Jedes Jahr ein neues Deutschland: Die Welt wächst am Tag um 230.000 Menschen und damit im Jahr um 83 Millionen Menschen. An diesem Mittwoch, dem Weltbevölkerungstag, werden wohl 7,06 Milliarden Menschen auf der Erde sein. Auch wenn der Anstieg sich verlangsamt hat und der jährliche Zuwachs sinkt, nimmt die Bevölkerung immens zu: Bis zum Jahr 2050 werden nach der Prognose der Vereinten Nationen 9,3 Milliarden Menschen auf diesem Planeten leben - wenn die Fertilitätsraten sinken. Andernfalls könnten es 2050 auch 11 Milliarden Menschen sein.
Während in Deutschland die Zahl der Geburten sinkt, nimmt sie insgesamt und besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern rasant zu. Sechs von zehn Menschen leben mittlerweile in Asien. Noch stärker wächst die Bevölkerung in Afrika. In der Region südlich der Sahara könne sich bis Ende des Jahrhunderts die Bevölkerung von 900 Millionen auf 3,4 Milliarden Menschen fast vervierfachen.
Mit der Bevölkerung steigt auch der Bedarf an Nahrung, Wasser, Rohstoffen und Energie - und das stellt die Länder vor Probleme. „Durch die hohen Geburtenraten beschneidet sich ein Land seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, der F.A.Z.. „Sie kommen mit dem Investieren nicht hinterher.“ Niger hat mit einer Gesamtfruchtbarkeitsrate von 7 die höchste Rate der Welt und würde seine Bevölkerung bis 2050 verdreifachen. So schnell kann jedoch kaum die Infrastruktur ausgebaut werden, die Schulen kämen gar nicht hinterher.
„Eine zentrale Ursache für das anhaltende Bevölkerungswachstum in armen Ländern ist der fehlende Zugang zu Familienplanung“, sagte Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, am Dienstag. „Allein in Entwicklungsländern werden jedes Jahr 80 Millionen Frauen ungewollt schwanger.“ Sie fordert, dass Deutschland und andere mit 8,1 Milliarden Dollar doppelt so viel Geld für Verhütung, Personal und Gesundheitssysteme bereit stellen, um Armut und Hunger zu verringern.
„Die Geburtenrate sinken, wenn die Menschen mehr Chancen sehen“, sagt dagegen Klingholz. Familienplanung sei ein notwendiges, aber nicht hinreichendes Instrument. Es brauche eine Paket aus Bildung und Arbeit. In erster Linie sollten Frauen mehr Sekundarbildung erhalten. Wenn sie erst mit 17, 18 Jahren von der Schule abgehen, bekommen sie später und insgesamt weniger Kinder. Und qualifizierte Frauen würden wiederum für qualifizierte Kinder sorgen.
Das Bevölkerungswachstum geht seit 20 Jahren zurück
Frank Wunderlich-Pfeiffer (zoelpf)
- 11.07.2012, 16:57 Uhr
Nur noch Spenden an Organisationen, die Verhütungsprogramme fördern
Martin Klocke (mampo)
- 11.07.2012, 15:58 Uhr
Irgendwann kracht es gewaltig
Horst Schmidt (Legastheniker)
- 11.07.2012, 13:16 Uhr
Letzlich ganz einfach
Michael Wagner (comic)
- 11.07.2012, 11:51 Uhr
nach so vielen Jahrzehnten "Hilfe" sehe ich keine Hoffnung
Sabine Heimer (SabHeim)
- 11.07.2012, 11:23 Uhr