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Börsenlandschaft Deutsche Börse setzt Fusionsgespräche aus

08.11.2006 ·  Eine Fusion der Deutschen Börse mit der Borsa Italiana ist unwahrscheinlicher geworden: Die Gespräche über einen Zusammenschluß sind vorerst ausgesetzt. Damit ist die Deutsche Börse weiter auf Partnersuche.

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Im internationalen Poker um die Vierländerbörse Euronext hat die Deutsche Börse die Gespräche mit der Mailänder Börse (Borsa Italiana) ausgesetzt.

„Im Zuge der Verhandlungen im Anschluß an die Unterzeichnung des Letter of Intent ist deutlich geworden, daß eine Einigung in einigen wesentlichen Punkten kurzfristig nicht zu erreichen war“, hieß es in einer am Dienstagabend verbreiteten Erklärung des Börsenbetreibers in Frankfurt am Main. Die Deutsche Börse bedauere diese Entwicklung, habe sich vor diesem Hintergrund jedoch entschieden, die Gespräche bis auf weiteres nicht fortzuführen.

Kampf um Euronext

Die Deutsche Börse und die Borsa Italiana hatten im Oktober eine gemeinsame Absichtserklärung für die Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft unterzeichnet. Von dem Zusammengehen mit Mailand erhoffte sich die Deutsche Börse laut Medienberichten, im Kampf um die französisch dominierte Euronext-Börse doch noch die Oberhand zu gewinnen.

Die Borsa Italiana und die Deutsche Börse wollten laut der Absichtserklärung gemeinsam die Grundlagen für ein Zusammengehen mit der Vierländerbörse Euronext bilden. Damit sollte der ebenfalls für Dezember geplanten Abstimmung der Euronext-Aktionäre über die geplante Fusion der Vierländerbörse mit der New York Stock Exchange (Nyse) zuvorgekommen werden.

Europäische Börsenorganisation weiter angestrebt

Trotz der ausgesetzten Gespräche strebt die Deutsche Börse anscheinend weiter die Schaffung einer europäischen Börsenorganisation an. „Wir verfolgen weiterhin einen Zusammenschluß mit der Euronext“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse am Dienstagabend gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Euronext-Chef Jean-François Théodore, der die Allianz mit der Wall Street favorisiert, hatte einem Zusammengehen mit der Deutschen Börse eine Absage erteilt. Die Allianz mit der New Yorker Börse ist in den vier Euronext-Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande und Portugal nicht unumstritten. Die Kritiker fürchten, daß dadurch das langfristige Ziel eines einheitlichen europäischen Finanzmarkts gefährdet werden könnte.

Die Euronext betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie den Londoner Terminmarkt Euronext Liffe. Derzeit liegt das Angebot der Nyse für die Euronext leicht über der deutschen Offerte. Beide sind an die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen gekoppelt. Die Deutsche Börse hatte ihr Fusionsvorhaben ungeachtet aller Widerstände kürzlich bei der Europäischen Kommission angemeldet.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP, Dow Jones und Reuters
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Von Heike Göbel

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