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Börsenprospekt kommt Facebook läutet heiße Phase für Gang an die Wall Street ein

01.02.2012 ·  Facebook dürfte in Kürze den Börsenprospekt vorlegen. Der tatsächliche Börsengang könnte dann innerhalb weniger Monate folgen. Einige Details sind bereits durchgesickert.

Von Roland Lindner, New York
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© F.A.Z. Facebook

Das soziale Netzwerk Facebook ist mit den Vorbereitungen für seinen mit Spannung erwarteten Börsengang auf der Zielgeraden: Noch für den Mittwoch wurde die Vorlage des Börsenprospekts bei der Aufsichtsbehörde SEC erwartet. Die Veröffentlichung dieses Dokuments läutet die heiße Phase für den Börsengang ein, der dann innerhalb weniger Monate stattfinden könnte. Zwei prominente Börsenneulinge der Internetbranche aus den vergangenen Monaten, die Schnäppchenplattform Groupon und der Spieleanbieter Zynga, ließen jeweils knapp ein halbes Jahr zwischen der Vorlage des Prospekts und der Premiere an der Wall Street vergehen. Nach Meinung von Beobachtern könnte Facebook aber schneller sein.

Am Mittwochabend deutscher Zeit liegt der Prospekt noch nicht vor. Einige Details sind im Vorfeld bereits durchgesickert: So hat sich offenbar Morgan Stanley die Rolle als führende Konsortialbank gesichert und dabei den Rivalen Goldman Sachs ausgestochen, der aber ebenfalls involviert sein soll. Facebook könnte Medienberichten zufolge einen geplanten Emissionserlös von 5 Milliarden Dollar angeben. Dieser Betrag hat womöglich zunächst nur eine Platzhalterfunktion und könnte am Ende höher ausfallen. Facebook peilt angeblich eine Bewertung von 75 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar an. Damit würde das Unternehmen den Börsengang seines Rivalen Google im Jahr 2004 in den Schatten stellen. Google nahm damals 1,9 Milliarden Dollar ein und schaffte zunächst eine Bewertung von 23 Milliarden Dollar. Heute hat Google eine Marktkapitalisierung von knapp 190 Milliarden Dollar. Angeblich will sich Facebook in seinem Prospekt noch nicht festlegen, ob die Aktien an der New York Stock Exchange oder an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden sollen.

Der Börsenprospekt wird erstmals detaillierte Einblicke in die Finanzlage des 2004 gegründeten Unternehmens geben. Facebook macht den größten Teil seines Umsatzes mit Werbung auf seiner Seite. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Emarketer hat Facebook im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,3 Milliarden Dollar geschafft. Zum Vergleich: Google wies für 2011 einen Umsatz von 37,9 Milliarden Dollar aus. Facebook dürfte auch Angaben zur Verwendung des Börsenerlöses machen. Wie viel Geld zur Verfügung steht, hängt auch davon ab, in welchem Umfang die angebotenen Aktien vom Unternehmen selbst kommen oder von bestehenden Aktionären, die mit ihren Anteilen Kasse machen. Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg ist der bedeutendste Aktionär, sein Anteil wird auf 24 Prozent geschätzt. Dahinter folgen mit je zehn Prozent die Wagniskapitalgesellschaft Accel Partners und die Internetholding Digital Sky.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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