins zu fordern. Die Bundesbank hat nun geliefert und damit ihr wichtigstes Kapital, den Ruf, unabhängig von der Politik zu sein, erst mal verspielt. Dass dadurch auch die Karrierehoffnung Webers mit Blick auf die EZB-Präsidentschaft leiden dürfte, ist nur noch ein Kollateralschaden.
Nicht ganz...
L. Richard (LarsenI)
- 02.09.2010, 19:45 Uhr
Nicht nur die BB hat ihren Ruf verspielt...
Andre Lerer (Moose_Cross)
- 02.09.2010, 19:50 Uhr
Kluge Entscheidung
jürgen beck (j.beck)
- 02.09.2010, 19:53 Uhr
Die Bundesbank handelt im eigenen Interesse
Ralf Kowollik (InterNETkobold)
- 02.09.2010, 19:55 Uhr
Das Gegenteil trifft zu
Karl Meier (KarlMeier)
- 02.09.2010, 20:03 Uhr