02.07.2008 · Einmal China und zurück - diesen Weg geht der Stofftierhersteller Steiff. Qualitätsprobleme und lange Lieferzeiten sorgen dafür, dass die Schwaben ihre Produktion im Reich der Mitte bis 2010 wieder nach Deutschland zurückholen wollen.
Der traditionsreiche Stofftierhersteller Steiff will bis zum Jahr 2010 seine teilweise nach China verlagerte Produktion zurück nach Deutschland holen. „Es werden in Zukunft keine Steiff-Tiere mehr in China produziert“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Bereits zu Beginn des Jahres habe das Traditionsunternehmen damit begonnen, die Produktion Schritt für Schritt aus dem asiatischen Land zurückzuholen.
Als Gründe nannte Steiff-Geschäftsführer Martin Frechen in den „Stuttgarter Nachrichten“ Qualitätsprobleme und lange Lieferzeiten. Die Produktion in Fernost sei „für ein Qualitätsprodukt einfach nicht kalkulierbar“.
Seit vier Jahren lässt Steiff in China über Fremdfirmen produzieren
Mit einer Schadstoff-Belastung von Produkten habe Steiff aber nicht zu kämpfen gehabt, betonte die Sprecherin. Mit dem Vertrieb will das Familienunternehmen auch künftig in China präsent bleiben. „Das ist für uns ein wichtiger Markt“, sagte die Sprecherin. In China seien in den vergangenen Jahren weniger als ein Fünftel der Produkte gefertigt worden. Die Mitarbeiter dort hätten vor allem Näharbeiten erledigt. Wie viele Mitarbeiter von der Rückverlagerung betroffen sind, wollte Steiff nicht sagen. Das Traditionsunternehmen hatte vor vier Jahren wegen der Preisvorteile bei der Herstellung begonnen, in China über Fremdfirmen produzieren zu lassen.
Freilich hält Steiff den Produktionsstandort Deutschland traditionell hoch. Schon im Januar hatte Geschäftsführer Frechen im Gespräch mit der F.A.Z. angekündigt, dass die China-Fertigung, die vor allem für eine billigere Zweitmarke aufgebaut wurde, aufgegeben werden soll. „Das hole ich Stück für Stück nach Deutschland zurück“, sagte er damals. Für komplizierte Schnitte eigne sich die Produktion in China einfach nicht, und man sei wegen der Lieferzeiten von zwei bis drei Monaten auch nicht flexibel genug.
Drei Viertel aller Spielwaren kommen aus dem Reich der Mitte
Der Rückzug Steiffs ändert nichts daran, dass China Weltmeister bei der Spielwarenherstellung bleibt. Drei Viertel aller Spielzeuge auf der Welt kommen von dort. Nicht alle sind minderwertig, denn „in China bekommt man jede Qualität - die man bezahlt“, versichern Branchenkenner wie der Geschäftsführer der Fachhandelskooperation „Idee + Spiel“, Otto E. Umbach. Die Händlervereinigung importiert Jahr für Jahr mehr aus China. Wer Rummelware suche, finde sie, und wer Qualität suche, finde sie ebenso, sagt auch Michael Sieber, Inhaber der Simba-Dickie-Gruppe, die gerade durch Beteiligungen an chinesischen Werken die Qualität sichern will.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.368,84 | −1,82% |
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