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Bilanzen Die Krux mit Konzernabschlüssen

 ·  Unternehmen müssen die Aktionäre über Gewinne und Verluste informieren. Das tun sie - aber nicht immer zum Vorteil des Anlegers.

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T-Online meldete jüngst einen Ebitda-Verlust von 56,9 Millionen Euro für das zweite Quartal 2001. Ist das gut oder schlecht? Eigentlich, so sagt das Gefühl, können rote Zahlen nur negativ sein. Doch die Finanzmärkte reagierten positiv mit der Begründung, es sei nicht so schlecht ausgefallen wie erwartet.

Man sieht schon: Geschäftszahlen bedürfen einer Interpretation, denn Anleger sind auf diese Interpretation bei ihrer Anlageentscheidung angewiesen. Doch dafür muss sich der Aktionär zunächst einmal einen Überblick verschaffen. Ein Blick in die Quartalsberichte ist unerlässlich, doch leider sehr verwirrend. Konzerne, vor allem die New Economy-Vertreter, nehmen ihre Berichtspflicht nur im legalen Sinne ernst, doch eigentlich sind viele Adhoc-Meldungen für den Aktionär, der sein Geld investiert und Anspruch auf Rechenschaft hat, eine Frechheit.

Ein Wust von Zahlen wird abgelassen - und die vermeintlich positive Nachricht ganz am Anfang. Beliebt ist da das Ebitda - der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Diese Kennzahl mag für Spezialisten einigen Aussagewert haben - doch den Anleger interessiert zunächst einmal, wie hoch der Nettogewinn ist. Und da eine Antwort zu finden ist mehr als schwierig. In einigen Fällen muss man sogar selbst den Taschenrechner bedienen.

Haben Unternehmen nicht das Recht, positive Meldungen voranzustellen? Ja, haben sie, aber nur wenn der zugrunde liegende Optimismus berechtigt ist. Das ist selten der Fall. Meist ist es so: Je positiver ein Verlust verkauft wird, desto konzentrierter sollte der Anleger die Adhoc bis zum Ende lesen. Mitunter entdeckt man dann astronomische Sonderabschreibungsposten, die vor allem eines aussagen: wie sehr sich die mit Kapital betrauten Unternehmensvorstände mit ihrer Geschäftsstrategie geirrt haben.

FAZ.NET hat diese Fragen in mehreren Artikeln beleuchtet, die in diesem Dossier zusammengefasst sind. Fazit: Aktionäre müssen selbstbewusster werden - die aktuelle Fülle von Klagen gegen Vorstände deutet eine mögliche Richtung an.

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