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BGH verwirft Revision : Middelhoff muss sich wieder auf Gefängnis einstellen

  • Aktualisiert am

Thomas Middelhoff: Das Archivbild zeigt ihn während des Prozesses vor dem Landgericht Essen im Jahr 2014 Bild: dpa

Thomas Middelhoff zählte einst zu den einflussreichsten Managern Deutschlands. Nun ist er ein rechtskräftig verurteilter Straftäter. Seine Revision vor dem Bundesgerichtshof hatte keinen Erfolg.

          Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung des früheren Top-Managers Thomas Middelhoff wegen Untreue und Steuerhinterziehung bestätigt. Die Karlsruher Richter verwarfen die Revision Middelhoffs als unbegründet, wie am Montag mitgeteilt wurde.

          Der frühere Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war im November 2014 vom Essener Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich private Flüge und eine Festschrift zu Unrecht von seinem damaligen Arbeitgeber bezahlen ließ. Middelhoff wurde noch im Gerichtssaal wegen Fluchtgefahr verhaftet, kam aber gut fünf Monate später gegen eine Kaution in Höhe von von 895.000 Euro im April 2015 wieder frei.

          Middelhoff muss sich jetzt auf Gefängnis einstellen

          Über das weitere Vorgehen muss nun die zuständige Staatsanwaltschaft entscheiden: „Wir warten jetzt auf die Akten des BGH“, sagte eine Sprecherin. Wenn diese eingetroffen seien, gehe der Fall Middelhoff an den Rechtspfleger, der über den Haftantritt entscheide. „Das geht seinen normalen gesetzlichen Verlauf - wie bei jedem anderen auch“, unterstrich die Sprecherin.

          Middelhoff selbst hatte die Vorwürfe immer bestritten. Seine Anwälte hatten Haftprüfung beantragt, weil ihr Mandant nach ihrer Darstellung an einer Autoimmunerkrankung litt. Im Gefängnis sei er über Wochen am Schlafen gehindert worden, das habe das Immunsystem geschwächt. Die Essener Vollzugsanstalt wollte nach eigenen Angaben durch die regelmäßigen Sichtkontrollen einen Suizid verhindern.

          Das Landgericht hatte es als erwiesen angesehen, dass Middelhoff zwischen 2005 und 2009 in 26 Fällen rein private Reisen über seinen Konzern abrechnete. Insgesamt habe er so für Charterflüge, Hotels und Limousinenservice knapp 310.000 Euro ausgegeben. Weitere 180.000 Euro soll die Festschrift gekostet haben. Der Vorwurf der Steuerhinterziehung hängt mit diesen Ausgaben zusammen.

          Middelhoff war in der Vergangenheit einer der mächtigsten Manager Deutschlands, unter anderem stand er an der Spitze des Medienriesen Bertelsmann. Später amtierte er als Arcandor-Chef. Der Karstadt-Mutterkonzern schlitterte im Jahr 2009 in die Pleite, eine Reihe von Prozessen und juristischen Auseinandersetzungen waren die Folge. Der ehemalige Spitzenmanager hatte sein Kaution nicht selbst stellen können, der ehemals viele Millionen Euro schwere frühere Arcandor-Chef mit Motoryacht und Wohnsitz an der Cote d'Azur hatte Privatinsolvenz anmelden müssen.

          Az. 1 StR 209/15

          Quelle: dpa/Reuters

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