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„Brexit“ : Draghi warnt Briten vor EU-Austritt

  • Aktualisiert am

EZB-Präsident Mario Draghi Bild: Reuters

Großbritannien würde im Fall eines „Brexits“ alle Vorteile des EU-Binnenmarktes verlieren, erklärte der EZB-Chef. An Bundeskanzlerin Merkel richtete er eine Bitte.

          EZB-Präsident Mario Draghi hat das britische Volk vor einem EU-Austritt und dessen wirtschaftlichen Folgen gewarnt. „Ich kann und will nicht glauben, dass die Briten für einen Austritt stimmen“, sagte der Italiener der „Bild“-Zeitung mit Blick auf das „Brexit“-Referendum Ende Juni. „Gemeinsam sind wir stärker. Aber wenn sie es doch tun, muss ihnen klar sein: Sie verlieren all die Vorteile des Binnenmarkts.“

          Zugleich warnte er vor Gefahren für Europa. „Wir erleben mehrere Krisen, die alle mit einander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken“, sagte Draghi. „Umso wichtiger ist es, jedem Nationalismus und Isolationismus zu widerstehen. Beide sind aber auf dem Vormarsch. Das ist meine große Sorge.“ Von Bundeskanzlerin Angela Merkel wünsche er sich, „dass sie weiter für Europa kämpft“.

          Die Briten müssen am 23. Juni in einem Referendum entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Einer neuen Umfrage zufolge liegen EU-Gegner und -Anhänger in Großbritannien weiterhin Kopf an Kopf, mit leichten Vorteilen für die Verfechter eines sogenannten Brexits. Demnach sind 42 Prozent für einen Austritt und 41 Prozent für einen Verbleib in der EU, wie aus einer Umfrage des Instituts YouGov für die Zeitung „Times“ hervorgeht. Vier Prozent der Befragten erklärten, sie wollten sich nicht an dem Volksentscheid im Juni beteiligen, 13 seien noch unentschlossen.

          Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wäre die britische Wirtschaftskraft bei einem „Brexit“ im Jahr 2020 um über drei Prozent niedriger als bei einem Verbleib in der EU.

          Quelle: saz./Reuters/dpa

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