Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev steht offenbar vor der kompletten Übernahme des mexikanischen Herstellers der Biermarke Corona. Wie das „Wall Street Journal“ am Sonntag auf seiner Website berichtete, könnte die belgische Brauerei, die schon jetzt 50 Prozent an der Grupo Modelo hält, für mehr als zwölf Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) auch die übrigen 50 Prozent kaufen. Der Termin für eine mögliche Einigung sei noch unklar, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. Sie könne schon in dieser Woche erfolgen, möglich sei aber auch noch ein Scheitern.
Sollte die Übernahme erfolgen, hätte Inbev die volle Kontrolle über die Biermarke Corona, eines der meistverkauften Biere der Welt. Modelo ist Mexikos größter Bierbrauer mit einem Marktwert von rund 23 Milliarden Dollar. Offen ist laut „Wall Street Journal“ aber, ob die Kartellbehörden der Übernahme angesichts des großen Marktanteils von Inbev am amerikanischen Markt zustimmen.
Die Bierbranche ist weltweit seit längerem im Umbruch. In den vergangen Jahren war es zu zahlreichen Fusionen und Übernahmen gekommen, da sich die Brauer ein Standbein auf wachstumsträchtigen Märkten wie Lateinamerika oder Osteuropa sichern wollen.
Anheuser-Busch Inbev ist aus einer ganze Reihe von Übernahmen entstanden: Inbev war 2004 zunächst aus der Fusion der belgischen Interbrew mit dem brasilianischen Brauer Ambev hervorgegangen, 2008 wurde dann Anheuser Busch übernommen. Heute gehören zu den Marken des Konzerns neben Budweiser und Stella Artois auch das in Bremen gebraute Beck’s. Der neue Konzern hatte in der Vergnagnenheit bekräftigt, auch weiterhin auf der Suche nach Zukäufen zu sein. Er ist vor allem in Nord- und Südamerika stark aufgestellt. Das Unternehmen kontrolliert rund die Hälfte des Marktes in den Vereinigten Staaten und fast 70 Prozent der Geschäfte in Brasilien.
Keine gute Meldung für Bierliebhaber
Jacherl Tschauner (Manufacturer)
- 25.06.2012, 16:20 Uhr