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Buchmarkt : Random House und Penguin wollen fusionieren

Random House und Penguin gehören bereits jetzt zu den vier größten Buchverlagen der Welt. Bild: Rüchel, Dieter

Auf dem europäischen Buchmarkt zeichnet sich eine große Fusion ab. Die Medienkonzerne Bertelsmann und Pearson sprechen über einen möglichen Zusammenschluss ihrer Verlagstöchter Random House und Penguin.

          Im internationalen Buchgeschäft bahnt sich ein großer Zusammenschluss an. Der Bertelsmann gehörende Buchverlag Random House verhandelt über eine Fusion mit dem britischen Verlag Penguin Books. Dies hat der Eigentümer von Penguin, der Londoner Medienkonzern Pearson, am Donnerstagabend bestätigt. Man habe aber noch keine Einigung erzielt, und es sei nicht sicher, dass die Gespräche zu einer Transaktion führten, erklärte Pearson. Bertelsmann verweigerte jeglichen Kommentar.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Random House ist mit einem Umsatz von zuletzt 1,8 Milliarden Euro und 5300 Mitarbeitern der größte Publikumsverlag der Welt. Zuletzt hatte der Verlag durch den Erotik-Bestseller „Shades of Grey“ für Aufsehen und steigende Umsätze gesorgt. Penguin setzte 2011 umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 135 Millionen Euro. Der Verlag hat international erfolgreiche Autoren wie Ken Follett und Jamie Oliver unter Vertrag.

          Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte sich der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe jüngst offen gezeigt für einen Schulterschluss im Buchgeschäft. Er hatte zwar betont, dass er Random House für „hervorragend aufgestellt“ hält. „Trotzdem sind wir generell offen für eine Konsolidierung, aber nur unter unserer Führung“, sagte Rabe (F.A.Z. vom 14. September).

          Wenn es zur Fusion kommt, wird Bertelsmann also der größte Anteilseigner sein. Kartellrechtliche Hürden könnten die Unternehmen aber dazu zwingen, Teile ihres Geschäfts abzugeben. Deutschland wäre davon nicht betroffen, weil Penguin im hiesigen Buchmarkt nicht vertreten ist. Innerhalb von Pearson ist Penguin zum Randgeschäft geworden, das 2011 knapp 20 Prozent zum Gruppenumsatz beisteuerte. Stattdessen konzentriert sich Pearson immer stärker auf Schulbuch- und Bildungsliteratur, wo der Konzern Weltmarktführer ist. Anfang Oktober hatten die Briten überraschend einen Führungswechsel angekündigt: Zum Jahreswechsel soll John Fallon die langjährige Pearson-Chefin Marjorie Scardino ablösen.

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