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Büro-Organisation : Lufthansa-Mitarbeiter verlieren ihre festen Schreibtische

Das gruselt den Controller: Leere Schreibtische von Lufthansa-Mitarbeitern am Frankfurter Flughafen Bild: Sebastian Cunitz

Die Lufthansa revolutioniert ihre Arbeitswelt. Um die Großraumbüros noch effizienter zu nutzen, soll künftig niemand mehr einen eigenen Schreibtisch allein für sich haben. Wer morgens kommt, darf sich ein Plätzchen suchen, muss seine Sachen abends aber wieder hübsch abräumen.

          Lufthansa-Chef Carsten Spohr, 49, hat eine Revolution im Büro losgetreten: Der Konzern schafft die festen Arbeitsplätze ab. Abteilung für Abteilung verlieren die Mitarbeiter in der Frankfurter Zentrale ihren angestammten Schreibtisch. Einzelbüros gibt es sowieso nicht mehr, künftig sind die Mitarbeiter immer auf dem Sprung. Jeden Morgen müssen sie für sich und ihren Laptop in den Weiten des Großraumbüros ein Plätzchen suchen, abends alles hübsch wegräumen, Akten und Arbeitsgerät landen in der Tasche oder im Spind. Am nächsten Tag beginnt das Prozedere von neuem.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Kindergarten nannte sich das Spiel „Reise nach Jerusalem“, mit dem Clou, dass es immer einen Stuhl weniger gab, als Kinder da waren. Genau so hält auch Spohr seine Leute auf Trab. Es gibt deutlich weniger Schreibtische als Personal, das spart Raumkosten. Nur für zwei von drei Angestellten ist noch ein Arbeitsplatz vorgesehen.

          Wer spät kommt, und es sind zu wenige Kollegen krank oder auf Dienstreise, hat Pech. Es wartet vielleicht ein Stehpult zur Not, ein Platz im Flur oder allenfalls in einer Besprechungsecke. Klüger ist es, der Mitarbeiter kehrt um und arbeitet von zu Hause aus: Das „home office“ ist ausdrücklich erwünscht. „Die Präsenzpflicht ist ein Auslaufmodell“, bestätigt ein Lufthansa-Sprecher.

          Lufthansa-Chef Carsten Spohr
          Lufthansa-Chef Carsten Spohr : Bild: Frank Röth

          Das ganze Programm nennt sich „New Workspace“ und wurde im Konzern ausgiebig getestet. Aus „traditionellen Büroräumen werden flexible Bürolandschaften“, bekamen die Mitarbeiter eingetrichtert in den Schulungen, in denen die Zweifler auf den neuen Kurs eingeschworen werden sollten.

          Noch in diesem Jahr, angepeilt ist der Herbst, will Spohr die Revolution vollendet sehen, sämtliche der knapp 2000 Mitarbeiter in der Zentrale werden sich dann an das neue Leben gewöhnen müssen. Die beruhigende Nachricht zum Schluss: Wenn die Piloten morgens zu ihrer Schicht erscheinen, müssen sie sich nicht um den Arbeitsplatz balgen, ihr Sitz vorne im Flieger bleibt reserviert.

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