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Veröffentlicht: 02.07.2016, 16:09 Uhr

Anti-Brexit-Demo in London „Never gonna give EU up“

In London haben Zehntausende für einen Verbleib Großbritanniens in der EU demonstriert. Königin Elisabeth fordert unterdessen im schottischen Parlament „genügend Raum für ruhiges Denken und Überlegen“.

© Reuters Aus „Never gonna give you up“ von Rick Astley wird „Never gonna give EU up“.

Zehntausende Demonstranten haben in London gegen das britische Brexit-Votum protestiert. Die zumeist jungen Leute trugen bei ihrem Marsch durch die Innenstadt am Samstag Europaflaggen mit sich und riefen „Ich liebe die EU“. Der Sender BBC sprach von schätzungsweise 40.000 Teilnehmern.

Die Veranstalter fordern unter anderem, das britische Parlament solle das Votum des EU-Referendums aus der vergangenen Woche aufheben. Die Zukunft Großbritanniens liege in der Europäischen Union (EU). Zugleich beschäftigten sich Konservative und die Labour-Partei weiterhin mit Personalfragen. Königin Elisabeth II. rief zu Ruhe und Besonnenheit in schwierigen Zeiten auf.

Der Phantasie der Pro-EU Demonstranten waren keine Grenzen gesetzt. Viele waren gelb und blau bemalt, trugen Kleidung in den Farben der EU-Flagge oder schwenkten die Fahne in den Händen. Sie sangen „Wir lieben Dich, EU“ und texteten Lieder wie „Never gonna give you up“ von Rick Astley in „Never gonna give EU up“ um.

41007018 © AFP Vergrößern Pro-EU-Demonstranten auf dem Parliament Square in London

Der von den Organisatoren „Marsch für Europa“ getaufte Protestzug startete im Londoner Hyde Park und zog friedlich durch die Straßen der britischen Hauptstadt. Als die Menge in der Downing Street vorbeikam, riefen einige Demonstranten „Schande über Dich“. In der Hausnummer Zehn hat Premier Cameron seinen Amtssitz. Die Demonstration endete schließlich am Parlament.

41006921 © AFP Vergrößern Königin Elisabeth wird im schottischen Parlament empfangen.

Inzwischen haben rund vier Millionen Briten eine Online-Petition für ein zweites Referendum unterschrieben. Allerdings hat das zuständige Komitee im Unterhaus Zweifel geäußert, ob alle Unterschriften gültig seien. Die derzeit entscheidenden Politiker in London betonen, es gebe kein Zurück. Das Votum von 17 Millionen Briten (rund 52 Prozent) für einen Austritt aus der EU müsse umgesetzt werden.

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Ohne das Thema Brexit beim Namen zu nennen, sagte die Queen bei der feierlichen Eröffnung des neugewählten schottischen Parlaments in Edinburgh die Notwendigkeit, „ruhig und gefasst zu bleiben“. Gerade in Zeiten schneller Entwicklungen brauche es „genügend Raum für ruhiges Denken und Überlegen“. Das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs hält sich traditionell aus der Tagespolitik heraus.

41010169 © AFP Vergrößern Schätzungsweise rund 40.000 Demonstranten säumten die Straßen.

Die Konservativen suchen unterdessen weiter einen Nachfolger für Premierminister David Cameron, der nach seiner Niederlage beim Referendum für die nächsten Monate seinen Rückzug angekündigt hatte. Innenministerin Theresa May gilt weiter als Favoritin.

Derweil steigt der Druck auf Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn zurückzutreten. Laut BBC sind Parteigranden dabei, dem 67-Jährigen einen ehrenvollen Abgang ohne Gesichtsverlust zu ermöglichen. Trotz eines Misstrauensvotums der Labour-Abgeordneten will Corbyn im Amt bleiben. Sein Argument: Die Parteibasis hat ihn erst im September mit rund 60 Prozent gewählt, er wolle sie nicht enttäuschen. Kritiker fürchten, mit Corbyn an der Spitze künftige Wahlen zu verlieren.

© AFP, afp Tausende Briten demonstrieren in London gegen Brexit

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Von Hanno Mußler

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