http://www.faz.net/-gqe-93cbg

EU-Austritt der Briten : Notenbank warnt: 75.000 verlorene Finanzjobs durch Brexit plausibel

  • Aktualisiert am

Canary Wharf ist der Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt. Bild: RAIN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Wenn die Briten die EU verlassen, sind viele Arbeitsplätze in der wichtigen Finanzbranche bedroht. Der stellvertretende Zentralbankchef legt nicht mal die schlimmste Schätzung vor.

          Die britische Notenbank rechnet mit einem deutlichen Stellenabbau in der Finanzbranche durch den geplanten Ausstieg aus der EU. Zentralbank-Vize Sam Woods nannte einen Verlust von bis zu 75.000 Arbeitsplätzen bei Banken und Versicherern „plausibel“. Vor einem Ausschuss des Oberhauses sagte er an diesem Mittwoch, zum angestrebten Brexit-Zeitpunkt im März 2019 könnte der wichtige Wirtschaftszweig bereits ungefähr 10.000 Stellen eingebüßt haben.

          Die Austrittspläne bereiten nicht nur britischen, sondern auch amerikanischen und asiatischen Finanzinstituten Sorgen. Denn nach dem Brexit können Geldhäuser von London aus voraussichtlich keine Produkte mehr in den verbleibenden 27 EU-Staaten verkaufen. Zumindest benötigen sie dafür dann eine Banklizenz in einem dieser Länder.

          Allein die britischen Finanzdienstleister und Versicherer beschäftigen insgesamt 1,1 Millionen Menschen, die meisten davon im Inlandsgeschäft. Einige Unternehmen haben bereits Mitarbeiter aus Großbritannien abgezogen. Andere warten ab, ob sich die EU und die Regierung in London auf eine Übergangsphase für einen reibungslosen Brexit einigen können.

          Zu den drohenden Stellenverlusten der Finanzindustrie in Großbritannien gibt es bislang sehr unterschiedliche Schätzungen. Die Brüsseler Forschungsgruppe Bruegel sagte einen Abbau von 30.000 Jobs voraus. Der Chef der Londoner Börse, Xavier Rolet, brachte dagegen die Zahl von 232.000 ins Spiel. Die von Notenbank-Vize Woods angeführte Spanne von 65.000 bis 75.000 Arbeitsplätzen stammt seinen Worten zufolge zwar nicht von der Bank von England selbst, sondern von der Beratungsfirma Oliver Wyman. Deren Schätzung liege aber in einem glaubhaften Rahmen möglicher Szenarien.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Anklage gegen Russen : Donald Trump und die Wilde 13

          Sonderstaatsanwalt Mueller klagt Russen an, die von langer Hand Wahlmanipulationen geplant haben sollen, und legt deren nicht immer professionelle Methoden offen.
          Peter Tauber hört als CDU-Generalsekretär auf

          CDU-Generalsekretär Tauber : Am Ende fehlte ihm die Autorität

          Den einen war er zu konservativ, den anderen zu modern: Nach vier Jahren im Amt als CDU-Generalsekretär hört Peter Tauber auf. Kanzlerin Merkel könnte schon morgen einen Nachfolger vorschlagen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.