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Big Data steht unter Beschuss Abwehr im Cyberkrieg

Seit Jahren sind Computer Angriffen aus dem Internet ausgesetzt. Der Schaden geht in die Milliarden. Staaten und Unternehmen wappnen sich dagegen.

© dpa Vergrößern Quellcode: Computerviren sind für viele Unternehmen zur Bedrohung geworden.

Arthur Coviello steckt in einer Sisyphos-Arbeit. Seit Jahren versucht der Verwaltungsratsvorsitzende des amerikanischen Unternehmens RSA Security Inc. mit seinen Mitarbeitern, IT-Systeme sicher zu machen. Seit Jahren sieht er Groß- und Kleincomputer stetig wachsenden Angriffen ausgesetzt, seit Jahren werden die Attacken dreister, ausgeklügelter und gefährlicher. „Wenn ich eine fremde Kreditkartennummer im Netz erbeute und mit ihr dann auf Einkaufstour gehe, bin ich ein Krimineller“, sagt Coviello in einem Büro in der deutschen RSA-Dependance in der Nähe von Frankfurt. „Wenn ich mir den virtuellen Zugang zu den Datenräumen einer Militärfirma verschaffe, kann das mehr als nur ein Diebstahl sein.“

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Vor ihm steht sein Laptop, hinter ihm eine Wandtafel, am Ende eines zwei Stunden währenden Gesprächs wird sie randvoll beschrieben sein. Kurven, Grafiken, Pfeile und Linien. Coviello spricht von Frontverläufen, redet über Software, Hardware und Netzwerke, „Hacktivisten und Terroristen“, private Beutezüge krimineller Banden und gut organisierte Angriffe auf Rechnersysteme.

Big Data unter Beschuss

Wegen solcher Bedrohungen haben Unternehmen wie Siemens, VW und die Deutsche Telekom die virtuellen Sicherheitsmauern um ihre IT-Systeme erhöht und die Nutzung privater Computer am Arbeitsplatz aus Sicherheitsgründen zumindest stark eingeschränkt. Denn viele der Angreifer arbeiten oft aus einer gut organisierten Deckung heraus. Ihr Ziel sind stets vertrauliche Informationen.

Big Data steht unter Beschuss. Vor sechs Jahren war das estnische Informationsnetzwerk vorübergehend ausgeschaltet. Dem japanischen Konzern Sony wurden vor zwei Jahren hundert Millionen Kundendaten gestohlen. Das kostete die Japaner 150 Millionen Euro, der Imageverlust hält bis heute an. Im vergangenen Jahr wurden sogar Systeme von RSA Securities selbst angegriffen. Heute stehen Amerikas Großbanken und Medienunternehmen wie zuletzt die „New York Times“, das „Wall Street Journal“ und der Kurznachrichtendienst Twitter in der Feuerlinie der Hacker.

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Der Schaden, den solche Angriffe jedes Jahr in aller Welt verursachen, beläuft sich laut dem Norton Cybercrime Report des Sicherheitsunternehmens Symantec auf fast 400 Milliarden Dollar. „Gerade für den unternehmerischen Mittelstand sind Bedrohungen durch Schadprogramme aus dem Internet ein Problem“, sagt Kurt Brand vom Eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft. Die Bedrohung sei ein zweischneidiges Schwert: Nicht nur könnten Unternehmensrechner auf fremden Internetseiten infiziert werden, auch die eigene Internetseite könne zur sogenannten „Malware“-Schleuder werden, wenn dort unbemerkt Schadprogramme eingeschleust würden. Der Angegriffene wird unbewusst zum Angreifer.

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