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Bildung Nachhilfe aus der Arbeitslosenkasse

03.09.2008 ·  Nach Angaben des Forschungsministeriums verlassen jährlich 80.000 junge Menschen die Schulen ohne Abschluss. Die Bundesregierung will in den kommenden fünf Jahren diese Zahl halbieren. Ein Modellprojekt wird aus den Mitteln der Arbeitsagentur finanziert.

Von Matthias Müller
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Die Bundesregierung will in den kommenden fünf Jahren die Zahl der Schulabbrecher halbieren. Dazu sollen schwache Schüler von der siebten Klasse an mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden, teilte eine Sprecherin von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) am Mittwoch in Berlin mit. Zuvor hatte sich das Kabinett mit dem zweiten nationalen Bildungsbericht befasst.

Zudem plant die Regierung, mit Mitteln der Bundesagentur das Nachholen von Schulabschlüssen zu erleichtern. Könne ein Arbeitsloser ohne Schulabschluss keine Beschäftigung finden, soll er künftig auch ein Schulungsangebot erhalten, fügte Schavan an.

Modellprojekt erprobt Einsatz von Berufseinstiegsbegleitern

Nach Angaben des Forschungsministeriums verlassen jährlich 80.000 junge Menschen die Schulen ohne Abschluss, das seien rund 8 Prozent eines Jahrgangs.

In einem Modellprojekt soll deshalb an 1000 Schulen der Einsatz von Berufseinstiegsbegleitern erprobt werden, finanziert aus den Mitteln der Arbeitsagentur. Zu den Kosten für die Bundesagentur für Arbeit wollte sich das Forschungsministerium nicht äußern. Nach Ansicht einer Sprecherin der Bundesagentur gehört diese Maßnahme jedoch „nicht zu den Kernaufgaben einer Arbeitslosenversicherung“.

Das Nachholen von Schulabschlüssen soll finanziell erleichtert werden

Nach den Worten der Ministeriumssprecherin sei von der siebten Klasse an erkennbar, ob Hauptschüler Schwierigkeiten haben werden, die Schule mit einem Abschluss zu verlassen. Die nun geplanten Berufseinstiegsbegleiter sollen die Stärken und Schwächen dieser Jugendlichen identifizieren, sie über mögliche Ausbildungsberufe informieren und die Schüler auf ihren Nachholbedarf hinweisen. Die Bundesagentur verwies darauf, dass sie bereits mehrere Modellprojekte durchführe, um Schülern mit Schwierigkeiten den Weg zu einem Abschluss zu erleichtern.

Die Sprecherin verwies im Streit mit Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) darauf, dass in Deutschland jeder das Recht habe, einen Hauptschulabschluss nachzuholen. Scholz hatte zuvor angeregt, einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss zu gewähren. Künftig soll jedoch nach den Plänen der Regierung nun auch das Nachholen von Schulabschlüssen finanziell erleichtert werden. Für Schavan stehe jedoch der Ansatz „Prävention vor Reparatur“ eindeutig im Vordergrund, sagte ihre Sprecherin.

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