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Börsengang Finanzkreise: Preis für Postbank-Aktie wird deutlich gesenkt

18.06.2004 ·  Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, doch Finanzspezialisten gehen davon aus, daß die Postbank den Preis für ihre Aktie auf 32 bis 28 Euro senken wird. Auch der geplante Börsengang am Montag sei fraglich.

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Die Deutsche Post wird die von Investoren als zu hoch kritisierte Preisspanne für den Börsengang ihrer Tochter Postbank nach Angaben aus Finanzkreisen nun doch senken. Zudem werde die Postbank am Montag nicht wie geplant an die Börse gehen, hieß es am Freitag in den Kreisen. Vielmehr wolle die Post die Aktien mit einer deutlich niedrigeren Preisspanne von 28 bis 32 Euro statt wie bisher 31,50 bis 36,50 Euro anbieten, berichteten mehrere Quellen unabhängig voneinander. Das Modell für die Absenkung der Preisspanne stehe und werde umgesetzt.

Zudem solle eine Wandelanleihe mit einem Volumen von einer Milliarde Euro an den Markt gebracht werden, damit die Post doch noch die angestrebten 2,6 Milliarden Euro erhalten könne. Die Finanzkreise bestätigten damit einen Vorabbericht der Zeitung „Die Welt". Bei der Post war am Freitag abend keine Stellungnahme zu den Angaben aus Finanzkreisen zu erhalten.

Keine offiziellen Stellungnahmen

Ein Post-Sprecher hatte zuvor den Bericht der „Welt“ nicht kommentieren wollen und darauf verwiesen, daß die Gremien der Post erst ab Samstag tagen wollten. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte am Abend ebenfalls keinen Kommentar zu den Spekulationen abgeben.

Die Zeichnungsfrist mit der alten Preisspanne für die Postbank-Aktien war am Freitag um 18 Uhr abgelaufen. Ein Sprecher der Post hatte in den vergangenen Tagen immer wieder unterstrichen, daß es eine Absenkung der Preisspanne nicht geben werde. Auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums hatte noch am Mittag in Berlin gesagt, der Bund als größter Post-Aktionär habe keine Hinweise auf Veränderungen der Modalitäten des Börsengangs (IPO). Zudem hatte es geheißen, eine weitere Alternative sei eine Absage des Börsengangs der Postbank. Die Post hatte dies in der Vergangenheit indes nur als theoretische Möglichkeit bezeichnet.

Erste Signale vor Ende der Zeichnungsfrist

In Bankenkreisen hatte es bereits vor dem Ende der Zeichnungsfrist geheißen, daß es erste Signale gebe, daß die Post die Preisspanne doch noch absenken könne. Denkbar sei etwa eine Verlängerung der Zeichnungsfrist, hatte es geheißen. Die Preisspanne war von Investoren mehrfach als zu hoch kritisiert worden. Am Aktienmarkt war am Freitag fieberhaft diskutiert worden, ob der größte Börsengang in Deutschland seit rund vier Jahren in letzter Minute wegen schleppender Nachfrage doch noch abgesagt oder die Preisspanne gesenkt werden könnte.

Im vorbörslichen Handel kosteten die Papiere der mit 11,5 Millionen Kunden größten deutschen Filialbank 31,50 Euro und notierten damit erneut am unteren Ende der bisherigen Preisspanne. Die Post wollte biszu 49,9 Prozent der Postbank-Anteile oder nahezu 82 Millionen Aktien an die Börse bringen. Bei einem Ausgabepreis von 31,50 Euro hätte die Post rund 2,6 Milliarden Euro erlöst. Durch eine Absenkung der Preisspanne kann der Konzern diese Summe nicht einstreichen. Dies könnte mit einer Wandelanleihe aufgefangen werden.

Ein komplettes Scheitern des Börsenganges soll auf jeden Fall verhindert werden, um einen schweren Imageschaden für den Finanzplatz Deutschland zu verhindern.

Quelle: @FAZ.NET mit Material von Reuters
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