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Bio-Eier-Skandal : Bauernblödheit

Die Bauern haben ihren (hysterischen) Kritikern Wasser auf die Mühlen gegossen und Verbraucher verprellt, weil sie einfache Tierschutz-Standards offenbar regelmäßig nicht einhalten. Blöder geht es wirklich nicht.

          Wer hatte sich noch mal den Begriff der „Bauernschläue“ ausgedacht? Blöder geht es wirklich nicht: Ausgerechnet in einer Branche, die unter scharfer Beobachtung einer kritischen bis hysterischen Öffentlichkeit steht und ständig darüber jammert, scheint dreister Betrug der Regelfall zu sein. Die Ställe werden tierschutzwidrig vollgestopft, weil hier die staatlichen Kontrolleure offenbar nicht genau hinschauen. Hühnerhalter stecken einfach mal 2000 Hennen mehr in den Stall - und lassen die separat ausgestellte Rechnung der Küken-Lieferanten im Papierkorb verschwinden. Wird ja keiner merken.

          Dieses Vorgehen sei gang und gäbe, sagt die Staatsanwaltschaft. So wird die Argumentation der Bauernlobby, den Tieren gehe es heute besser als früher, ad absurdum geführt. Denn was nützen strenge Tierschutzgesetze und Haltungsverordnungen, wenn sie so dreist umgangen werden?

          Das Geschwafel der Geflügelindustrie von „totaler Transparenz“ und all die Hochglanzprospekte, die sie neuerdings verschickt, wirken da wie ein schlechter Scherz. Hunderte Bauern haben ihren Kritikern Wasser auf die Mühlen gegossen und Vertrauen beim betrogenen Verbraucher verspielt.

          Jan Grossarth

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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